Automatic Dialogue Recording
Der englische Begriff Automatic Dialogue Recording (ADR) (deutsch: automatische Dialogaufnahme), auch Additional Dialogue Recording (deutsch: zusÀtzliche Dialogaufnahme) oder Automatic Dialogue Replacement (deutsch: automatische Dialogersetzung), bezeichnet die nachtrÀgliche Aufnahme von Dialogen in der professionellen Filmnachbearbeitung. Das Verfahren gehört zur Postproduktion bei der Filmentstehung.
GrĂŒnde fĂŒr das ADR können sein:
- Der beim Filmdreh aufgezeichnete Dialog ist inhaltlich oder technisch unzureichend.
- Dialogfragmente sollen nachtrÀglich ergÀnzt werden.
- Der Film hat keinen Originalton (zum Beispiel bei Animationsfilmen).
- Der Film soll in eine andere Sprache ĂŒbersetzt werden. In diesem Fall wird hĂ€ufig auch von Sprachsynchronisation gesprochen.
Technik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film wird fĂŒr das ADR in sogenannte Takes (engl. fĂŒr Einstellung) aufgeteilt. Das sind kurze Abschnitte des Films, die dann Abschnitt fĂŒr Abschnitt abgearbeitet werden.
Unterschieden wird zwischen On- und Off-Takes. On-Takes sind die Sprachtakes, bei denen sich der Sprecher innerhalb des Filmbildes befindet. Off-Takes sind diejenigen, bei denen auĂerhalb des Filmbildes gesprochen wird. Bei den On-Takes muss schon bei der Aufnahme des ADRs darauf geachtet werden, dass LippensynchronitĂ€t eingehalten wird. Nach Abschluss der Aufnahmen mit den Schauspielern werden die aufgenommenen Dialogfragmente in der Regel noch technisch nachbearbeitet, um die LippensynchronitĂ€t zusĂ€tzlich zu erhöhen.
In der Regel sind folgende Personen involviert:
- Die Schauspieler
- Der Regisseur (Schauspielerauswahl und SchauspielerfĂŒhrung)
- Ein Synchron-Editor (verantwortlich fĂŒr LippensynchronitĂ€t)
- Ein Tonmeister (verantwortlich fĂŒr den Klang/die Ton-Perspektiven)
- Ggf. die Aufnahmeleitung (koordiniert den Ablauf/die Termine)
Damit die Aufnahmen spĂ€ter fĂŒr verschiedene Handlungsorte im Film verwendet werden können, wird möglichst âtrockenâ, das heiĂt ohne Nachhall, aufgenommen. In der spĂ€teren Filmmischung werden dann Hall, Echo und andere notwendige Audioeffekte hinzugefĂŒgt. Ein neutraler Klang wird hĂ€ufig dadurch erreicht, dass sich die Schauspieler beim Sprechen im sogenannten âZeltâ befinden. Das Zelt ist technisch gesprochen ein reflexionsarmer Raum, seine WĂ€nde bestehen aus schweren Stoffen, die den Diffusschall absorbieren.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas Görne: Tontechnik. 1. Auflage, Carl Hanser Verlag, Leipzig, 2006, ISBN 3-446-40198-9
- Roland Enders: Das Homerecording Handbuch. 3. Auflage, Carstensen Verlag, MĂŒnchen, 2003, ISBN 3-910098-25-8