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Body-Cam

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Body-Cam (Axon) der Polizei in Baden-WĂŒrttemberg, 2017
Body-Cam (Netco) bei der Polizei in Magdeburg, 2017

Body-Cams (auch Bodycam, englisch fĂŒr ‚Körperkamera‘) sind insbesondere von polizeilichen EinsatzkrĂ€ften sichtbar getragene Videokameras, die der Dokumentation des Einsatzgeschehens – Handlungen von BĂŒrgern und Polizeibeamten – dienen. Body-Cams werden seit 2005 von einzelnen Polizeieinheiten in Großbritannien verwendet, zuvor wurden sie bereits in DĂ€nemark getestet.[1] Inzwischen verwenden auch zahlreiche deutsche Polizeibehörden Body-Cams. Weiterhin sind diese Gegenstand aktueller Forschung sowie gesellschaftlicher Diskussionen, vorwiegend unter Aspekten des Datenschutzes.

In Deutschland wurde erstmals im Jahr 2013 mit dem Einsatz von Body-Cams im Rahmen eines Pilotprojekts des PolizeiprÀsidiums Frankfurt am Main begonnen. Aufgrund der als positiv bewerteten Erfahrungen erwÀgt nach 2015 gemachten Angaben des Leiters der rheinland-pfÀlzischen Arbeitsgruppe Body-Cam, Heiko Arnd, die Mehrheit der BundeslÀnder den Einsatz dieser GerÀte.[2]

Seit Februar 2016 wurden bei der Bundespolizei in den Inspektionsbereichen Berlin-Ostbahnhof und Berlin-Hauptbahnhof Body-Cams im Einsatz getestet. Im Kontroll- und Streifendienst wurden tĂ€glichen 24 Stunden lang die Systeme eines britischen und deutschen Herstellers fĂŒr mobile KameraĂŒberwachung geprĂŒft. Die GerĂ€te beider Hersteller weisen die gleichen Merkmale, wie beispielsweise Bauweise, Einhandbedienung, keine Daueraufzeichnung, Tonaufnahmen optional ein- und ausschaltbar sowie optische Anzeige bei Betrieb, auf.

Am 29. Januar 2016 begann ebenso die Erprobung innerhalb der Bundespolizeidirektion St. Augustin. In den Hauptbahnhöfen Köln und DĂŒsseldorf wird durch die MitfĂŒhrung der Body-Cams ein neues Einsatzmittel getestet, dem beispielsweise im Strafverfahren eine besondere Bedeutung zu kommen könnte. Im Bereich der Bundespolizeidirektion MĂŒnchen werden nach Einweisung von Polizeibeamten die Body-Cams voraussichtlich am Haupt- und Ostbahnhof in MĂŒnchen zum Einsatz kommen.[3][4]

Bei der Bundespolizeidirektion Hannover startete am 10. Februar 2016 nach Einweisung der Beamten die Erprobung im Bereich der Bundespolizeiinspektion Hamburg. Im Brennpunkt der Testphase steht der Hamburger Hauptbahnhof. Die mitwirkenden Beamten nehmen freiwillig an der Erprobung teil. Die Videoaufzeichnung wird durch die Beamten aktiv ausgelöst und soll u. a. gegen gewalttĂ€tige Übergriffe in Kontrollsituationen schĂŒtzen.

Die Bundespolizei speichert Daten aus Aufzeichnungen von Körperkameras mittels Cloud Computing bei Amazon Web Services. Das schrieb das BundespolizeiprÀsidium in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des FDP-Abgeordneten Benjamin Strasser.[5][6]

