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Automatic Dialogue Recording

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Der englische Begriff Automatic Dialogue Recording (ADR) (deutsch: automatische Dialogaufnahme), auch Additional Dialogue Recording (deutsch: zusÀtzliche Dialogaufnahme) oder Automatic Dialogue Replacement (deutsch: automatische Dialogersetzung), bezeichnet die nachtrÀgliche Aufnahme von Dialogen in der professionellen Filmnachbearbeitung. Das Verfahren gehört zur Postproduktion bei der Filmentstehung.

GrĂŒnde fĂŒr das ADR können sein:

  • Der beim Filmdreh aufgezeichnete Dialog ist inhaltlich oder technisch unzureichend.
  • Dialogfragmente sollen nachtrĂ€glich ergĂ€nzt werden.
  • Der Film hat keinen Originalton (zum Beispiel bei Animationsfilmen).
  • Der Film soll in eine andere Sprache ĂŒbersetzt werden. In diesem Fall wird hĂ€ufig auch von Sprachsynchronisation gesprochen.

Der Film wird fĂŒr das ADR in sogenannte Takes (engl. fĂŒr Einstellung) aufgeteilt. Das sind kurze Abschnitte des Films, die dann Abschnitt fĂŒr Abschnitt abgearbeitet werden.

Unterschieden wird zwischen On- und Off-Takes. On-Takes sind die Sprachtakes, bei denen sich der Sprecher innerhalb des Filmbildes befindet. Off-Takes sind diejenigen, bei denen außerhalb des Filmbildes gesprochen wird. Bei den On-Takes muss schon bei der Aufnahme des ADRs darauf geachtet werden, dass LippensynchronitĂ€t eingehalten wird. Nach Abschluss der Aufnahmen mit den Schauspielern werden die aufgenommenen Dialogfragmente in der Regel noch technisch nachbearbeitet, um die LippensynchronitĂ€t zusĂ€tzlich zu erhöhen.

In der Regel sind folgende Personen involviert:

  • Die Schauspieler
  • Der Regisseur (Schauspielerauswahl und SchauspielerfĂŒhrung)
  • Ein Synchron-Editor (verantwortlich fĂŒr LippensynchronitĂ€t)
  • Ein Tonmeister (verantwortlich fĂŒr den Klang/die Ton-Perspektiven)
  • Ggf. die Aufnahmeleitung (koordiniert den Ablauf/die Termine)

Damit die Aufnahmen spĂ€ter fĂŒr verschiedene Handlungsorte im Film verwendet werden können, wird möglichst „trocken“, das heißt ohne Nachhall, aufgenommen. In der spĂ€teren Filmmischung werden dann Hall, Echo und andere notwendige Audioeffekte hinzugefĂŒgt. Ein neutraler Klang wird hĂ€ufig dadurch erreicht, dass sich die Schauspieler beim Sprechen im sogenannten „Zelt“ befinden. Das Zelt ist technisch gesprochen ein reflexionsarmer Raum, seine WĂ€nde bestehen aus schweren Stoffen, die den Diffusschall absorbieren.

  • Thomas Görne: Tontechnik. 1. Auflage, Carl Hanser Verlag, Leipzig, 2006, ISBN 3-446-40198-9
  • Roland Enders: Das Homerecording Handbuch. 3. Auflage, Carstensen Verlag, MĂŒnchen, 2003, ISBN 3-910098-25-8