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Aswang

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Ein Aswang (oder Asuwang) ist ein leichenfressendes Wesen der philippinischen Mythologie. In anderen Gebieten ist der Aswang eine vampirĂ€hnliche Kreatur, die mit ihrer langen, dĂŒnnen und hohlen Zunge die Babys im Mutterleib einer schlafenden Schwangeren aussaugt.

Der Mythos des Aswang ist besonders in den Regionen der westlichen Visayas verbreitet. Zudem wird erzĂ€hlt, dass diese Wesen gerne kleine Kinder verspeisen sollen. Die bevorzugten Körperteile sind dabei die Leber und das Herz. Andere lokale Bezeichnungen fĂŒr eine solche Gestalt, speziell in Capiz, sind Tik-tik und Wak-wak.

Der Glaube an einen Aswang ist vor allem in den Visayas und hier besonders in den westlichen Provinzen wie Capiz, Iloilo und Antique sehr gegenwĂ€rtig. Dort werden die Geschichten ĂŒber Aswangs allerdings nicht nur wegen ihres Unterhaltungswertes weitergegeben. MĂŒtter erzĂ€hlen ihren Kindern diese Schauergeschichten, um sie davon abzuhalten, des Nachts auf der Straße herumzustrolchen.

Die Bezeichnung Aswang wird zeitweise auch allgemein fĂŒr alle Typen von Manananggals (Vampirwesen), Formwandler, Werwölfe und Monster verwendet. Ein Aswang wird dabei oft mit einem Manananggal gleichgesetzt, obwohl beide unterschiedlich sind. Einige Wesensmerkmale und Eigenschaften des Aswang variieren von Volksgruppe zu Volksgruppe. Sie leben dem Vernehmen nach ĂŒblicherweise in der NĂ€he von Bergen und halten sich von StĂ€dten fern. Aswang besitzen tagsĂŒber ein menschliches Erscheinungsbild und können dem mĂ€nnlichen oder weiblichen Geschlecht angehören, wobei sie in den meisten Gebieten vornehmlich als Frauen auftreten. Damit stehen sie in einer Beziehung zu den indischen Rakshasas, die mit der Ausbreitung der hinduistischen Mythologie nach Indonesien gelangten. Verwandte mythische Figuren sind die Penanggalan und die Krasue in Thailand. In persisch-arabischen Mythen kommt ein leichenfressender Ghul vor.

Die Provinz Capiz auf der Insel Panay ist auf den Philippinen eine Hochburg der Geschichten ĂŒber Aswangs, sowie anderer sagenumwobener und mystischer Gestalten, wie Kobolde, Ghule, Manananggals, riesige Pferdemenschen (Tikbalang) und anderer Monster, die man sich dort erzĂ€hlt und die die lokalen BoulevardblĂ€tter fĂŒllen. Capiz wird, ungerechterweise, nachgesagt, unzĂ€hlige Aswangs und Hexenzirkel zu beherbergen, da viele aberglĂ€ubische Leute in dieser Region nach wie vor an die Existenz dieser Geschöpfe glauben. Aus diesem Grund werden oft Fenster und ganze RĂ€ume mit Knoblauchzwiebeln behangen, mit Weihwasser prĂ€pariert und mit weiteren Utensilien geschmĂŒckt, die diese bösen Kreaturen abwehren sollen.

Gestalt und Eigenschaften

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Ein Aswang ist am Tag ein normales Mitglied der Gesellschaft, das als Metzger, Bestatter oder TotengrĂ€ber einer regelmĂ€ĂŸigen Arbeit nachgeht, dessen TĂ€tigkeit jedoch in Zusammenhang mit totem Fleisch steht. In den meisten Regionen taucht ein Aswang jedoch in weiblicher Gestalt auf. Das Markenzeichen oder die Besonderheit eines Aswangs, das ihn von anderen mythologischen Gestalten der Philippinen unterscheidet, ist seine Neigung, den gestohlenen Kadaver verschwinden zu lassen, indem er in den Stamm einer Bananenstaude das Abbild des Kadavers einritzt.