GrĂ¶ĂŸtenteils ab 2020 beschaffte die Bundespolizei 2420 Bodycams des Modells Si 500 von Motorola. Das Bundesinnenministerium begrĂŒndete die Entscheidung damit, dass nur dieses mit dem vom selben Hersteller stammenden FunkgerĂ€t der Bundespolizisten kombiniert werden könne. Da der Service-Rahmenvertrag mit Motorola inzwischen abgelaufen war, das Unternehmen aber das Modell nicht mehr anbietet und auch sonst kein GerĂ€t, das den Anforderungen der Bundespolizei entspricht, sollten sich die GerĂ€te nur noch bis Ende 2023 nutzen lassen. Es sollten deshalb neue GerĂ€te eines anderen Herstellers sowie neue Software zur Verarbeitung und Speicherung der gemachten Aufnahmen angeschafft werden.[7]

Deutsche Bahn (DB)

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Im Juli 2016 wurde durch Bild am Sonntag bekannt, dass die DB einige Mitarbeiter ihrer DB Sicherheit auf Bahnhöfen testweise mit Body-Cams ausgestattet hat. Diese Mitarbeiter sind öfter Gewalt ausgesetzt, das Videobild wird auf einen Monitor ĂŒbertragen, die Uniform der mit dieser Kamera AusgerĂŒsteten trĂ€gt die Aufschrift „VideoĂŒberwachung“.[8]

Nach erfolgreichem Pilotversuch werden seit Juli 2017 bundesweit Body-Cams fĂŒr Mitarbeiter der DB Sicherheit auf großen Bahnhöfen und im Umfeld von Sport- und Großveranstaltungen angeschafft.[9]

Baden-WĂŒrttemberg

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In Stuttgart, Mannheim und Freiburg wurde der Einsatz von Body-Cams, beginnend im Jahr 2016, fĂŒr ein Jahr durch die Baden-WĂŒrttembergische Landespolizei getestet.[10] Innenminister Reinhold Gall erhoffte sich dadurch eine Abnahme von Gewalttaten gegen Polizeibeamte.[11] Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde im April 2017 eine sechswöchige Erprobungsphase gestartet: Insgesamt 30 Body-Cams werden bei sechs großstĂ€dtisch geprĂ€gten Polizeirevieren im Streifendienst eingesetzt. Mit der Auswahl der ErprobungsprĂ€sidien sollen daher möglichst schnell erste Erkenntnisse zur Wirkung von Body-Cams erlangt werden.

Im Februar 2019 kĂŒndigte Innenminister Thomas Strobel an, Body-Cams landesweit auszurollen. Die Ausstattung sollte bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein.[12] Mehr als 100 Dashcam-Systeme kamen ab Juni 2022 bei der Polizei Baden-WĂŒrttemberg zum Einsatz, um Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr beweissicher dokumentieren zu können.[13]

In Bayern testete die bayerische Polizei Body-Cams seit dem 2. November 2016 in MĂŒnchen, Augsburg und Rosenheim. ZunĂ€chst war nur ein kleiner Teil der Beamten damit ausgestattet. Es wurden dabei drei verschiedene Systeme fĂŒr ein Jahr getestet.[14] Die Aufzeichnungen sollten dabei gezielt an gefĂ€hrlichen Orten und bei kritischen Situationen eingesetzt werden. Laut LandespolizeiprĂ€sident Wilhelm Schmidbauer könnten das beispielsweise nachts die sogenannten Feiermeilen und Weggehviertel sein, bei denen es aufgrund hoher Alkoholisierung hĂ€ufig zu SchlĂ€gereien komme.[15] Nach Ansicht des bayerischen Innenministers Herrmann hat sich der Pilotversuch bewĂ€hrt. Eine entsprechende gesetzliche Regelung ist mit Wirkung zum 25. Mai 2018 in Art. 33 des Polizeiaufgabengesetzes (PAG) eingeflossen.[16] Nach einem einjĂ€hrigen Pilotversuch wurde die Bayerische Polizei im MĂ€rz 2019 dauerhaft mit Body-Cams ausgestattet. Gleichzeitig erfolgte die Beschaffung von 1400 Körperkameras im Wert von rund 1,8 Millionen Euro. Thomas Petri, der Landesbeauftragte fĂŒr den Datenschutz in Bayern, kritisierte die sogenannte Pre-Recording-Funktion, da dadurch auch völlig Unbeteiligte erfasst werden könnten.[17]

