Defilee
Ein Defilee (Parade) (frz. dĂ©filĂ©, von fil âFadenâ) ist allgemein ein Vorbeimarsch. Im Deutschen wird mit Defilee ein feierliches Vorbeischreiten (im Unterschied zum geordneten Marsch) von einzelnen Personen oder Personengruppen an hochgestellten Persönlichkeiten beschrieben. Die Defiliercour ist das festliche, feierliche Vorbeischreiten an einem Gastgeber.
Zu kirchlichen Festen wie Fronleichnam gibt es neben der Fronleichnamsprozession vielerorts vor und nach dem Gottesdienst eine Kirchenparade, bei der WĂŒrdentrĂ€ger und ReprĂ€sentanten der örtlichen Vereine mit Fahnen und Musik eine Parade zur Kirche hin bzw. von der Kirche zurĂŒck veranstalten.
Eine besondere Form eines Defilee ist der Trauerdefilee mit Aufbahrung des Sarges.
Die ursprĂŒnglich militĂ€rische Parade (MilitĂ€rparade) hat sich teilweise zu einer zivilen Massenveranstaltung entwickelt:
Wortherkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der MilitĂ€rsprache des 18. und 19. Jahrhunderts war das DĂ©filĂ© (nicht die neuere Eindeutschung Defilee) ein Engpass, an dem sich die marschierende Formation zu einer âSchlangeâ (frz. file) reihen muss, um ihn passieren zu können, z. B. eine Schlucht, ein Hohlweg, eine BrĂŒcke, aber auch die engen StraĂen einer Ortschaft. Nach Passieren des Engpasses löst sich die Schlange (die Linie) wieder auf (DĂ©-filĂ©), entweder zur erneuten Formation (Kolonne) oder aber zum AusschwĂ€rmen (Debouchieren, von französisch bouche âMĂŒndungâ).