Absatzplanung
Die Absatzplanung (oder strategische Absatzplanung, Vertriebsplanung) ist ein Teil der Unternehmensplanung und befasst sich mit der Prognose der Marktnachfrage und weiteren Marktdaten fĂŒr ein Produkt oder eine Dienstleistung sowie der Erstellung eines Absatzplans.
Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmensleitung besteht Erich Gutenberg zufolge darin, das Absatzvolumen zu bestimmen, das nach Ablauf einer gewissen Zeit erreicht werden soll.[1] UrsprĂŒnglich verstand man unter Absatzplanung lediglich bestimmte MaĂnahmen wie PreisĂ€nderungen oder Werbung sowie die SchĂ€tzung des nötigen Budgets und Verkaufswirkungen.[2] Die Absatzplanung betrifft die betriebliche Funktion des Vertriebs. Hier bildet der Absatzplan einen Teil des Marketingplans. Er ist das Ergebnis der Absatzplanung und dient der Koordinierung von Produktbewegungen innerhalb und auĂerhalb des Unternehmens. Vorteil der Absatzplanung ist, dass sie zahlreiche verschiedene Kausalfaktoren berĂŒcksichtigt, die den Bedarf beeinflussen.[3] Sie hilft zudem, Absatzrisiken zu vermindern oder zu beseitigen. Durch eine marktorientierte Absatzplanung, Absatzprognose und Absatzdisposition können Unternehmen ihre PlanungsqualitĂ€t steigern, LagerbestĂ€nde bei optimaler Lieferbereitschaft reduzieren und Kundenbeziehungen festigen. Die Absatzplanung sorgt fĂŒr eine Harmonisierung der AuftragseingĂ€nge mit der ProduktionskapazitĂ€t.[4]
Inhalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtige Merkmale der Planung sind in der Betriebswirtschaftslehre Planungsgegenstand, Planungssubjekt, Planungsdaten und Planungshorizont.[5] Planungsgegenstand sind das Absatzvolumen und damit die Umsatzerlöse. Planungssubjekt ist der EntscheidungstrĂ€ger, der die Absatzplanung zu verantworten hat, Planungsdaten sind insbesondere die kĂŒnftig erwartete Nachfrage. Der Planungshorizont bestimmt die zeitliche Reichweite der Planung[6] und ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal jeder Planung. Er teilt die Absatzplanung in eine operative (Absatzplanung <2 Jahre; operative Planung) und eine strategische Absatzplanung (>2 Jahre; strategische Absatzplanung).[7] Der Planungshorizont kurzfristiger Absatzplanung reicht 12 Monate in die Zukunft[8], darĂŒber hinaus beginnt die mittel- und langfristige Absatzplanung. Der Absatzplan orientiert sich am Marktziel und gibt das Absatzvolumen an, um die anvisierten Marktanteile zu erreichen.[9]
Wirtschaftliche Aspekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Absatzplanung vermindert durch Verringerung der Lagerrisiken die Kapitalbindungskosten. Sie fĂŒhrt zu einer optimaleren WarenverfĂŒgbarkeit (Lieferbereitschaft), dadurch lassen sich Auftragsverluste durch Fehlmengen verhindern, was wiederum zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit und Kundentreue beitrĂ€gt. Durch Absatzplanung können Beschaffung und Produktion nĂ€her an die tatsĂ€chliche Nachfrage herangefĂŒhrt werden, sie ermöglicht eine frĂŒhere Einbeziehung von Lieferanten oder ProduktionsstĂ€tten auf die zu erwartenden Bestellungen. Die Absatzplanung ist somit Grundlage fĂŒr eine jede betriebliche Fertigung.[10] Sie verbessert durch die Abbildung der Planbedarfe nach regionalen AbsatzmĂ€rkten die Markttransparenz.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Erich Gutenberg, Der Absatz, 6. Auflage, 1963, S. 74
- â Richard Köhler, BeitrĂ€ge zum Marketing-Management, 3. Auflage, 1993, S. 5; ISBN 978-3-7910-0682-6
- â Franz Böcker, Marketing, 5. Auflage, 1994, S. 10; ISBN 978-3-8252-0919-3
- â Timm Gudehus, Logistik: Grundlagen - Strategien - Anwendungen, 2005, S. 253
- â GĂŒnter Wöhe/Ulrich Döring, EinfĂŒhrung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 25. Auflage, 2013, S. 63; ISBN 978-3-8006-4687-6
- â Wolfgang LĂŒck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1983, S. 895; ISBN 978-3-486-27513-1
- â Springer Fachmedien Wiesbaden, 222 Keywords Marketing, 2013, S. 6
- â GĂŒnter Wöhe/Ulrich Döring, EinfĂŒhrung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 25. Auflage, 2013, S. 933
- â Joachim-Hans Horn, Absatzplanung, in: Klaus Altfelder/Hans G. Bartels/Joachim-Hans Horn/Heinrich-Theodor Metze (Hrsg.), Lexikon der UnternehmensfĂŒhrung, 1973, S. 11 f.; ISBN 3-470-56191-5
- â Erich Gutenberg, Absatzplanung in der Praxis, Springer-Verlag, 2013, S. 209