Amebix
| Amebix | |
|---|---|
Amebix, 2009 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Tavistock, England |
| Genre(s) | Crust Punk |
| GrĂŒndung | 1978, 2008 |
| Auflösung | 1987, 2012 |
| GrĂŒndungsmitglieder | |
| Rob âThe Baronâ Miller[1] | |
| Chris âStigâ Miller | |
| Clive Barnes (bis 1979) | |
| Andy âBilly Jugâ Hoare (bis 1981) | |
| Letzte Besetzung | |
Gesang, Bass | Rob âThe Baronâ Miller |
Gitarre | Chris âStigâ Miller |
Schlagzeug, Percussion, Keyboard | Roy Mayorga (ab 2008) |
| Ehemalige Mitglieder | |
Bass | Ric Gadsby (1979) |
Schlagzeug | Martin Baker (1981) |
Keyboard | Norman âNormâ Butler (1981â1984) |
Keyboard | Jenghiz (1984) |
Schlagzeug | Neil âVirusâ Worthington (1981â1985; â Â 2015) |
Keyboard | George Fletcher (A. Droid) (1984â1987) |
Schlagzeug | Robert âSpiderâ Richards (1985â1987) |
Amebix war eine von 1978 bis 1987[1] existierende britische Crust-Punk-Band, die als einer der ersten Vertreter des Genres gilt.[2] 2008 kam es zu einer Wiedervereinigung der Band,[3] wobei Robert âSpiderâ Richards aufgrund seines Tinnitus-Leidens durch Roy Mayorga ersetzt wurde. Der Name der Band ist von der Amöbe (engl. amoeba) abgeleitet, da diese die Grundform des Lebens sei und die Band nur einfache Musik spielte.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]GegrĂŒndet wurde Amebix 1978 von Rob âThe Baronâ Miller, seinem Bruder Chris âStigâ Miller, Andy âBilly Jugâ Hoare und Clive Barnes, wĂ€hrend diese noch die Schule in Devon besuchten. Von den Mitgliedern wurde die Band zunĂ€chst als The Band with No Name bezeichnet, spielte unter diesem Namen hĂ€ufig in der nĂ€heren Umgebung und spielte eine Demoaufnahme mit sechs StĂŒcken ein.[4] Als die Band Crass in Plymouth spielte, gab The Baron ihr eine der Kassetten mit; das darauf enthaltene Lied University Challenged erschien 1980 auf dem ersten Teil der Crass-Records-Sampler-Reihe Bullshit Detector.[4] Danach wurde Schlagzeuger âBilly Jugâ durch Martin Baker ersetzt und das Herrenhaus seiner Eltern in Dartmoor fĂŒr Proben genutzt. Zu dieser Zeit begann die Band auch, den Namen Amebix zu nutzen. Baker wurde jedoch von seinen Eltern aus der Band entfernt und nach London versetzt, wo er einen Nervenzusammenbruch erlitt und eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde; die Band behandelte Bakers Erfahrungen im Lied Largactyl.[4]
Die Band rekrutierte Norman âNormâ Butler (Screaming Heads, Phantasmagoria, Norm Yard), der Synthesizer spielte, und zog nach Bristol, wo sie in besetzten HĂ€usern lebte. Mit dem Disorder-Schlagzeuger Neil âVirusâ Worthington hatte Amebix eine âsemi-stabileâ[4] Besetzung. In dieser wurden die ersten beiden 7âł-Veröffentlichungen Whoâs the Enemy und Winter sowie die 12âł No Sanctuary aufgenommen. Auf No Sanctuary ĂŒbernahm ein Gastmusiker den Synthesizer, 1984 wurde dieser von George ĂŒbernommen. WĂ€hrend der Aufnahmen zu No Sanctuary in den Southern-Studios lernte die Band Jello Biafra von der US-amerikanischen Band Dead Kennedys und der Plattenfirma Alternative Tentacles kennen.[4] Als erste britische Band veröffentlichte sie dort 1985 ihr DebĂŒtalbum Arise!;[4] die Plattenfirma zögerte jedoch zunĂ€chst, es zu veröffentlichen, da es zu âschwerâ sei.[1] Die finale Besetzung von Amebix entstand ebenfalls 1985, als Robert âSpiderâ Richards ihr Schlagzeuger wurde.[4] Die Band unterschrieb bei Heavy Metal Records[4] und veröffentlichte dort 1987 das Album Monolith, ihr populĂ€rstes Werk[2]. Die mit der Veröffentlichung und dem Vertrieb verbundenen Schwierigkeiten fĂŒhrten schlieĂlich zur Auflösung der Band. Dennoch tourte sie nach der Veröffentlichung des Albums fĂŒr kurze Zeit, wobei ihre finale Tournee in Sarajevo endete, kurz vor dem Zusammenbruch der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.[4]
Spider, George und Stig spielten nach der Auflösung Amebixâ bei Zygote, wĂ€hrend The Baron auf die Isle of Skye zog und dort als Waffenschmied arbeitet.[4]
