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Austria Campus

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Austria Campus

Der Austria Campus (ursprĂŒnglich: Unicredit Bank Austria Campus) ist ein aus sechs BĂŒrokomplexen bestehender Unternehmensstandort im zweiten Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt. Der Campus hat eine BruttogeschoßflĂ€che von 200.000 mÂČ und ist ein wesentlicher Teil des Stadtentwicklungsgebiets Nordbahnviertel.[1]

2011 erwarb die Unicredit Bank Austria fĂŒnf Baufelder im SĂŒden des Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof von den Österreichischen Bundesbahnen. Die auf zwölf Unternehmensstandorte verteilte Belegschaft der Konzerngesellschaften der Bank (etwa in der Schottengasse und am Julius-Tandler-Platz) sollte dort in zwei GebĂ€uden zusammengefĂŒhrt werden.[2][3] Die vier weiteren BĂŒrokomplexe sollten Investoren und Nutzern zur VerfĂŒgung gestellt werden.[4] 2011 wurde ein stĂ€dtebaulicher Wettbewerb mit 13 geladenen Teilnehmern zur Gestaltung des Areals ausgelobt.[5] 2012 entschied der Entwurf des Architekturstudios um Boris Podrecca den Wettbewerb fĂŒr sich.[6]

Im Sommer 2014 ĂŒbernahm ein Konsortium aus der Signa Holding rund um RenĂ© Benko und dem Investor Ronny Pecik den gesamten Standort von der Unicredit Bank Austria. Zwei Monate spĂ€ter stieg Pecik aus, die Signa war somit ab November 2014 AlleineigentĂŒmer.[7] Zu diesem Zeitpunkt wurde das Projekt in Austria Campus umbenannt.

Im Dezember 2014 erfolgte der Spatenstich.[8] Bereits im MĂ€rz 2016 wurde berichtet, dass die Signa das Projekt an einen deutschen Immobilienfonds abstoßen werde.[8] Im Oktober 2017 wurden drei Bauteile des Austria Campus im Zuge eines „Forward Deals“ (GrundstĂŒcksverkauf mit der Verpflichtung des VerkĂ€ufers zur Errichtung eines GebĂ€udes) an die internationale Investorengruppe PGIM Real Estate verkauft. Mit einem Volumen von ĂŒber 500 Millionen Euro war es die grĂ¶ĂŸte Immobilientransaktion des Jahres 2017 in Österreich.[9]

Die Entwicklung blieb nicht ohne Kritik. Kritisch bewertet wurde etwa, dass die Bank Austria die beiden selbst genutzten GebĂ€ude nicht auch in Eigenregie entwickelte. Als eigener Hauptmieter hĂ€tte sie damit von der Wertsteigerung des Projektes selbst profitiert.[8] Weiters musste das gesamte Projekt aufgrund des „Verscherblungs-Domino“ trotz finanzkrĂ€ftiger Investoren „grenzwertig billig kalkuliert“ umgesetzt werden, was auch fĂŒr Kritik vom ausfĂŒhrenden Architekten Podrecca sorgte.[10]

Ende 2017 erwarb die Wirtschaftskammer Wien (WKW) das CampusgebĂ€ude 1, um dort Ende 2018 an der Straße der Wiener Wirtschaft ihre neue Zentrale zu beziehen. Alle zehn Standorte alten Standorte der Kammer, vor allem das traditionsreiche Haupthaus am Stubenring, wurden sukzessive aufgelassen.[11] Die Übersiedlung fand bis April 2019 statt.[12]

Am 13. September 2018 wurde die Zentrale der Unicredit Bank Austria am Rothschildplatz 1 auf rund 60.000 mÂČ BĂŒroflĂ€che eingeweiht. Über 5000 Mitarbeiter mehrerer Konzerngesellschaften, die zuvor an zwölf Standorten arbeiteten, wurden in der neuen Konzernzentrale zusammengefĂŒhrt.[3][13]

Architektonische Grundlage fĂŒr die Errichtung des Austria Campus bildeten zwei stĂ€dtebauliche Wettbewerbe. Den Wettbewerb von 2011 fĂŒr das Gesamtprojekt konnten die PlĂ€ne des ArchitekturbĂŒros Boris Podrecca fĂŒr sich entscheiden. FĂŒr das Kopfbauwerk Richtung Praterstern wurde ein gesonderter Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Er konnte 2013 von Soyka / Silber / Soyka Architekten fĂŒr sich entscheiden werden.[14][15][16]

Durch das Campusareal verlaufen zwei prĂ€gnante Straßensichtachsen. Richtung Norden wird der Blick ĂŒber die Bruno-Marek-Allee auf den Millennium Tower gelenkt. Im Nordosten ĂŒber der Walcher Straße ist der DC-Tower in der Donaustadt zu sehen. Viele GebĂ€ude wurden auf V-förmigen Pfeilern errichtet, die „hypothetische PlĂ€tze“ bilden und einen durchlĂ€ssigen, aber strukturierten öffentlichen Raum bilden sollen.[5]

