Anything Goes
Anything Goes ist eine Musical Comedy mit der Musik und den Gesangstexten von Cole Porter. Das Buch stammt von Guy Bolton und P. G. Wodehouse, die Ăberarbeitung von Russel Crouse und Howard Lindsay, der auch Regie fĂŒhrte. Produziert wurde die Show von Vinton Freedley. Die UrauffĂŒhrung fand am 21. November 1934 im Alvin Theatre in New York statt. Es war das erste von fĂŒnf Broadway-Musicals (Red, Hot and Blue, Du Barry Was a Lady, Panama Hattie, Something for the Boys) fĂŒr das Cole Porter komponierte und in dem Ethel Merman die Hauptrolle spielte. In weiteren Hauptrollen waren William Gaxton und Victor Moore zu sehen.
Die ErstauffĂŒhrung im Londoner West End am 14. Juni 1935 im Palace Theatre wurde von Charles B. Cochran produziert.
Die deutschsprachige ErstauffĂŒhrung fand am 10. Februar 1981 im Pfalztheater Kaiserslautern statt. Die Ăbersetzung ins Deutsche dafĂŒr kam von Christian Severin, Hartmut H. Forche und Lida Winiewicz.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An Bord des Transatlantikliners S.S. America auf der Route New YorkâLondon trifft sich eine bunte Gesellschaft: die NachtclubsĂ€ngerin und ehemalige Laienpredigerin Reno Sweeney in Begleitung ihrer VarietĂ©-Girls; die finanziell angeschlagene Witwe Evangeline Harcourt in Begleitung ihrer Tochter Hope und des, als reicher Schwiegersohn ausersehenen, EnglĂ€nders Sir Evelyn Oakleigh; der als Pfarrer verkleidete Gauner und Staatsfeind Nr. 2, Moonface Martin, begleitet von Bonnie, der Braut âSchlangenaugesâ, des meistgesuchten Verbrechers Amerikas (Staatsfeind Nr. 1); ein echter geistlicher WĂŒrdentrĂ€ger in Begleitung zweier missionierter Chinesen, die die Passagiere krĂ€ftig abzocken; der Börsenmakler Elisha Whitney und schlieĂlich (neben Reportern, FBI-Agenten und dem ĂŒbrigen Schiffspersonal) dessen Assistent, Billy Crocker, der sich als blinder Passagier einschleicht, um die Heirat seiner neuen Liebe Hope Harcourt mit Sir Oakleigh mit Hilfe seiner alten Freundin Reno zu verhindern.
Aus diesem Grund muss Billy in verschiedene Rollen schlĂŒpfen. Mit falscher IdentitĂ€t, nĂ€mlich mit den Papieren âSchlangenaugesâ, gerĂ€t er bald ins Fadenkreuz des misstrauischen KapitĂ€ns, muss sich als Matrose verkleiden, wird aber als vermeintlicher Verbrecher enttarnt und ĂŒberraschenderweise, in Ermangelung anderer Prominenter, als Ehrengast gefeiert. Erst als er seine wahre IdentitĂ€t preisgibt, wandert er ins GefĂ€ngnis, zusammen mit dem falschen Pfarrer und den beiden Chinesen, die beim Falschspiel erwischt wurden. Dort bemĂ€chtigt er sich mit Moonface der chinesischen Trachten, und nun kompromittieren die beiden, nunmehr als falsche Chinesen, Sir Oakleigh, der eigentlich ein Zigeuner ist, mit seiner Vergangenheit in China, wo dieser ein Techtelmechtel mit einer asiatischen Schönheit hatte. Hope, die sich schon lange fĂŒr Billy entschieden hat und das Spiel durchschaut, wendet sich von Sir Oakleigh ab und will, angeblich zur SĂŒhne, einen der Chinesen, Billy eben, heiraten. Sir Oakleigh macht das wenig aus, hat er doch inzwischen mehr Gefallen an Reno gefunden. Moonface Martin muss zu seiner EnttĂ€uschung erfahren, dass er vom FBI von der Staatsfeind-Liste gestrichen wurde, darf sich aber mit Bonnie trösten. Und auch Hopes Mutter Evangeline Harcourt geht nicht leer aus; sie nimmt sich den Börsenmakler Elisha Whitney, dessen gelungenes BörsengeschĂ€ft ihn zum MillionĂ€r gemacht hat.
In den spÀteren Revivals wird aus Sir Evelyn Oakleigh ein Lord. Schlangenauges Braut Bonnie erhÀlt den Namen Erma.
