Arbeiterpartei
Arbeiterparteien sind politische Parteien, die den Anspruch erheben, die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Sie sind damit der politische Teil der Arbeiterbewegung.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ZusammenschlĂŒsse von Arbeitern, um politische Interessen durchzusetzen, entstanden erstmals im VormĂ€rz, als die Arbeiter aufgrund schlechter Sozial- und Arbeitsbedingungen begannen, ihre Interessen zu artikulieren und von denen des liberalen BĂŒrgertums abzugrenzen. Diese ersten ZusammenschlĂŒsse hieĂen zunĂ€chst Arbeitervereine. Um ihren Forderungen gröĂeren Nachdruck zu verleihen, schlossen sich in Deutschland insbesondere wĂ€hrend der Revolutionsjahre 1848 und 1849 zahlreiche Vereine zu gröĂeren Sammlungsbewegungen, etwa dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), zusammen. Solche Sammlungsbewegungen gelten heute als direkte VorlĂ€ufer der sozialistischen beziehungsweise sozialdemokratischen (Arbeiter-)Parteien. Im Jahr 1869 entstand die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei.[1] Der Tradition folgend setzten sich die Arbeiterparteien in erster Linie fĂŒr eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer Lösung der âsozialen Frageâ ein.
International organisierten sich die Arbeiterparteien gemeinsam mit sozialistischen Parteien und einigen Gewerkschaften im Jahre 1889 in der Sozialistischen Internationale.
Daneben gab es zahlreiche Bewegungen, die einen Umsturz und eine sozialistische Gesellschaftsordnung anstrebten. Dies fĂŒhrte dazu, dass auch innerhalb der Arbeiterparteien gemĂ€Ăigte und radikale FlĂŒgel entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg trennten sich diese FlĂŒgel oft in sozialistische bzw. sozialdemokratische und kommunistische Parteien (vgl. etwa USPD und MSPD).
Der Wandel des SelbstverstĂ€ndnisses einer Arbeiterpartei kann mit einer Ănderung ihres Namens einhergehen. So hieĂ in Ăsterreich die SPĂ, eine der beiden groĂen Parteien, bis 1934 Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) und von 1945 bis 1991 Sozialistische Partei Ăsterreichs, danach Sozialdemokratische Partei Ăsterreichs. Obwohl seit den 1990er Jahren eine Tendenz zur bĂŒrgerlichen Mitte feststellbar ist, versteht sich die SPĂ aber nach wie vor als eine Arbeiterpartei.
âArbeiterparteienâ der politischen Rechten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben den erwĂ€hnten, politisch links stehenden Gruppierungen gab es auch im national-konservativen und faschistischen Lager Organisationen, die sich âArbeiterparteiâ nannten. Beispiele sind in Deutschland die Deutsche Arbeiterpartei und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sowie die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei, in Ăsterreich die Deutsche Arbeiterpartei (Ăsterreich-Ungarn) sowie die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei. Diese konnten zwar auch viele Arbeiter als Mitglieder gewinnen, hatten mit der zuvor beschriebenen Arbeiterbewegung jedoch nichts zu tun.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ralf Hoffrogge: Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland: Von den AnfÀngen bis 1914. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-89657-655-2.
- Axel Kuhn: Die deutsche Arbeiterbewegung. 2004, ISBN 3-15-017042-7.
- Peter Röben: Historische Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland. 2006.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Klaus Goch: Eleanor Marx (1855â1898). In: Luise F. Pusch (Hrsg.): Töchter berĂŒhmter MĂ€nner. Neun biographische PortrĂ€ts. Insel, Frankfurt am Main 1988 (= Insel Taschenbuch. Band 979), S. 275â348, hier: S. 289.