Seit Dezember 2022 ist die Berliner Polizei mit 250 und die Berliner Feuerwehr mit 50 Body-Cams ausgestattet. Damit wird der Testbetrieb, der seit Dezember 2021 und bis 2024 lĂ€uft, von 30 ursprĂŒnglichen AufnahmegerĂ€ten ausgeweitet.[18] Es gelten bei der Einschaltung jedoch strenge Regelungen. Unter anderem sind Polizeibeamte verpflichtet, sie einzuschalten, wenn Zwang angewendet wird. Betroffene können die Einschaltung und spĂ€ter die Herausgabe zur ÜberprĂŒfung verlangen. Das kann auch der unabhĂ€ngige Polizeibeauftragte. Body-Cams dĂŒrfen nicht in Wohnungen oder auf Demonstrationen verwendet werden.[19]

Die Polizei des Landes Brandenburg begann im Juni 2022 mit der praktischen Erprobung von Bodycams in der Polizeiinspektion Potsdam.[20]

In Hamburg gehen seit dem 19. Juni 2015 Beamte der Schutzpolizei in dem Gebiet des auch als Davidwache bekannten PK 15 jeweils am Wochenende in FĂŒnfer-Teams auf Streife. Dabei ist einer der Beamten mit einer Schulterkamera und einem Aufzeichnungs- und Anzeigemodul ausgerĂŒstet. Die Kamera wird dabei mit einer Funk-Fernbedienung am Handgelenk bedient.[21]

Am 30. Mai 2013 begann beim PolizeiprĂ€sidium Frankfurt am Main als erste Polizeibehörde in Deutschland ein einjĂ€hriges Pilotprojekt zum „Einsatz mobiler VideoĂŒberwachung“. Über die Erfahrungen bei der Verwendung der Körperkameras erstellte das PolizeiprĂ€sidium Frankfurt am Main am 1. Oktober 2014 einen Abschlussbericht.[22]

Nach dem aus Sicht des Hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) erfolgreich verlaufenen Pilotprojekt werden fĂŒr weitere Polizeidienststellen in Hessen, auch in Offenbach und Wiesbaden, Kamerasysteme beschafft.[23] Eine gesetzliche Grundlage zum Einsatz der Body-Cams wurde mit der Änderung des § 14 Abs. 6 des Hessischen Gesetzes ĂŒber die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) im September 2015 geschaffen.[24]

Nach dem Ende eines Pilotversuchs mit 20 Körperkameras von Dezember 2016 bis MĂ€rz 2017 kĂŒndigte Innenminister Boris Pistorius im November 2017 die Anschaffung von weiteren 500 Body-Cams fĂŒr die niedersĂ€chsische Polizei an.[25] Die Kosten hierfĂŒr wurden mit rund einer halben Million Euro angegeben. In Niedersachsen dĂŒrfen derzeit nur Bilder aufgezeichnet werden, Tonaufnahmen sind bislang nicht zugelassen. Die Kameras sollen an Brennpunkten und in Ballungsgebieten eingesetzt werden.[26]

Barbara Thiel, die Landesbeauftragte fĂŒr Datenschutz in Niedersachsen, kritisierte den Einsatz der Kameras als rechtswidrig, da bislang fĂŒr deren Einsatz jegliche Rechtsgrundlage fehle, bis zum Erlass des NiedersĂ€chsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (NPOG) im Jahr 2019.[27]

Nordrhein-Westfalen

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Die Fahrscheinkontrolleure der DĂŒsseldorfer Verkehrsbetriebe wurden 2024 versuchsweise mit Body-Cams ausgerĂŒstet