Die Band hatte 1987 geschworen, nie wieder zu spielen,[3] stellte jedoch nach der Etablierung des Internets fest, dass sie bei ihrer Auflösung einen âNachstromâ hinterlassen hatte,[3] und wurde 2008 von The Baron und Stig neu gegrĂŒndet.[4] Rob âThe Baronâ Miller hatte ĂŒber Myspace Roy Mayorga kennengelernt; als einige StĂŒcke von Amebix als Bonusmaterial fĂŒr eine DVD neu aufgenommen werden sollten, kontaktierte The Baron Mayorga, um ihn zu fragen, ob er sich beteiligen wollte. Die Zusammenarbeit mit Mayorga war laut The Baron besser als erhofft, sodass sie keine Wahl gehabt hĂ€tten, als die AktivitĂ€ten der Band fortzusetzen, obwohl dies ursprĂŒnglich nicht intendiert gewesen sei; Mayorga passe zu Amebix âwie eine Hand in einen Handschuhâ.[1] Im April 2008 erschien No Sanctuary â The Spiderleg Recordings, eine Zusammenstellung der StĂŒcke von Whoâs the Enemy, Winter und No Sanctuary, die die Band nach 1985 nicht mehr live gespielt hatte. The Baron musste dafĂŒr kĂ€mpfen, das Material von den Southern-Studios zurĂŒckzubekommen, und John Loder weigerte sich, Amebixâ Material zu Lebzeiten zu veröffentlichen.[1]
Stil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1980er-Jahren war die Band in ihrer Subkultur verhasst und laut The Baron ihrer Zeit um 20 Jahre voraus,[1] inzwischen gilt sie als eine der ersten und wichtigsten Crust-Vertreter.[2]
Die ersten beiden Singles Winter und Beginning of the End sind stĂ€rker von Bands wie Killing Joke und UK Decay beeinflusst, mit einer dunklen, postapokalyptischen und laut Felix Von Havoc morbiden[2] Ăsthetik. Ab No Sanctuary entwickelte ihr dunkler Hardcore-Stil sich in Richtung Crust. Mit der 1985 veröffentlichten Arise!-LP wurde dieser Klang kodifiziert, eine âmahlendeâ[2] Mischung aus frĂŒhem Anarcho-Punk/dunklem Hardcore und Motörhead. Auf der LP Monolith kamen die Metal- und Motörhead-EinflĂŒsse stĂ€rker zur Geltung; sie gilt als âeine der definitiven Crust-LPsâ[2] und Amebixâ populĂ€rste Veröffentlichung,[2] fiel jedoch fĂŒr einen Teil der Punk-Szene zu metallisch und ĂŒberproduziert aus,[2] wĂ€hrend The Baron sie wie Arise! als schlecht produziert und schlampig gespielt bezeichnet.[1] Amebix gelten mit ihrem FrĂŒhwerk als VorlĂ€ufer der Kombinationen aus Doom Metal und Hardcore Punk, Bands wie Neurosis, Sepultura und Deviated Instinct beziehen sich offen auf die Band.[5] Den Stil der nach der Wiedervereinigung aufgenommenen StĂŒcke beschrieb Mayorga als stĂ€rkere, schwerere und noch epischere Version des Stils am Ende der SpĂ€tphase der Band, mit einigen der alten Elementen wie Stigs schweren, dissonanten GitarrenklĂ€ngen, âschaurigenâ Keyboards, schwerem Tribal-Trommeln und der âglasgurgelndenâ Stimme von The Baron.[6]
Ihre Texte waren geprÀgt durch den Gegensatz zwischen symbolhaften Anleihen aus mittelalterlicher Zeit und den gesellschaftlichen RealitÀten der Gegenwart, v. a. der Bedrohung durch nuklearen Winter[2] und der Zerstörung der Erde durch den Menschen[2].
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1979: Demo
- 1980: University Challenged auf Bullshit Detector (Crass Records)
- 1982: Whoâs the Enemy (EP, Spiderleg Records)
- 1983: Winter (Single, Spiderleg Records)
- 1983: No Sanctuary (EP, Spiderleg Records)
- 1985: No Gods (Livealbum)
- 1985: Arise! (LP, Alternative Tentacles)
- 1986: No Masters (Livealbum)
- 1987: Monolith (LP, Heavy Metal Records)
- 1994: The Power Remains (LP, Skuld Releases/MCR UK)
- 2000: Arise!+2 (Wiederveröffentlichung auf Alternative Tentacles, plus 2 unveröffentlichte DemostĂŒcke von 1987)
- 2003: Make Some Fucking Noise! (Livealbum)
- 2008: No Sanctuary â The Spiderleg Recordings (Wiederveröffentlichung der StĂŒcke von Whoâs the Enemy, Winter und No Sanctuary, Alternative Tentacles)
- 2009: Risen (DVD, Belfast Records)
- 2010: Redux (12âł/CD, Profane Existence)
- 2011: Sonic Mass (LP, Amebix Records/Easy Action)
- 2011: Knights of the Black Sun (12âł, Profane Existence)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 Hellhammer_x09: Interview with Rob "the Baron" Miller (Amebix).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Felix Von Havoc: Profane Existence 40 Rise of Crust article ( vom 17. April 2012 im Internet Archive).
- 1 2 3 Amebix: Redux, Profane Existence 2010.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Amebix: A Biography ( vom 6. Februar 2012 im Internet Archive)
- â Paul Kott: Amebix. All Music, abgerufen am 23. April 2014.
- â Hellhammer_x09: Interview with Roy Mayorga (STONE SOUR, AMEBIX).
