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Barkley Sound

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Barkley Sound
GewÀsser Pazifischer Ozean
Landmasse Vancouver Island
Geographische Lage 48° 54â€Č 8,87″ N, 125° 19â€Č 41,3″ WKoordinaten: 48° 54â€Č 8,87″ N, 125° 19â€Č 41,3″ W
Barkley Sound (British Columbia)
Barkley Sound (British Columbia)
FlĂ€che800 kmÂČ
InselnBroken Group Islands, Deer Islands
ZuflĂŒsseAlberni Inlet
Karte
Übersichtskarte

Der Barkley Sound ist eine rund 800 kmÂČ große Bucht an der WestkĂŒste der kanadischen Insel Vancouver Island. Sie liegt sĂŒdlich von Ucluelet und nördlich von Bamfield. In der Bucht befinden sich mehrere hundert kleine Inseln in zwei Gruppen, die als Broken Group Islands und als Deer Islands bezeichnet werden. Diese Inseln umfassen nur 13,5 kmÂČ festes Land. Die grĂ¶ĂŸten Inseln sind Effingham, Turret, Turtle, Dudd, Jacques, Nettle und Gibraltar Island. Zusammen mit dem West Coast Trail und der Long Beach Unit bilden die Broken Group Islands einen der drei großen Abschnitte des Pacific Rim National Park.

Nordöstlich der Insel Tzartus Island geht der Barkley Sound in die GewĂ€sser des Alberni Inlet ĂŒber, an dessen Ende dann Port Alberni liegt.

Auf frĂŒhen englischen Seekarten wurde der Sund auch Barcley Sound genannt, dabei handelt es sich jedoch nur um einen Übertragungsfehler.

Der Name stammt von Captain Charles William Barkley, der 1787 die Imperial Eagle, ein britisches Schiff unter österreichischer Flagge, in den GewÀssern von Vancouver Island kommandierte. Barkley wurde von seiner 17-jÀhrigen Braut begleitet, womit Frances Barkley die erste europÀische Frau auf Vancouver Island war.[1] In spanischen Seekarten aus dieser Zeit findet sich auch der Name Baia de Carrasco. So, nach einem spanischen Seeoffizier und seinem Zweitkommandierenden auf dieser Entdeckungsreise, benannte der spanische Entdecker José María Narvåez im Jahr 1789 die Bucht.

Älteste Spuren, Nuu-chah-nulth-StĂ€mme

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An der Nordseite des Barkley Sound leben die Toquaht, die sich auf ein Dorf namens T'ukw'aa zurĂŒckfĂŒhren, das seit mindestens 800 bewohnt war. Im Dorf Ch'uumat'a reichen die Funde sogar 4000 Jahre zurĂŒck. Ihre Nachbarn im Sund waren bis 1882 die Tseshaht (vgl. den Beitrag zur ArchĂ€ologie der Tseshaht), die heute die grĂ¶ĂŸte Nuu-chah-nulth-Gruppe am Barkley Sound bilden. Die Funde reichen etwa bis 3500 v. Chr. zurĂŒck. Auch die Ucluelet im Norden und Osten haben Anteil am Sund, ebenso wie die Hupacasath und die Huu-ay-aht, so dass insgesamt sechs First Nations Teile ihres Traditionellen Territoriums dort sehen. Anteil an der Deer Group und den Broken Islands haben allerdings nur die Huu-ay-aht und die Tseshaht. Letztere sind wiederum eine aus mindestens sechs Einzelgruppen bestehende First Nation. Hinweise auf ihre Anwesenheit finden sich ĂŒberall im Sound, etwa in Form von steinernen Fischfallen. Drei von ihnen finden sich in der Lagune zwischen Jacques und Jarvis Island, weitere vier vor Mence, Brabant, Turtle und Wouwer Island; insgesamt sind sieben dieser Vorrichtungen im Umkreis der Broken Islands zu sehen, nachweisen lassen sich 39.[2] Neben Fischfang, etwa von Lachsen, jagten die Nuu-chah-nulth als einzige an der WestkĂŒste Kanadas Wale auf offener See, aber auch in den großen Buchten. So jagten sie Buckelwale im Barkley Sound.