2017 wurden die Voraussetzungen fĂŒr den Einsatz von Bodycams im Polizeigesetz geregelt. Im Februar 2019 erklĂ€rte das DĂŒsseldorfer Landgericht Aufnahmen aus der Bodycam-Kamera einer Polizistin als Beweis vor Gericht fĂŒr verwertbar.[28] Seit Juni 2020 ist der Wachdienst der Polizei in Nordrhein-Westfalen mit Bodycams landesweit ausgerĂŒstet.[29] Seit 2023 besteht fĂŒr uniformierte Polizisten im Außendienst eine generelle Tragepflicht.[30]

Rheinland-Pfalz

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Zepcam, Polizei Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz will als zweites Bundesland nach Hessen Körperkameras bei der Polizei einfĂŒhren. Diese könnten GewalttĂ€ter abschrecken und im Ernstfall Beweise sichern, so Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD). Hintergrund sei die wachsende Gewalt gegen Polizisten. Geplant sind vom 1. Juli 2015 an zunĂ€chst zwei Pilotprojekte in Mainz und Koblenz mit insgesamt 15 Body-Cams und 50 eigens geschulten Polizisten. Die reinen Anschaffungskosten beziffert das Ministerium auf 18.500 Euro.[31] Nach positiven Erfahrungen in der Erprobung der Body-Cams in Koblenz und Mainz schaffte das Ministerium des Innern, fĂŒr Sport und Infrastruktur vor der Straßenfastnacht 2016 in Rheinland-Pfalz 80 weitere Kameras an und fĂŒhrte die Pilotprojekte in allen Ober- und Mittelzentren bis zum 1. Juli 2016 weiter durch.

Mit der Verabschiedung des neuen Polizeigesetzes in Sachsen am 11. April 2018 erhÀlt die Polizei die Möglichkeit Body-Cams einzusetzen.[32]

Im Dezember 2022 ermöglichte der Landtag in Sachsen-Anhalt den zukĂŒnftigen Einsatz von Bodycams bei der Polizei.[33] Seit Dezember 2024 werden die ersten körpernah getragenen AufnahmegerĂ€te in den operativen Einsatzdiensten eingesetzt.[34]

Private Sicherheitsunternehmen

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Bodycams werden zunehmend auch von Privatunternehmen eingesetzt. "Als GrĂŒnde fĂŒhren sie z. B. Schutz der BeschĂ€ftigten vor Übergriffen, Beschaffung von Beweismitteln fĂŒr zivilrechtliche AnsprĂŒche oder eine abschreckende bzw. deeskalierende Wirkung an. Dem Einsatz von Bodycams stehen allerdings datenschutzrechtliche Bedenken entgegen."[35]

Im MĂ€rz 2016 wurden durch österreichische Bundespolizei verschiedene Modelle von Bodycams getestet. 12 Exemplare in Wien, je 4 in Salzburg und der Steiermark, in Summe 20 StĂŒck. Die rechtliche Grundlage wurde durch eine Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes geschaffen.[36] Durch die positiven Erfahrungen in der Testphase wurde die regulĂ€re EinfĂŒhrung der Body-Cams beschlossen, es sollen 300 StĂŒck angeschafft werden.[37][38]

Das Justizministerium beabsichtigte den testweisen Einsatz ab 2016 bei den Spezialeinheiten der Justizwache, den Justizwache Einsatzgruppen (JEG) in ausgewĂ€hlten Justizanstalten (JA). Das Ministerium prĂŒfte die Rechtslage und erkannte, dass ein Test vom Strafvollzugsgesetz nicht gedeckt wĂ€re, weshalb auch kein Test erfolgt ist. „Es hĂ€ngt vom politischen Willen ab, ob es zu einer GesetzesĂ€nderung kommt.“ sagt Josef Schmoll, Sprecher der Generaldirektion fĂŒr den Strafvollzug Anfang JĂ€nner 2018, kurz nach dem ersten Konvent der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung.[39]

Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)

