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Alexander Rechnitzer

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Alexander Rechnitzer (* um 1880 bei Preßburg; † April 1922 in New York) war ein österreich-ungarischer Erfinder auf dem Gebiet der Rechenmaschinen.

Rechnitzer verbrachte seine Jugend in Wien und war jĂŒdischer Abstammung. Bereits frĂŒh zeigte sich seine Begabung fĂŒr Mechanik. Seine erste experimentelle Rechenmaschine baute er im Alter von 19 Jahren. 1904 wurde ein Patent fĂŒr eine „SelbsttĂ€tig wirkende Rechenmaschine“ erteilt.[1]

Nach dem Studium an einer Technischen Hochschule, vermutlich in Wien, hielt er sich zwischen 1905 und 1909 in Berlin, Wien und New York auf. Schon 1906 erfolgte in New York auf einer öffentlichen Messe die VorfĂŒhrung der ersten elektrisch angetriebenen, vollautomatischen Rechenmaschine namens Autarith, basierend auf Rechnitzers Patent. Sie wurde von der Firma Keuffel & Esser, New York, in einer Vorserie von zehn Maschinen hergestellt. Ein kommerzieller Erfolg unterblieb damals mangels Nachfrage. Rechnitzer arbeitete trotzdem ununterbrochen an einer Verbesserung der Maschine.

ZurĂŒck in Europa entstanden weitere Prototypen, die viel Geld verschlangen, das sich der Erfinder in Wien leihen konnte. Hier grĂŒndete er 1909 die Autarit Gesellschaft mbH mit einem Stammkapital von 220.000 Kronen.[2] 1921 reiste Rechnitzer erneut nach New York, um seine inzwischen hochkomplizierte, mit Speicherwerk versehene Maschine kommerziell verwerten zu lassen. Es misslang auch deshalb, weil Rechnitzer auf seinem Gesamtkonzept beharrte, keine vorlĂ€ufigen Abstriche akzeptierte. Im Übrigen gab es inzwischen Konkurrenz in Europa und den USA, Automaten der Fabrikate Mercedes-Euklid, Monroe oder Madas, welche Rechnitzers Divisions- und Multiplikations­mechanismus nutzte. Verzweifelt setzte Rechnitzer 1922 in New York seinem Leben ein Ende. Man fand seine Leiche im East River, er wurde auf dem Armenfriedhof Potter’s Field beigesetzt.

Rechnitzers Rechenmaschine Autarith (in der Literatur manchmal auch als Autarit bezeichnet) basierte auf der von Charles Xavier Thomas de Colmar. Sie verfĂŒgte ĂŒber Staffelwalzen, zwei Reihen von Einstellschiebern fĂŒr acht bzw. neun Stellen und einem Ergebnisfenster mit NummernrĂ€dchen zur Anzeige von maximal 16 Stellen.

Zur Addition musste in den beiden Schieberreihen die Summanden vorgegeben, die Maschine auf Addieren gestellt und mit einem Knopfdruck der Elektromotor mit ca. 45 W gestartet werden. Das Ergebnis wurde dann an den NummernrÀchen abgelesen.

Im Subtraktions­modus musste die grĂ¶ĂŸere Zahl mit den NummernrĂ€dchen eingestellt werden, die kleinere mit den Schiebern. Die NummernrĂ€dchen wurden dann automatisch entsprechend verstellt, so dass das Ergebnis sichtbar wurde.

Die Multiplikation wurde bewerkstelligt, indem der Multiplikand mit den NummernrÀdchen, der Multiplikator mit den Schiebern eingestellt wurde. Bei der Berechnung erhöhte das Drehen einer Welle die NummernrÀdchen, wobei sich die Schieber der Reihe nach, abhÀngig von den Umdrehungen der Welle, auf Null zubewegten. Waren alle Schieber bei Null angelangt, konnte das Ergebnis an den NummernrÀdchen abgelesen werden.

Die Divisionsfunktion ahmte das Dividieren „per Hand“ als Abfolge von Subtraktionen nach.

Die Autarith konnte ein 16-stelliges Ergebnis in 12 bis 20 Sekunden berechnen. Rechnitzers letzter Prototyp ist seit 1984 verschollen, die Maschine von 1906 steht in Wien im Technischen Museum.

  • Reese, Martin: Autarith 1906. Erste elektrisch angetriebene, vollautomatische Rechenmaschine der Welt. In: „Historische BĂŒrowelt“ Nr. 91 (2013) siehe – IFHB.
  • Unterlagen des National Museum of Natural History (Smithsonian Institution, Washington)
  • George C. Chase: History of Mechanical Computing Machinery. Lichtbild Vortrag von 1952. Abgedruckt in: Annals of the History of Computing, Vol. 2, No.3, July 1980.
  • www.rechenmaschinen-illustrated.com
  • History of computers
  • The Railway Age, 15. Dezember 1905; S. 773 online auf www.rechnerlexikon.de

Einzelnachweise

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  1. ↑ Patent AT15514B: SelbsttĂ€tig wirkende Rechenmaschine. Angemeldet am 30. November 1900, veröffentlicht am 10. MĂ€rz 1904, Erfinder: Alexander Rechnitzer.‌
  2. ↑ Amtsblatt zur Wiener Zeitung vom 13. Oktober 1909