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Arbeiterpartei

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Arbeiterparteien sind politische Parteien, die den Anspruch erheben, die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Sie sind damit der politische Teil der Arbeiterbewegung.

ZusammenschlĂŒsse von Arbeitern, um politische Interessen durchzusetzen, entstanden erstmals im VormĂ€rz, als die Arbeiter aufgrund schlechter Sozial- und Arbeitsbedingungen begannen, ihre Interessen zu artikulieren und von denen des liberalen BĂŒrgertums abzugrenzen. Diese ersten ZusammenschlĂŒsse hießen zunĂ€chst Arbeitervereine. Um ihren Forderungen grĂ¶ĂŸeren Nachdruck zu verleihen, schlossen sich in Deutschland insbesondere wĂ€hrend der Revolutionsjahre 1848 und 1849 zahlreiche Vereine zu grĂ¶ĂŸeren Sammlungsbewegungen, etwa dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), zusammen. Solche Sammlungsbewegungen gelten heute als direkte VorlĂ€ufer der sozialistischen beziehungsweise sozialdemokratischen (Arbeiter-)Parteien. Im Jahr 1869 entstand die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei.[1] Der Tradition folgend setzten sich die Arbeiterparteien in erster Linie fĂŒr eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer Lösung der „sozialen Frage“ ein.

International organisierten sich die Arbeiterparteien gemeinsam mit sozialistischen Parteien und einigen Gewerkschaften im Jahre 1889 in der Sozialistischen Internationale.

Daneben gab es zahlreiche Bewegungen, die einen Umsturz und eine sozialistische Gesellschaftsordnung anstrebten. Dies fĂŒhrte dazu, dass auch innerhalb der Arbeiterparteien gemĂ€ĂŸigte und radikale FlĂŒgel entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg trennten sich diese FlĂŒgel oft in sozialistische bzw. sozialdemokratische und kommunistische Parteien (vgl. etwa USPD und MSPD).

Der Wandel des SelbstverstĂ€ndnisses einer Arbeiterpartei kann mit einer Änderung ihres Namens einhergehen. So hieß in Österreich die SPÖ, eine der beiden großen Parteien, bis 1934 Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) und von 1945 bis 1991 Sozialistische Partei Österreichs, danach Sozialdemokratische Partei Österreichs. Obwohl seit den 1990er Jahren eine Tendenz zur bĂŒrgerlichen Mitte feststellbar ist, versteht sich die SPÖ aber nach wie vor als eine Arbeiterpartei.

„Arbeiterparteien“ der politischen Rechten

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Neben den erwĂ€hnten, politisch links stehenden Gruppierungen gab es auch im national-konservativen und faschistischen Lager Organisationen, die sich „Arbeiterpartei“ nannten. Beispiele sind in Deutschland die Deutsche Arbeiterpartei und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sowie die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei, in Österreich die Deutsche Arbeiterpartei (Österreich-Ungarn) sowie die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei. Diese konnten zwar auch viele Arbeiter als Mitglieder gewinnen, hatten mit der zuvor beschriebenen Arbeiterbewegung jedoch nichts zu tun.

  • Ralf Hoffrogge: Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland: Von den AnfĂ€ngen bis 1914. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-89657-655-2.
  • Axel Kuhn: Die deutsche Arbeiterbewegung. 2004, ISBN 3-15-017042-7.
  • Peter Röben: Historische Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland. 2006.
Wiktionary: Arbeiterpartei – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Klaus Goch: Eleanor Marx (1855–1898). In: Luise F. Pusch (Hrsg.): Töchter berĂŒhmter MĂ€nner. Neun biographische PortrĂ€ts. Insel, Frankfurt am Main 1988 (= Insel Taschenbuch. Band 979), S. 275–348, hier: S. 289.