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ÖBB Sicherheitsdienst

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Nachdem es vermehrt zu Übergriffen auf Mitarbeiter des ÖBB-Sicherheitsdienstes gekommen ist, haben die Bundesbahnen 50 Body-Cams angeschafft, die auf den Hauptbahnhöfen in Graz und Wien zum Einsatz kommen. Der Probebetrieb begann am 1. Dezember 2016, im ersten Quartal 2017 ist der Start des regulĂ€ren Betriebs vorgesehen.[40] Die Kameras werden bei relevantem Verdacht aktiviert, die betroffenen Personen werden zuvor darauf aufmerksam gemacht und sehen sich bei Aufnahme selbst auf einem kleinen Bildschirm. Schon die AnkĂŒndigung bewirkt oft eine Beendigung des beanstandeten Verhaltens, in den ersten 5 Monaten kam es in vier FĂ€llen zur Speicherung relevanter Daten. Die Erfahrungen werden Anfang Mai 2017 seitens der ÖBB als sehr positiv geschildert.[41]

S-Bahn Kontrolleure

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Aufgrund vermehrter Übergriffe auf Fahrschein-Kontrolleure in der von den ÖBB betriebenen S-Bahn Wien wurden diese ab 2017 mit Body-Cams ausgestattet.[42] Der testweise Einsatz basiert „auf einem gesonderten Bescheid der Datenschutzkommission“.[39]

Ab Juni 2017 sollen testweise ÖBB-Zugbegleiter mit Kameras ausgerĂŒstet werden.[41]

Basierend auf den positiven Erfahrungen bei der Polizei und beim ÖBB-Sicherheitsdienst wurden nach einer Testphase im Sommer 2018 alle Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Wiener Linien mit Bodycams ausgestattet. Die Securitys der Wiener Linien sind Eisenbahnaufsichtsorgane nach dem Eisenbahngesetz 1957, welche unter anderem ĂŒber das Festnahmerecht verfĂŒgen und werden vor allem im Wiener U-Bahnbereich eingesetzt.[43][44][45][46]

Großbritannien

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Body-Cam (VideoBadge) eines Polizeibeamten in West Midlands

Im Jahr 2005 begannen die erste Pilotversuche zum Einsatz von Körperkameras in Großbritannien in kleinerem Maßstab in den Grafschaften Devon und Cornwall.[47] Plymouth gehörte dann ab 2006 zu fĂŒnf weiteren Testgebieten, wo nicht nur bewaffnete Beamte, sondern auch Streifenpolizisten in bestimmten Bezirken versuchsweise mit Kameras ausgerĂŒstet wurden. Bis zum Jahr 2010 erfolgte der Einsatz von Body-Cams bereits in 40 britischen Polizeidistrikten. Der britische Staatsminister Damian Green bewilligte 2014 fĂŒr den bisher umfassendsten Probelauf von Body-Cams 1,4 Millionen Pfund.[48]

In den USA ist der Einsatz von Body-Cams fĂŒr Polizisten bereits verbreitet. BĂŒrgerrechtler fordern den Einsatz dieser GerĂ€te als flĂ€chendeckendes Instrument gegen gewalttĂ€tige Übergriffe. US-PrĂ€sident Barack Obama kĂŒndigte 2015 an, örtliche Behörden in den folgenden drei Jahren mit 75 Millionen Dollar zu unterstĂŒtzen, damit sie 50.000 Körperkameras anschaffen können. Derzeit gibt es in den USA rund 750.000 Polizisten.[49][50]

DatenschĂŒtzer sehen die Verwendung von Body-Cams durch die Polizei kritisch. So wird durch deren Einsatz ein Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gesehen.[51]

Eine im August 2019 veröffentlichte Studie der Fachhochschule fĂŒr öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen stellte eine allgemein deeskalierende Wirkung von Body-Cams im praktischen Einsatz fest. Dabei lĂ€gen „keine Hinweise auf eine systematische GefĂ€hrdung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten durch den Einsatz von Body-Cams vor“; eine erhöhte festgestellte Anzahl von Übergriffen wurde auf verĂ€ndertes, nach Angaben der Studie „zu defensives“ Verhalten seitens der Beamten mit Kamera zurĂŒckgefĂŒhrt. Dies spreche nicht gegen Body-Cams, sondern fĂŒr bessere Schulung der damit ausgestatteten Polizisten.[52]

