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Alexandre Parodi

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Alexandre Parodi (1945)

Alexandre Maurice Marie Parodi (* 1. Juni 1901 im 17. Arrondissement, Paris; † 15. MĂ€rz 1979 im 7. Arrondissement, Paris) war ein französischer Verwaltungsbeamter, parteiloser Politiker und Diplomat, der unter anderem zwischen 1944 und 1945 Minister fĂŒr Arbeit und soziale Sicherheit, mehrmals Botschafter sowie von 1960 bis 1971 VizeprĂ€sident des Staatsrates, des Conseil d’État war.

Parodi war ein Sohn des Philosophen und Soziologen Dominique Parodi (1870–1955) und Ă€lterer Bruder des Richters und RĂ©sistancekĂ€mpfers RenĂ© Parodi (1904–1942), der posthum zum Compagnon de la LibĂ©ration erhoben wurde. Er selbst begann nach dem Schulbesuch ein Studium an der UniversitĂ€t von Paris, welches er mit einem Licence de lettres beendete. Nach einem Studium an der École libre des sciences politiques (ELSP), der Sciences Po, begann er 1928 seine berufliche Laufbahn als Anhörungsbeamter (auditeur) beim Staatsrat (Conseil d’État) und fungierte zudem zwischen 1929 und 1938 als stellvertretender GeneralsekretĂ€r des Nationalen Wirtschaftsrates CNE (Conseil national Ă©conomique), des heutigen Rates fĂŒr Wirtschaft, Soziales und Umwelt CESE (Conseil Ă©conomique, social et environnemental) sowie von 1933 bis 1938 Regierungskommissar (Commissaire du gouvernement), ehe er 1938 Vortragender Rat (MaĂźtre des requĂȘtes) beim Staatsrat wurde. Nach einer TĂ€tigkeit als Berater von Arbeitsminister Charles Pomaret wurde er 1939 Generaldirektor des Arbeitsministeriums.[1]

Parodi engagierte sich wĂ€hrend der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg unter den Decknamen „Quartus“ und „Cerat“ in der Widerstandsbewegung RĂ©sistance. Er war Leiter des Nationalen Widerstandsrates CNR Conseil national de la RĂ©sistance und als Nachfolger von Émile Bollaert zwischen Februar und August 1944 Generaldelegierter des Französischen Komitees fĂŒr die Nationale Befreiung CFLN (ComitĂ© français de LibĂ©ration nationale).[2] In diesem Komitee ĂŒbernahm er zwischen dem 26. August und dem 10. September 1944 gemeinsam mit Henri Queuille, AndrĂ© Le Troquer und François Billoux den Posten als Kommissar fĂŒr die befreiten Gebiete (Commissaire d’État aux Territoires libĂ©rĂ©s).[3][4][5][6] Am 27. August 1944 wurde er zum Compagnon de la LibĂ©ration ernannt.[7][8]

Parodi (vorne rechts) mit General Charles de Gaulle bei einer Parade nach der Befreiung von Paris (25./26. August 1944).

WĂ€hrend der Provisorischen Regierung der Französischen Republik bekleidete Parodi im Kabinett de Gaulle I vom 10. September 1944 bis zum 21. November 1945 das Amt als Minister fĂŒr Arbeit und soziale Sicherheit (Ministre du Travail et de la SĂ©curitĂ© sociale).[9][10]

Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett ĂŒbernahm Alexandre Parodi zwischen 1946 und 1960 verschiedene Botschafterposten und wurde 1946 erster StĂ€ndiger Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen und verblieb auf diesem diplomatischen Posten bis 1949, woraufhin Jean Chauvel ihn ablöste.[11] Er selbst wiederum löste Jean Chauvel am 23. Februar 1949 als GeneralsekretĂ€r des Außenministeriums und hatte diesen Posten bis zum 5. Januar 1955 inne. RenĂ© Massigli wurde sein Nachfolger.[12] Als Nachfolger von Maurice Couve de Murville wurde er 1956 StĂ€ndiger Vertreter Frankreichs bei der NATO und ĂŒbergab diesen Posten 1957 an Étienne de Crouy-Chanel.[13] 1957 wurde er zum Botschafter in Marokko ernannt und hatte diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Roger Seydoux 1960.[14]

Parodi wurde nach seiner RĂŒckkehr aus Marokko am 29. September 1960 als Nachfolger von RenĂ© Cassin VizeprĂ€sident des Conseil d’État (Staatsrat) und bekleidete dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Bernard Chenot am 1. Juni 1971.[15][16]

Er war Mitglied der AcadĂ©mie des sciences morales et politiques und als Nachfolger von RenĂ© Cassin von 1960 bis zu seiner Ablösung durch Bernard Chenot 1971 auch PrĂ€sident des Instituts fĂŒr Verwaltungswissenschaften IFSA (Institut français des sciences administratives). Er erhielt fĂŒr seine Verdienste das Großkreuz der Ehrenlegion und das Großkreuz des Ordre national du MĂ©rite.

In dem 1966 unter der Regie von RenĂ© ClĂ©ment entstandenen Kriegsfilm „Brennt Paris?“ mit Jean-Paul Belmondo, Charles Boyer und Leslie Caron in den Hauptrollen spielte Pierre Dux die Rolle des WiderstandskĂ€mpfers Cerat alias Alexandre Parodi.

Commons: Alexandre Parodi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Charles Pomaret. Nationalversammlung von Frankreich (französisch).
  2. ↑ BOLLAERT Emile. Senat von Frankreich (französisch).
  3. ↑ France: Liberated Regions Ministers. rulers.org (englisch).
  4. ↑ Henri Queuille. Nationalversammlung von Frankreich (französisch).
  5. ↑ AndrĂ© Le Troquer. Nationalversammlung von Frankreich (französisch).
  6. ↑ François Billoux. Nationalversammlung von Frankreich (französisch).
  7. ↑ Alexandre PARODI. Ordre de la LibĂ©ration (französisch).
  8. ↑ Jean-Christophe Notin: 1061 Compagnons. Histoire des Compagnons de la LibĂ©ration, Perrin, Paris 2000, ISBN 978-2-262-01606-7
  9. ↑ Gouvernement provisoire de la QuatriĂšme RĂ©publique. histoire-france-web.fr (englisch).
  10. ↑ France: Labour Ministers. rulers.org (englisch).
  11. ↑ Chauvel, Jean (Michel Henri). rulers.org (englisch).
  12. ↑ Massigli, RenĂ© (Lucien Daniel). rulers.org (englisch).
  13. ↑ Maurice Couve de Murville. Nationalversammlung von Frankreich (französisch).
  14. ↑ Seydoux Fornier de Clausonne, Roger. rulers.org (englisch).
  15. ↑ RenĂ© Cassin. Conseil d’État (englisch).
  16. ↑ Bernard Chenot. Conseil d’État (englisch).