Die Ă€ltesten Spuren fanden sich 1999 auf Benson Island, eine Insel, die die Tseshaht fĂŒr den Geburtsort ihres Stammes halten. Ob sie vor mehr als 5000 Jahren tatsĂ€chlich dort gelebt haben, ob es also eine hinreichende kulturelle KontinuitĂ€t gibt, ist allerdings nicht klar. Bis ins 18. Jahrhundert lebten die Tseshaht auf Benson, Clark, Owens, Lovett, Trickett und Turret Island, dazu kam ein kleiner Teil des Sunds. Erst ab dieser Zeit expandierten sie durch KriegszĂŒge. Bei solchen Eroberungen kam es vielfach zur kompletten Übernahme des Traditionellen Territoriums der Unterlegenen, vielfach wurden die Angehörigen in verschiedenen Formen amalgamiert und wurden so ein Teil der Tsehsaht. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung erreichte ihr Territorium Ende des 19. Jahrhunderts, als sie die Broken Islands, den Westen der Deer Group, den Nordsaum des Sunds, den ĂŒberwiegenden Teil des Alberni-Kanals sowie den unteren Somass River hielten.

Zentralort fĂŒr Rituale war Effingham Island, wo sich ein hierfĂŒr wichtiger See befand. Im Winter lebten sie am unteren Somass, wo sie ein geschĂŒtztes Dorf aus LanghĂ€usern besaßen. Diese wurden aus dem Holz der Cedar oder Thuja plicata bzw. gigantea errichtet, den man im Deutschen Riesen-Lebensbaum nennt. Hingegen lebten sie von MĂ€rz bis August auf den Broken Islands. Bereits im Januar begannen sie, entsprechend dem Nahrungsangebot, langsam dorthin zu ziehen. Bis auf die tragenden StĂ€nder nahmen sie dabei ihre HĂ€user auf ihren Kanus mit. Nach 1800 gaben die Tseshaht ihre HĂ€user auf den Broken Islands auf, kehrten jedoch nach 1840 zurĂŒck.

1982 waren bereits 32 MuschelhĂŒgel (shell middens) bekannt, eine Art Abfallhaufen fĂŒr Schalen und Muscheln. Diese dunklen HĂŒgel, die meist ohne Vegetation sind, stehen unter Schutz und sollten nicht betreten werden, da sie bedeutende archĂ€ologische StĂ€tten darstellen.

Erste EuropÀer (ab 1791), Siedler (ab 1850), Reservate (um 1882)

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1791 segelte ein Expeditionsschiff des Spaniers Francisco de Eliza, die Saturnina, unter der FĂŒhrung von Juan Carrasco und JosĂ© MarĂ­a NarvĂĄez mehrere Wochen durch den Barkley Sound, den die Spanier Boca de Carrasco nannten.

Erste Siedler, die nicht den Nuu-chah-nulth angehörten, kamen um 1850. Nach Zuweisung der Reservate an die angrenzenden IndianerstĂ€mme blieben ihnen im Sound nur Reservate auf Diana (dort befindet sich am Kirby Point ein BegrĂ€bnisplatz, der zuletzt in den 1940er Jahren genutzt wurde; daher ist dort das Übernachten verboten), Haines, Effingham, Nettle und Keith Island.

1882 erhielten die Tseshaht, die vor allem Effingham, Nettle und Keith Island nutzten, dort ein kleines Reservat. Da sich auf Benson kein sichtbares Zeichen ihrer Anwesenheit befand, wurde diese Insel nicht dem Reservat zugeschlagen. John Benson kaufte die Insel 1903, als die Tseshaht die Insel immer noch gelegentlich aufsuchten. 1914 brannte das Dorf auf Effingham ab, als jemand versuchte, mit Feuer Schlangen zu vertreiben. Seit den 1940er Jahren ist der untere Somass das Hauptgebiet der Tseshaht.

Seither erholt sich die Zahl der Tseshaht, deren Bevölkerung katastrophale EinbrĂŒche erlebt hatte. Sie leben nicht mehr im Sund, wenn sie auch wieder in der Equis-Bucht fischen und HĂŒtten auf Nettle Island nutzen.