Body-Cams werden als ungeeignet angesehen um polizeiliches Fehlverhalten aufzuklÀren, da sie nur von PolizeikrÀften selbst und situationsbedingt eingeschaltet werden können.[53] In der Praxis kommt es immer wieder zu Situationen, bei denen Body-Cams teilweise entgegen der Dienstanweisung nicht eingeschaltet wurden oder versagt haben.[54][55][56]

  • Mario Martini, David Nink, Michael Wenzel: Bodycams zwischen Bodyguard und Big Brother – Zu den rechtlichen Grenzen filmischer Erfassung von SicherheitseinsĂ€tzen durch Miniaturkameras und Smartphones. NVwZ-Extra 24/2016, S. 1 ff., rsw.beck.de/cms/?toc=NVwZ.2002 – archivierte Kopie [Memento vom 11. August 2020 im Internet Archive; PDF; 1,7 MB] kostenfrei abrufbare Langfassung), bzw. NVwZ 2016, S. 1772 f. (Kurzfassung).
  • Jens Zander: Body-Cams im Polizeieinsatz. Verlag fĂŒr Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86676-450-7.
Commons: Body-Cams – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ From Denmark to Baltimore: 5 things you need to know about police body cams. In: atombash.com. 3. Mai 2015, archiviert vom Original am 30. MĂ€rz 2018; abgerufen am 2. Juli 2017 (englisch).
  2. ↑ Kamera-Cops: Weitere BundeslĂ€nder erwĂ€gen Body-Cams bei Polizei-EinsĂ€tzen. In: heise.de. 8. Juni 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  3. ↑ BPOLD STA: Bundespolizei erprobt mobile Körperkameras "BodyCams" sollen GewalttĂ€ter abschrecken. In: presseportal.de. 29. Januar 2016, archiviert vom Original am 3. MĂ€rz 2022; abgerufen am 9. Februar 2016.
  4. ↑ Matthias Monroy: VideoĂŒberwachung mit „Bodycams“: Polizei in Köln und DĂŒsseldorf hĂ€ngt sich Warnschilder um. In: netzpolitik.org. 29. Januar 2016, abgerufen am 9. Februar 2016.
  5. ↑ Marion Trimborn: Bodycam-Bilder auf Amazon-Servern gespeichert. In: noz.de. 2. MĂ€rz 2019, abgerufen am 2. MĂ€rz 2019.
  6. ↑ Bodycam-Daten landen auf Amazon-Servern. In: Tagesschau.de. 2. MĂ€rz 2019, archiviert vom Original am 16. November 2019; abgerufen am 2. MĂ€rz 2019.
  7. ↑ Der Tag: Bundespolizei braucht neue Kameras – schon wieder. In: n-tv.de. 22. April 2022, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  8. ↑ Deutsche Bahn testet Körperkameras fĂŒr Mitarbeiter. In: orf.at. 10. Juli 2016, abgerufen am 15. MĂ€rz 2024.
  9. ↑ Bahn setzt auf Bodycams. 30. Juni 2017, abgerufen am 4. Juni 2020.
  10. ↑ Josef Kelnberger: Vorsicht, Kamera. In: sueddeutsche.de. 2. Februar 2016, abgerufen am 3. Februar 2016.
  11. ↑ Testlauf mit Schulterkameras kommt. In: stuttgarter-zeitung.de. 2. Februar 2016, abgerufen am 12. November 2024.
  12. ↑ Landesweite EinfĂŒhrung der Bodycam bei der Polizei Baden-WĂŒrttemberg startet. In: im.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  13. ↑ Polizei Baden-WĂŒrttemberg setzt Dashcams ein. In: www.baden-wuerttemberg.de. Staatsministerium Baden-WĂŒrttemberg, 13. Juni 2022, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  14. ↑ Pilotprojekt – Bayerische Polizisten testen Body-Cams. In: faz.net. 3. November 2016, archiviert vom Original am 25. April 2017; abgerufen am 12. November 2024.
