Artnet
| artnet AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000A1K0375 |
| GrĂŒndung | 1998 |
| Sitz | Berlin, |
| Leitung | Jacob Pabst[1] |
| Mitarbeiterzahl | 112 (2024)[2] |
| Umsatz | 22,2 Mio. EUR (2024)[2] |
| Branche | Internetdienstleister, Kunsthandel |
| Website | artnet.de |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Die Artnet AG ist ein börsennotierter Online-Dienstleister fĂŒr den internationalen Kunsthandel. Die Hauptniederlassungen des Unternehmens sind in Berlin und New York mit Zweigstellen in der Volksrepublik China, GroĂbritannien und Russland.
GeschÀftsmodell
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die GeschĂ€ftsidee ist es, den Kunstmarkt in den Bereichen Bildende Kunst, Angewandte Kunst und Design durch möglichst umfassende Informationen ĂŒber Preisentwicklungen und Markttendenzen transparent zu machen.
Dienstleistungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]KernstĂŒck dieses GeschĂ€ftsmodells sind die Preisdatenbanken von Artnet. Die Artnet Price Database Fine Art and Design und Price Database Decorative Art umfassen nach Unternehmensangaben etwa sieben Millionen Auktionsergebnisse von mehr als 700 internationalen AuktionshĂ€usern. Die Price Database Fine Art and Design enthĂ€lt Auktionsergebnisse seit 1985, die Verkaufsresultate in der Price Database Decorative Art beginnen mit dem Jahr 2000. Ăber die Preisdatenbanken lassen sich online Marktpreise und langfristige Preisentwicklungen von Kunstwerken recherchieren. Beide Datenbanken sind ĂŒber monatliche Abonnements zugĂ€nglich.
Zweites Kernprodukt ist das Galeriennetzwerk Artnet Galerien, zu dem gegenwĂ€rtig rund 2000 internationale Galerien mit ihren KĂŒnstlern und Werken gehören. Die Galerien und die KĂŒnstler zahlen fĂŒr ihre PrĂ€senz einen monatlichen Beitrag.
Diese Dienstleistungen werden ergÀnzt durch die Online-Auktionsplattform Artnet Auctions, auf der Bildende Kunst und Design ersteigert und zum Verkauf angeboten werden können: Die Angebote werden jeweils nur wenige Tage prÀsentiert.[3]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1989â1995
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Unternehmen wurde 1989 gegrĂŒndet. Das erste Produkt war eine mit digitalen Illustrationen versehene Datenbank, die Auktionspreise fĂŒr Kunstwerke enthielt. Sammler und HĂ€ndler erhielten damit einen schnellen Ăberblick ĂŒber die Preisentwicklungen auf dem Kunstmarkt. Daten und Bilder konnten per Modem ĂŒber eine proprietĂ€re Software abgerufen werden. 1995 wurde der ehemalige KunsthĂ€ndler Hans Neuendorf, einer der MitbegrĂŒnder von Artnet, zum CEO berufen.
Ab 1996
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1996 wurde die Preisdatenbank ins Internet ĂŒbertragen und lieĂ sich nun plattformunabhĂ€ngig nutzen. Auf der Website von Artnet können die DatenbestĂ€nde seitdem online durchsucht werden. artnet Galerien, das artnet Magazine (2004â2012[4]) und weitere Informationsdienste erweiterten die Website zu einer Online-Plattform fĂŒr Sammler, HĂ€ndler und andere Akteure des Kunstmarktes. Die Artnet Worldwide Corp. ging 1998 als hundertprozentige Tochtergesellschaft in der Artnet.com AG auf, die 1998 in Deutschland errichtet wurde. 1999 erfolgte die Erstnotierung des Unternehmens am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse.
Im Jahr 2000 unternahm artnet den Versuch, als zusĂ€tzliche Dienstleistung Online-Auktionen fĂŒr Kunst anzubieten. Das Konzept konnte sich jedoch zu diesem Zeitpunkt am Markt nicht durchsetzen. 2002 Ă€nderte das Unternehmen seinen Namen in Artnet AG. Im Oktober 2002 verlieĂ die Artnet AG den Neuen Markt und war zunĂ€chst am Geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Seit Februar 2007 ist das Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.
Seit Juli 2012 ist Jacob Pabst, Sohn von Hans Neuendorf, neuer Vorstandsvorsitzender. Vorsitzender des Aufsichtsrates war seit 2013 Hans Neuendorf.[1] Im Dezember 2020 wurde sein vormaliger Stellvertreter, der Berliner Jurist Pascal Decker, zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewÀhlt.
Kooperationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Herbst 2004 schloss artnet eine Kooperation mit dem international tĂ€tigen Auktionshaus Sothebyâs. Im Sommer 2007 begann die Zusammenarbeit mit der Art Basel / Art Basel Miami Beach. Bestandteil dieser Kooperation ist eine virtuelle VerlĂ€ngerung dieser Kunstmesse, wodurch ausgestellte Werke ĂŒber das Messeende hinaus auf der Firmenhomepage zugĂ€nglich sind. Im Oktober 2008 schloss artnet eine Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen (BVDG).
Es bestehen weitere Kooperationen mit Kunstmessen (beispielsweise ARCO Madrid, Art Cologne, Art ĂlysĂ©es und Design ĂlysĂ©es), mit der Fachzeitschrift Eikon und The Art Newspaper sowie mit dem Museum Kunstpalast.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gabi Czöppan: Kultur: âEine Wirtschaftskrise wĂŒrde uns nĂŒtzenâ. In: Focus. 44 (2008), 27. Oktober 2008 (Interview mit Hans Neuendorf).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Vorstand und Aufsichtsrat. In: artnet.de. Abgerufen am 5. MÀrz 2019.
- 1 2 GeschÀftsbericht 2024. (pdf; 6,4 MB) In: artnet.de. Abgerufen am 16. Januar 2026.
- â Georg Meck: Im GesprĂ€ch: Hans Neuendorf, Artnet-Vorstand: âWarhol ist eine sehr spekulative Anlageâ. In: faz.net. 31. August 2011, abgerufen am 4. Februar 2022.
- â Artnet Magazine. 27. MĂ€rz 2014, archiviert vom am 27. MĂ€rz 2014; abgerufen am 18. April 2026.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