Aswangs haben in ihrer menschlichen Gestalt ein zeitloses Erscheinungsbild, sie zeigen ein ruhiges, scheues und eigentĂŒmliches Verhalten. Üblicherweise streift der Aswang in der Dunkelheit umher und sucht nach einer Möglichkeit, in HĂ€user zu gelangen, in denen ein Leichnam aufgebahrt ist, da er dessen toten Körper zu stehlen versucht. In anderen Geschichten saugen Aswangs das Blut ungeborener Kinder aus dem Uterus der schlafenden Mutter. Nach einer solchen Mahlzeit ist der Bauch des Ungeheuers so dick, wie der einer Hochschwangeren. Gleichsam populĂ€r ist der Glaube, ein Aswang könne den Schatten eines Menschen auflecken, woraufhin der Betroffene stirbt.

Sie können durch zwei Zeichen von normalen Menschen unterschieden werden. Zum einen besitzen sie blutunterlaufene Augen, was die nÀchtelange Suche nach Opfern mit sich bringt. Zum anderen erscheint die Bildreflexion, die man in seinen Augen erblickt, angeblich auf dem Kopf stehend.

Laut der Überlieferungen verfĂŒgt der Aswang ĂŒber die Möglichkeit, sich von einem Menschen in ein Tier und zurĂŒck zu verwandeln. Aswangs haben die FĂ€higkeit, die Gestalt anderer Tiere annehmen zu können, wie Hunde, Katzen, FledermĂ€use und Schlangen. Ein Aswang kann sich weiterhin in ein Schwein oder einen schwarzen Vogel verwandeln. WĂ€hrend ihrer nĂ€chtlichen AktivitĂ€ten sind ihre FĂŒĂŸe angeblich nach hinten gerichtet und ihre ZehnĂ€gel stehen ab.

Tik-tik und Wak-wak

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Eine Abwandlung des Aswang ist der Tik-tik, der sich bei Nacht in einen großen Vogel oder eine Fledermaus verwandelt. Der Tik-tik streunt danach in dieser Gestalt herum und sieht sich nach schlafenden schwangeren Frauen um. Hat er sein Opfer entdeckt, lĂ€sst er sich nieder und streckt seinen sehr langen hohlen RĂŒssel in die GebĂ€rmutter. Dort leckt er das Baby, um es zu töten, wobei ein Laut zu vernehmen ist, der sich nach tik-tik anhört.

In manchen ErzÀhlungen ist der Tik-tik ein Vertrauter des Aswangs, der die Leute durch sein tik-tik-GerÀusch verwirren soll. Wenn sich der Aswang in der NÀhe befindet, wird der Laut leiser, so dass man denken soll, der Aswang wÀre noch weit weg.

Auf Cebu ist fĂŒr eine solche Kreatur der Begriff Wak-wak oder Wuk-wuk gelĂ€ufig. Die Legenden ĂŒber den Wak-wak und den Tik-tik sind nahezu dieselben, nur dass man sich von dem Wak-wak erzĂ€hlt, er wĂŒrde bei seiner Verwandlung in eine Vogelform seinen unteren Körperteil abwerfen, so wie der Manananggal, ein anderes Vampirwesen der philippinischen Mythologie. Der Schrei eines Nachtvogels, der sich nach "wuk-wuk-wuk" anhört, wird als der Ruf dieses Monsters angesehen und löst bei aberglĂ€ubigen Dorfbewohnern Angst aus. Wie der Tik-tik wird der Schrei des Wak-wak leiser, je nĂ€her der Aswang herankommt.

Agitot und Sigbin

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In Panitan (Panit'an) Capiz, gibt es darĂŒber hinaus die Sage von dem Dangga oder Agitot. Diese Abart des Aswang hat einen amĂŒsanten Aspekt, denn man sagt ĂŒber ihn, er hĂ€tte die Gestalt eines hĂŒbschen homosexuellen Mannes, der in der Nacht wie ein Vampir Frauen jagt, um ihr frisches Blut zu trinken.