  15. ↑ Bayerns Polizei bekommt Body-Cams. In: bayerische-staatszeitung.de. 25. November 2015, abgerufen am 12. November 2024.
  16. ↑ Klaus Kohnen: StMI: ‚Body-Cams‘ fĂŒr mehr Schutz der Polizisten – Innenminister Herrmann plant nach erfolgreichem Pilotprojekt bayernweite EinfĂŒhrung (zu Body-Cams im PAG-Neuordnungsgesetz) Bayerischer Rechts- und Verwaltungsreport (BayRVR), 28. Februar 2018
  17. ↑ Wie die Polizei Bodycams einsetzen darf. In: br.de. 11. MĂ€rz 2019, abgerufen am 11. MĂ€rz 2019.
  18. ↑ Polizei und Feuerwehr nun mit 300 Bodycams unterwegs. Abgerufen am 15. Dezember 2022.
  19. ↑ SĂŒddeutsche Zeitung: Polizei und Feuerwehr in Berlin mit 300 Bodycams unterwegs. Abgerufen am 15. Dezember 2022.
  20. ↑ Polizei Brandenburg testet Bodycams, Juli 2022
  21. ↑ Peter-Michael Ziegler: Polizei Hamburg mit Bodycams: "Achtung, Aufnahme!" In: heise.de. 19. Juni 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  22. ↑ Bewertungen und Planungen der Landesregierung zum Einsatz sog. Body-Cams im Bereich der Polizei – Abschlussbericht des PolizeiprĂ€sidiums Frankfurt a. M. vom 01.10.2014 – Schlesweg-Holsteiner Landtag – Umdruck 18/3586. (PDF; 1,2 MB) In: landtag.ltsh.de. PolizeiprĂ€sidium Frankfurt am Main, 1. Oktober 2014, abgerufen am 12. November 2024.
  23. ↑ Body-Cams werden ab kommendem Jahr in ganz Hessen eingesetzt. In: innen.hessen.de. 1. Oktober 2014, archiviert vom Original am 17. November 2015; abgerufen am 12. November 2024.
  24. ↑ Dennis-Kenji Kipker: Verfassungsrechtliche Anforderungen an den Einsatz von vollzugspolizeilichen Body-Cams – intrapol.org. 11. September 2015, abgerufen am 22. April 2016.
  25. ↑ Pistorius lĂ€sst 500 Body-Cams bestellen – und ĂŒberrascht die GdP. In: rundblick-niedersachsen.de. 9. November 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  26. ↑ Niedersachsen bestellt 500 Bodycams fĂŒr die Polizei. In: heise.de. 10. November 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  27. ↑ Thiel beanstandet Einsatz der „Bodycams“ durch niedersĂ€chsische Polizei. In: lfd.niedersachsen.de. 8. Februar 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  28. ↑ Welt.de: Landgericht bewertet Bodycam-Aufnahmen fĂŒr verwertbar
  29. ↑ Polizei.nrw: Mit Bodycam auf Streife
  30. ↑ FĂŒhrungs und Einsatzmittel (FEM) im Außendienst. Abgerufen am 4. August 2026.
  31. ↑ Frank Schmidt-Wyk: Gewalt gegen Polizisten verringern: Rheinland-Pfalz testet Einsatz von Body-Cams in Mainz. In: allgemeine-zeitung.de. 8. Juni 2015, archiviert vom Original am 16. August 2017; abgerufen am 17. November 2015.
  32. ↑ Leipziger Volkszeitung: Sachsen beschließt umstrittenes Polizeigesetz, abgerufen am 11. April 2019.
  33. ↑ MDR.de: Polizei Körperkameras im Landtag beschlossen, Dezember 2022.
  34. ↑ Landespolizei Sachsen-Anhalt fĂŒhrt Bodycam ein. In: polizei.sachsen-anhalt.de. Ministerium fĂŒr Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, abgerufen am 10. Oktober 2025.
  35. ↑ Orientierungshilfe zum Einsatz von Bodycams durch private Sicherheitsunternehmen | LDI NRW – Landesbeauftragte fĂŒr Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen. In: ldi.nrw.de. Landesbeauftragte fĂŒr Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen – LDI NRW, 22. Februar 2019, abgerufen am 12. November 2024.
  36. ↑ Österreichs Polizei erhĂ€lt Bodycams. In: derstandard.at. 29. Februar 2016, abgerufen am 2. Februar 2024.
  37. ↑ Polizei bekommt 300 Bodycams. In: wien.orf.at. 27. September 2017, abgerufen am 8. November 2018.
  38. ↑ Test vorbei: Polizei bekommt Bodycams. In: wien.orf.at. 18. April 2017, abgerufen am 8. November 2018.
  39. 1 2 Bodycams: Kein Test im GefÀngnis orf.at, 6. JÀnner 2018, abgerufen am 6. JÀnner 2018.
  40. ↑ ÖBB-Securitys tragen Bodycams orf.at, 15. Dezember 2016, abgerufen am 2. Mai 2017.
  41. 1 2 ÖBB statten Zugsbegleiter mit Bodycams aus orf.at, 2. Mai 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.
  42. ↑ Bodycams fĂŒr Kontrolleure in S-Bahn. In: wien.orf.at. 19. Dezember 2017, abgerufen am 8. November 2018.
  43. ↑ Wiener Linien bekommen Bodycams. In: wien.orf.at. 30. Mai 2018, abgerufen am 8. November 2018.
  44. ↑ Stefanie Rachbauer: Bodycams fĂŒr Sicherheitsdienst der Wiener Linien. In: kurier.at. 15. Februar 2018, abgerufen am 11. Februar 2024.
  45. ↑ U-Bahn-Security jetzt mit Bodycams. In: wien.orf.at. Abgerufen am 8. November 2018.
  46. ↑ Österreich: Wiener Linien: Bald alle Securities mit Bodycams. In: 2021. 13. September 2021, abgerufen am 12. November 2024.
  47. ↑ Britan straps video cameras to police helmets. In: nbcnews.com. 17. Juli 2007, abgerufen am 12. November 2024 (englisch).englischsprachig
  48. ↑ Matthias Thibaut: Britische Polizisten sollen Kameras tragen. In: tagesspiegel.de. 7. Februar 2014, abgerufen am 12. November 2024.
  49. ↑ Jörg Diehl, Thies Schnack: Bodycams fĂŒr Polizisten: HĂ€nde hoch, wir filmen. In: spiegel.de. 3. Juli 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  50. ↑ Sebastian Fischer, Sandra Sperber: Bodycams an Polizisten: Die Kamera-Cops. In: spiegel.de. 20. Dezember 2014, abgerufen am 12. November 2024.
  51. ↑ Thomas Kuzaj: Einsatz von Kameras umstritten. In: nwzonline.de. 12. MĂ€rz 2016, abgerufen am 12. MĂ€rz 2016.
  52. ↑ Abschlussbericht zum Einsatz fĂŒr Bodycams. In: wdr.de. 16. August 2019, abgerufen am 17. August 2019.
  53. ↑ Markus Reuter: Polizei: Bodycams richtig einsetzen – oder abschaffen. In: netzpolitik.org. 19. August 2022, abgerufen am 19. August 2022.
  54. ↑ Dortmund: Polizei-Bodycams waren bei tödlichen SchĂŒssen nicht an. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Abgerufen am 20. August 2022.
  55. ↑ S. W. R. Aktuell: Debatte um Bodycams nach Polizeikontrolle in Mannheim mit einem Toten. In: swr.de. Abgerufen am 20. August 2022.
  56. ↑ RedaktionsNetzwerk Deutschland: Akku leer: Bodycam soll kurz vor Polizeieinsatz in Frankfurt ausgegangen sein. In: rnd.de. Abgerufen am 20. August 2022.