Zum Inhalt springen

Bellaria

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Rudolf von Alt: Die alte Wiener Hofburg mit Zufahrtsrampe und dem Vorbau „Bellaria“ vor dem Eingang

Bellaria wurde ein Vorbau des Leopoldinischen Traktes der Wiener Hofburg genannt, der auf Wunsch Maria Theresias um 1741 errichtet wurde und im Stil der Zeit mit einem reprĂ€sentativen Balkon versehen war. Zur Bellaria fĂŒhrte die einzige direkte Zufahrt zur Hofburg ĂŒber eine langgezogene Rampe vom Heldenplatz aus, denn Maria Theresia schĂ€tzte es, vor ihre PrivatgemĂ€cher gefahren werden zu können, ohne Treppen steigen zu mĂŒssen. Die Kutschen konnten sie auf dem Burgwall vor der Bellaria absetzen, durch die sie direkt in die im zweiten Stockwerk gelegenen kaiserlichen Appartements gelangte.

Heute gibt es nur noch ebenerdige EingĂ€nge. Das bestehende „Bellariator“ ist erst in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts erbaut worden, nachdem Burgwall und Paradeisgartl im Zuge des Ringstraßenbaus abgetragen worden sind.

Die heutige Bellariastraße hat ihren Namen von der nicht mehr existierenden Bellaria. Der Bereich um die Kreuzung Bellariastraße und Dr.-Karl-Renner-Ring wird im Volksmund hĂ€ufig noch „Bellaria“ genannt.

Eine Art von Nachtfaltern aus Borneo trĂ€gt in ihrem wissenschaftlichen Namen einen Hinweis auf die Bellaria: Catada bellaria. Die erstpublizierenden beiden Forscher aus Wien begrĂŒnden diese Namensgebung damit, dass sie sich bei ihren Forschungen im British Museum mit Heimweh an die Bellaria erinnerten (die Bellariastraße liegt an der RĂŒckseite des Naturhistorischen Museums in Wien, auch ein beliebtes Wiener Kaffeehaus dort trĂ€gt diesen Namen).[1]

  • Wilhelm Kisch: Die alten Strassen und PlĂ€tze Wien’s und ihre historisch interessanten HĂ€user. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte Wiens mit RĂŒcksicht auf vaterlĂ€ndische Kunst, Architektur, Musik und Literatur. M. Gottlieb’s Verlagsbuchhandlung, Wien 1883, S. 255 (Die Bellaria in der Google-Buchsuche).
  • Harry KĂŒhnel: Die Hofburg, Wien: Zsolnay 1971, S. 82

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Martin Lödl, Petra Paumkirchner: Catada bellaria sp.n., a new hypenine noctuid species from Borneo (Lepidoptera, Noctuidae, Hypeninae). In: Naturhistorisches Museum Wien (Hrsg.): Quadrifina. Bulletin zur Erforschung der Lepidopteren. Band 4, Jahrgang 2001. ISSN 1028-6764 ZDB-ID 1470243-5. S. 84.

Koordinaten: 48° 12â€Č 30,1″ N, 16° 21â€Č 50,7″ O