Musiknummern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Titel | Darbietende | LĂ€nge[1] | Anmerkung zu verschiedenen Inszenierungen |
|---|---|---|---|
| Overture | Orchester | 4:08 | Medley aus Elementen der Lieder âAnything Goesâ, âYouâre the Topâ, âAll Through the Nightâ, âFriendshipâ und erneut âAnything Goesâ |
| I Get a Kick Out of You | Reno Sweeney | 2:14 | |
| (Thereâs No Cure Like Travel) / Bon Voyage | Matrose, MĂ€dchen, Schiffsmannschaft und Ensemble | 3:45 | zum Teil (Bsp. 2003) in drei Teilen: âThereâs No Cure Like Travelâ (1:14) â âBon Voyageâ (1:22) â âReprise: Thereâs No Cure Like Travelâ (1:09) |
| All Through the Night | Billy Crocker, Hope Harcourt und MĂ€nner | 3:56 | in den Inszenierungen von 1962, 1987, 2003 und 2011 in den II. Akt verschoben |
| Youâd Be So Easy to Love | Billy Crocker | 3:20 | 1934 aus dem Programm genommen, in die Inszenierungen von 1987, 2003 und 2011 wieder eingearbeitet als âEasy to Loveâ; 2003 unmittelbar gefolgt von 21-sekĂŒndiger Reprise |
| I Want to Row on the Crew | Elisha J. Whitney | 1:31 | eingefĂŒhrt in der Inszenierung von 1987, erneut verwendet 2003, fĂŒr 2011 umbenannt zu âThe Crew Songâ |
| Sailorâs Shanty (Thereâll Always Be A Lady Fair) | Matrosen-Quartett | 2:55 | nicht in der Inszenierung von 1962 enthalten |
| Where Are the Men? | Bonnie | ersetzt durch âHeaven Hopâ | |
| Youâre the Top | Reno Sweeney, Billy Crocker | 4:53 | in der Inszenierung von 2003 bereits vor Easy to Love platziert |
| Waltz Down the Aisle | Billy Crocker, Hope Harcourt | 1934 herausgenommen | |
| Friendship | Reno Sweeney, Moonface Martin | 3:02 | eingefĂŒhrt in der Inszenierung von 1962, nur 1962 auch von Billy Crocker mitgesungen |
| Itâs De-Lovely | Billy Crocker, Hope Harcourt | 4:40 | eingefĂŒhrt in der Inszenierung von 1962 |
| Anything Goes | Reno Sweeney und Ensemble | 4:30 | |
| Entrâacte | Orchester | 2:23 | Beginn des zweiten Aktes; zum Teil (Bsp. 2003) als Interlude bezeichnet |
| Public Enemy Number One | Captain, Zahlmeister und Ensemble | 1:51 | |
| Letâs Step Out | Bonnie | nur in der Inszenierung von 1962 enthalten | |
| What a Joy to be Young | Hope Harcourt | nur in der Inszenierung von 1934 enthalten, noch vor der Broadway-Premiere herausgenommen | |
| Letâs Misbehave | Reno Sweeney, Sir Evelyn | nur in der Inszenierung von 1962 enthalten | |
| Blow, Gabriel, Blow | Reno Sweeney und Ensemble | 7:16 | folgt in den Inszenierungen von 1987, 2003 und 2011 unmittelbar auf âPublic Enemy Number Oneâ |
| Goodbye, Little Dream, Goodbye | Hope Harcourt | 1:42 | nur in den Inszenierungen von 1987, 2003 und 2011 enthalten |
| Be Like the Bluebird | Moonface Martin | 2:15 | |
| Reprise: All Through the Night | Billy Crocker, Hope Harcourt | in den Inszenierungen von 1987, 2003 und 2011 findet sich erst hier die ursprĂŒngliche Version des Liedes (s. I. Akt), eine Reprise entfĂ€llt | |
| The Gypsy in Me | Hope Harcourt | 3:39 | in den Inszenierungen von 1987, 2003 und 2011 gesungen von Lord Evelyn Oakleigh |
| Buddie, Beware | Reno Sweeney | 3:09 | in den Inszenierungen von 1987 und 2011 gesungen von Erma und den Matrosen |
| Take Me Back to Manhattan | Reno Sweeney | nur in der Inszenierung von 1962 enthalten | |
| Finale: I Get a Kick Out of You | Reno Sweeney und Ensemble | 1:43 | ersetzte wĂ€hrend der Saison 1934 âBuddie Bewareâ; in fast allen folgenden Inszenierungen als Schlusslied dargeboten; 2011 durch ein neues Lied zur Melodie von âItâs De-Lovelyâ ersetzt |
| Bows: Anything Goes | Ensemble | 1:14 | 2003 als Zugabe wÀhrend der Verbeugungen dargeboten |
Verfilmungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anything Goes wurde 1936 vom Regisseur Lewis Milestone mit verÀndertem Score (Partitur) verfilmt. In den Hauptrollen waren Bing Crosby und Ethel Merman zu sehen.
Eine 1956er Anything Goes-Version von Robert Lewis, ebenfalls mit Bing Crosby, verwendet lediglich einige Songs aus dem Porter-Score.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Charles B. Axton, Otto Zehnder: Reclams MusicalfĂŒhrer. Reclam, Ditzingen 2004, ISBN 3-15-010560-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anything Goes in der Internet Broadway Database (englisch)
- Anything Goes The Stephen Sondheim Reference Guide (englisch)
- Anything Goes The Guide to Musical Theatre (englisch)
- Anything Goes www.felix-bloch-erben.de
- Anything Goes offers an embarrassment of theatrical riches Rezension im TIME Magazine vom 3. Dezember 1934 (der zweite Artikel) (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Angaben zur Lieddauer sind exemplarisch dem 2003 London Cast Recording entnommen. Je nach AuffĂŒhrung und Aufzeichnung schwanken die Zeitangaben ggf. leicht.