Ein anderer Vertrauter ist der Sigbin oder Zegben. Über ihn heißt es, er wĂ€re eine andere Erscheinungsform des Aswang wĂ€hrend andere AberglĂ€ubige behaupten, es wĂŒrde sich bei ihm um einen GefĂ€hrten des Tik-tik handeln. Sein Aussehen scheint dem Chupacabra Mittelamerikas und dem Tasmanischen Teufel zu gleichen, mit Ausnahme des fleckigen Fells. Angeblich verfĂŒgt dieses Geschöpf ĂŒber ein breites Maul mit langen FangzĂ€hnen.

Abwehrmöglichkeiten

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Es wird behauptet, man kann die Anwesenheit eines Aswang mittels einer Flasche eines bestimmten Öls erkennen, das aus gekochten und abgegossenen Kokosnussfleisch extrahiert und mit verschiedenen Pflanzenhalmen vermischt wird, wobei besondere Gebete aufgesagt werden mĂŒssen. Kommt der Aswang nĂ€her oder umstreift in der Nacht das eigene Haus, dann soll das Öl anfangen zu kochen oder aufzuschĂ€umen. Die Reaktion dauert so lange an, bis sich der Aswang wieder entfernt hat.

Eine sehr effektive Waffe gegen diese Geschöpfe ist laut dem Volkstum das Buntot Pagi, eine kleine Stachelpeitsche. Diejenigen, die tapfer genug sind, einem Aswang im Kampf gegenĂŒberzutreten, können ebenso ein glĂ€nzendes Schwert aus reinem Silber oder ein Bildnis eines alten Weibes (einer Großmutter) verwenden, um dieses Wesen zu vertreiben. Der Mythos, dass silberne Waffen bösartige Kreaturen zu verjagen vermögen, wurde vermutlich der westlichen Legendenwelt entnommen. Handelt es sich bei dem Aswang um einen Agitot, so kann man diese Untiere durch eine frisch zubereitete SamenflĂŒssigkeit aufhalten, die dem Agitot in den Weg geschĂŒttet oder gewischt wird. Der Agitot wird die FlĂŒssigkeit auflecken, bevor er sein Opfer weiter verfolgt.

Eine weitere Abwehrmöglichkeit ist das Werfen von Salz, das die Haut des Aswang, aufgrund der reinigenden FÀhigkeit, die den Salzkristallen in der Hexenkunst nachgesagt werden, verbrennen wird. Mit "Salz" ist dabei eine Kombination von verschiedenen Alkalisalzen gemeint, nicht Tafelsalz alleine. Hypochlorite und andere Salzarten haben hingegen wohl den gleichen Effekt in Bezug auf einen Aswang.

Berichte und Darstellungen

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Wie die Geschichten ĂŒber UFOs, sind Schilderungen ĂŒber Aswangs eine der beliebtesten Artikel in SensationsblĂ€ttern und Boulevardzeitungen auf den Philippinen. Dies gilt insbesondere, wenn dabei Grabraubungen, KindesentfĂŒhrungen und Menschen mit exzentrischen oder eigentĂŒmlichen Eigenarten sowie andere unerklĂ€rbare Begebenheiten im Spiel sind. Es ist bei diesen Geschichten zu beachten, dass es in den Provinzen nach wie vor zahlreiche aberglĂ€ubige Menschen gibt, die noch immer von der Existenz dieser Gestalten ĂŒberzeugt sind.

Buch, Film, Fernsehen und Games

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  • Science-Fiction-Fernsehserie: Freaky Links Sender: FOX

In der kurzlebigen Fernsehserie Freaky Links bekommen es die Protagonisten in einer Episode mit einem Aswang zu tun. Unabsichtlich wird die Inkarnation dieser Kreatur aus einer mysteriösen Box befreit. Ohne eine Gestalt zu haben, macht sie sich im Schatten verbleibend auf und wandert auf der Suche nach Opfern umher. Anstatt tote Körper zu entwenden, stiehlt diese Kreatur den Schatten der Menschen und damit deren Lebenskraft.