Neben reichhaltigen FischbestĂ€nden, die durch die Verbindung mit dem Pazifik und dank der GeschĂŒtztheit der Bucht hier eine Zuflucht fanden, finden sich zahlreiche Vogelarten, wie die Kanadapfeifente oder der GĂŒrtelfischer.[3] In PazifiknĂ€he finden sich Kolonien von Seelöwen und Grauwale wechseln zwischen der Bucht und dem offenen Pazifik hin und her. Ähnliches gilt fĂŒr Lachse, die zum Laichen den Sund durchqueren und die FlĂŒsse hinaufschwimmen.

Am Eingang zum Barkley Sound unterhĂ€lt die kanadische KĂŒstenwache zwei LeuchttĂŒrme, neben weiteren in der Bucht.[4] Nördlich des Einganges zur Bucht, in Ucluelet, liegt das 1915 errichtete Amphitrite Point Lighthouse (Nummer: G5246), wĂ€hrend das im Pacific Rim National Park gelegene Cape Beale Lighthouse (Nummer: G5256) den sĂŒdlichen Punkt kennzeichnet.[5][6]

Die Frances Barkley im Hafen von Port Alberni.

Von Port Alberni aus kann man jahreszeitabhÀngig mehrmals pro Woche mit dem Postschiff Frances Barkley, nach Frances Barkley (siehe oben), die im Alberni Inlet und weiter im Barkley Sound gelegenen Inseln und Camps erreichen, aber auch weiter durch den Sund nach Bamfield fahren.[7] Sie sind ein hervorragendes Seekajak-Revier.[2] Wer allerdings die als Reservate bestimmten Inseln aufsuchen will, sollte im Band Office der Tseshaht in Port Alberni eine Genehmigung einholen.

Außerdem verkehren im Sound regelmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸere Seefrachtschiffe, Fischereifahrzeuge sowie Schiffe der KĂŒstenwache, auch auf dem Weg in den Hafen von Port Alberni.

Namenszug des Rettungsbootes.

Im Jahr 1933, 27 Jahre nach dem Untergang des Schiffes, wurde in der Bucht eines der Rettungsboote der SS Valencia aufgefunden. Das Boot war in einem ĂŒberraschend guten Zustand, auch der Farbanstrich war gut erhalten. Der Namenszug des Bootes befindet sich heute im Maritime Museum of British Columbia in Victoria.

  • David F Hatler, R Wayne Campbell, Adrian Dorst: Birds of Pacific Rim National Park. British Columbia Provincial Museum, Victoria 1978, ISBN 0-7718-8014-6.
  • Area One: Barkley Sound, in: Mary Ann Snowden: Sea Kayak Barkley & Clayoquot Sounds, Rocky Mountain Books, Surrey 2005, S. 38–97. ISBN 1-894765-54-0
Commons: Barkley Sound region – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. ↑ Andrew Scott: The Encyclopedia of Raincoast Place Names: A Complete Reference to Coastal British Columbia. Harbour Publishing, Madeira Park, BC 2009, ISBN 978-1-55017-484-7, S. 59.
  2. 1 2 Jean-Francois Marleau: Kayaking the Broken Group Islands on Canada's West Coast, Pacific Rim National Park Reserve. Ucluelet 2006
  3. ↑ David F Hatler, R Wayne Campbell, Adrian Dorst: Birds of Pacific Rim National Park, British Columbia Provincial Museum, Victoria 1978, S. 54.
  4. ↑ List of Lights, Buoys and Fog Signals (5 Volumes). In: Notices to Mariners (NOTMAR). Canadian Coast Guard, 28. Juli 2026, abgerufen am 1. August 2026 (kanadisches Englisch).
  5. ↑ G5246 Amphitrite Point. In: Online List of Lights. Abgerufen am 1. August 2026 (kanadisches Englisch).
  6. ↑ G5256 Cape Beale. In: Online List of Lights. Abgerufen am 1. August 2026 (kanadisches Englisch).
  7. ↑ Website der Reederei. Lady Rose Marine, abgerufen am 1. Juli 2026 (kanadisches Englisch).