Auf dem Areal befindet sich neben den Unternehmenssitzen ein Business-Hotel mit angeschlossenem Konferenzzentrum, ein 3000 mÂČ großer Kindergarten sowie ein Diskontsupermarkt.[17][18] Im CampusgebĂ€ude 6 befindet sich auf 10.000 mÂČ FlĂ€che ein Kantinenbetrieb mit 1800 SitzplĂ€tzen. Weitere Gastronomieanbieter finden sich in der Erdgeschoßzone. Im CampusgebĂ€ude 3 befindet sich ein Ärzte- und Gesundheitszentrum.[19]

Der Austria Campus verwendet ein Geothermie-Heiz- und KĂŒhlsystem, das mit einem Leitungsnetz von rund 250.000 Laufmetern ausgestattet ist. Das System zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Geothermieanlagen Europas. Es erreicht eine Gesamtheizleistung von etwa 3000 kW pro Jahr. Die Geothermieanlage wird sowohl zur Beheizung als auch zur KĂŒhlung der BĂŒrogebĂ€ude genutzt.[20][21]

Lage, öffentliche Verkehrsanbindung

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Das Areal liegt im SĂŒden des Stadtentwicklungsgebiets Nordbahnviertel im zweiten Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. Es ist ĂŒber den Verkehrsknotenpunkt Praterstern (Bahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn) und die U-Bahn-Station Vorgartenstraße der Linie U1 an den hochrangigen öffentlichen Nahverkehr angebunden. Weiters ist es mit der Straßenbahnlinie O und der Buslinie 82A erreichbar.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Martin Putschögl: Boris Podrecca baut Wiener UniCredit-BA-Campus. In: Der Standard. 31. Januar 2012, abgerufen am 16. November 2024.
  2. ↑ Podrecca baut am ehemaligen Nordbahnhof. In: ORF. 31. Januar 2012, abgerufen am 15. November 2024.
  3. 1 2 5000 Mitarbeiter an einem Standort: Bank Austria eröffnet neue Zentrale. In: Die Presse, 14. September 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  4. ↑ Wien Leopoldstadt: Neue Bank Austria Zentrale von Architekt Podrecca. In: Die Presse. 13. MĂ€rz 2018, abgerufen am 15. November 2024.
  5. 1 2 Matthias Boeckl: Boris Podrecca, Austria Campus. In: Architektur Aktuell. 7. Mai 2020, abgerufen am 16. November 2024.
  6. ↑ UniCredit Bank Austria Campus in Wien. In: wa – wettbewerbe Aktuell. Nr. 3/2012, MĂ€rz 2012, S. 24.
  7. ↑ Benko alleiniger EigentĂŒmer der kĂŒnftigen Bank-Austria-Zentrale. Standard.at
  8. 1 2 3 Reinhard Göweil: Unicredit Benko Austria. In: Wiener Zeitung. 18. MÀrz 2016, abgerufen am 15. November 2024.
  9. ↑ GrĂ¶ĂŸter Immo-Deal des Jahres: Signa verkauft Austria Campus um 500 Mio. Euro. In: Die Presse. 13. MĂ€rz 2018, abgerufen am 16. November 2024.
  10. ↑ Maik Novotny: Architekt Podrecca: Die Probleme am Praterstern und Austria Campus. In: Der Standard. 15. MĂ€rz 2020, abgerufen am 15. November 2024.
  11. ↑ Wirtschaftskammer legt Standorte zusammen ORF am 13. Dezember 2017
  12. ↑ Wirtschaftskammer eröffnete neuen Sitz. wien.orf.at, 30. April 2019, abgerufen am 22. Mai 2019.
  13. ↑ Sabine Krammer: Erste Einblicke in den Austria Campus. In: Mein Bezirk. BZ Wiener Bezirkszeitung GmbH, 25. Mai 2018, abgerufen am 16. November 2024.
  14. ↑ Architekturwettbewerb (architekturwettbewerb.at)
  15. ↑ Realisierungswettbewerb BĂŒrohaus Austria Campus, Wien. (Memento vom 9. Januar 2018 im Internet Archive) Architekturjournal zum Realisierungswettbewerb (wettbewerbe.cc)
  16. ↑ Martin Putschögl: Schottengasse 6-8: Verkauf abgeschlossen. In: Der Standard. 20. Februar 2014, abgerufen am 16. November 2024.
  17. ↑ Signa meldet drei Mieter fĂŒr den Austria Campus wohnnet.at
  18. ↑ Neuer Kindergarten Sonneninsel MeinBezirk am 29. Oktober 2018
  19. ↑ DER AUSTRIA CAMPUS IN ZAHLEN (Memento vom 23. August 2018 im Internet Archive) austria-campus.at
  20. ↑ Bank-Austria-Zentrale mit 60.000 Quadratmetern BĂŒroflĂ€che eröffnet. In: Der Standard. 14. September 2018, abgerufen am 16. November 2024.
  21. ↑ Bank Austria forciert Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. In: klimaaktiv. Bundesministerium fĂŒr Klimaschutz, Umwelt, Energie, MobilitĂ€t, Innovation und Technologie, 19. Februar 2020, abgerufen am 16. November 2024.

Koordinaten: 48° 13â€Č 21,8″ N, 16° 23â€Č 37,8″ O