  • Buch: One! Hundred! Demons!, Autorin: Lynda Barry

In Lynda Barrys Buch One! Hundred! Demons! (Ein! Hundert! DÀmonen!) befasst sich ein Kapitel mit Aswangs. In ihrer Version ist der Aswang wÀhrend des Tages ein Hund, dessen Hinterbeine lÀnger sind als die vorderen. WÀhrend der Nacht verwandelt es sich in eine Frau, die ihre Beine abwirft und auf der Suche nach Beute umherfliegt.

  • Film: Aswang (USA 1992), Regie: Wrye Martin, Barry Poltermann

In dem amerikanischen Horrorfilm Aswang (anderer Titel: The Unearthing), geht es um eine junge ledige, schwangere Frau, der eine Offerte unterbreitet wird, die sie nicht ablehnen kann. Ihr wird von einem jungen reichen Mann, Mr. Peter Null, angeboten, gegen einen großen Geldbetrag seine Frau zu mimen, weil dies der Wunsch seiner sterbenden Mutter wĂ€re. Was sie nicht weiß, ist, dass es sich bei dem Mann und seiner Familie um menschliche Fassaden von Aswangs handelt, die es auf ihr Baby abgesehen haben. Die Aswangs in diesem Film laben sich an ungeborenen Föten, deren Blut sie mit ihrer langen röhrenförmigen Zunge auflecken.

  • Mystery-Serie: Lost Girl (seit 2010–2015), Produktionsunternehmen: Prodigy Pictures, Shaw Media

In der Folge 1x06 Was giftig ist, isst man nicht kommt eine Aswang vor. Dieses Volk ernÀhrt sich von menschlichen Leichen, welche vom örtlichen Bestattungsunternehmen geliefert werden. Wegen ihres starken Immunsystems können sie auch problemlos schwer verseuchte Nahrung, z. B. durch Ebola oder Pest, zu sich nehmen. Dadurch wird auch die weitere Verbreitung solcher Krankheiten eingeschrÀnkt.

  • Grimm: 03x14 "Die Opfergabe", NBC (7. MĂ€rz 2014)

Im Zentrum dieser Folge der Mythen- und MĂ€rchenserie Grimm steht ein Aswang im Mittelpunkt des Geschehens. Detective Burkhardt und Griffin helfen einer schwangeren Frau die von einem Aswang angegriffen wurde. Die Frau war mit ihrem Mann auf Anraten eines Polizeikollegen von Dt. Burkhardt von den Philippinen nach Portland gezogen.

  • Buch: Torn into Pieces (Oktober 2021), Autorin: Mo Schneyder

Die deutsch-philippinische Autorin Mo Schneyder beschreibt in ihrer auf Deutsch erschienen Gothic Novel "Torn into Pieces" einen Aswang, speziell einen Manananggal, der Menschen die inneren Eingeweide und auch einen ungeborenen Fötus aus dem Körper einer Schwangeren mit seiner langen Zunge aussaugt. Der aus den Philippinen gekommene Aswang treibt sein Unwesen auf einem Chùteau in Frankreich.

  • Buch: AERA 2 - Die schwĂ€rzeste Macht (MĂ€rz 2022), Autor: Markus Heitz

In Markus Heitz Buch AERA 2 (Die schwĂ€rzeste Macht) wird ein Aswang als Racheengel (Seraph) ausgegeben, im Kampf und Intrigen verschiedener Gottheiten. In dieser Version ist der Aswang ein Gestaltenwandler, der mal als Wolf, mal als engelsĂ€hnliches FlĂŒgelwesen agiert. Es wird getötet durch Durchtrennen des RĂŒckgrats. Im Buch wird verwiesen auf die Philippinen als den Ursprung der Aswang.

Videospiel: Phasmophobia, Herausgeber: Kinetic Games

Im Rahmen des Alan Wake Events am 12. Mai 2026 wurden auch zwei neue Geister in diesem Spukspiel eingefĂŒhrt, darunter auch der Aswang.

Weitere Gestalten

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  • Manananggal
  • Multo
  • Kapre
  • Tikbalang
  • Mantahungal
  • Nuno sa Punso
  • Kataw
  • Bungisngis
  • Bakonawa
  • Tahamaling
  • Ada
  • Batibat
  • Sigbin
  • Buso
  • Pugot
Commons: Aswang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien