Anschlagsdynamik
Anschlagsdynamik (auch Anschlagdynamik[1]) ist die Eigenschaft von Tasteninstrumenten, auf unterschiedlich krÀftigen Anschlag einer Taste mit unterschiedlicher LautstÀrke des erzeugten Tons zu reagieren und somit eine variable Dynamik zuzulassen. Dabei wird der Ton nicht nur lauter bzw. leiser, sondern er Àndert auch seinen Klang.

Viele Tasteninstrumente haben keine anschlagsdynamischen Tasten, etwa die Orgel, das Akkordeon oder (mit EinschrĂ€nkungen) das Cembalo.[2] Bei diesen Instrumenten regulieren andere MaĂnahmen die LautstĂ€rke, bei der Orgel z. B. das Ziehen von Registern, beim Akkordeon die IntensitĂ€t von Druck oder Zug des Balgs. Der Spieler hat dabei nicht die Möglichkeit, jeden einzelnen Ton in seinem LautstĂ€rkepegel zu beeinflussen. Die neue Möglichkeit der differenzierten Dynamik war die Grundlage fĂŒr den Siegeszug des Hammerklaviers im 18. Jahrhundert und der Grund, es als âPianoforteâ zu bezeichnen. Das Klavier bot erstmals bei Tasteninstrumenten die Möglichkeit, jeden einzelnen Ton in einem stetigen Spektrum zwischen leise (piano) und laut (forte) erklingen zu lassen.
Bei Keyboards elektronischer Musikinstrumente wird die StĂ€rke des Anschlags oft (als Geschwindigkeit der Tastenbewegung) elektronisch gemessen und darĂŒber werden verschiedene Parameter der Klangerzeugung gesteuert.
E-Pianos haben daneben gewichtete Tasten, die die Spielschwere einer Klaviermechanik simulieren. Beim Klavier werden sowohl die Anschlagsdynamik als auch die Spielschwere durch dessen Mechanik ermöglicht.
Im MIDI-Protokoll wird die AnschlagsstĂ€rke durch die Anschlaggeschwindigkeit zusammen mit jedem NoteOn-Befehl (Note) ĂŒber den Wert âVelocityâ ĂŒbertragen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Anschlagdynamik. Linguee
- â Gute Cembali verfĂŒgen durchaus ĂŒber eine gewisse Anschlagsdynamik â die zwischen Einzeltönen messbaren LautstĂ€rkeunterschiede sind allerdings sehr gering, siehe den Text Dynamik beim Cembalo. Abgerufen am 11. Februar 2024. kalaidos-fh.ch, mit wissenschaftlicher Studie.