Der Mörder (1979)
| Film | |
| Titel | Der Mörder |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1979 |
| LĂ€nge | 107Â Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Ottokar Runze |
| Drehbuch | Ottokar Runze |
| Produktion | Ottokar Runze |
| Musik | Hans-Martin Majewski |
| Kamera | Michael Epp |
| Schnitt | Inge P. Drestler |
| Besetzung | |
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Der Mörder ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1979 von Ottokar Runze. Die Titelrolle spielt Gerhard Olschewski, weitere Hauptrollen ĂŒbernahmen Marius MĂŒller-Westernhagen und Johanna Liebeneiner. Der Geschichte liegt der Kriminalroman L'assassin von Georges Simenon zugrunde.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dr. Hans Kuperus arbeitet als niedergelassener Arzt in den Niederlanden. Er ist ein wohlangesehener BĂŒrger der Stadt, und doch leidet er schwer an einem privaten Problem: Seine Frau betrĂŒgt ihn nach Strich und Faden. Lange Zeit hat er ihrem wĂŒsten Treiben zugeschaut, lange Zeit geduldet, dass ein stadtbekannter Liebhaber ihm Hörner aufsetzte. Eines Tages reicht es dem Mediziner: Er lauert den beiden in ihrem Liebesnest auf und erschieĂt die untreue Gattin nebst Galan. Obwohl er das Verbrechen perfekt geplant hat, rechnet Dr. Kuperus fest mit seiner baldigen Verhaftung. Doch die bleibt erstaunlicherweise aus. Obwohl die Nachbarn ahnen, dass nur er seine Frau und ihren Liebhaber erschossen haben kann, bleibt er unbehelligt. Die Leichen hatte Kuperus in den mittlerweile zugefrorenen Kanal geworfen, und keiner seiner MitbĂŒrger will Genaueres wissen. Bald tritt eine neue Frau in das Leben des Arztes. Es handelt sich dabei um das neue DienstmĂ€dchen Neel. Die etwas schlichte, aber laszive Frau hat es Kuperus angetan, und obwohl sie seine Begierde mitnichten teilt, lĂ€sst sie sich auf ihn ein. Doch Neel hat ein Geheimnis: Seit ĂŒber einem Jahr lebt ein Mann namens Karl Vorberg, ein Deutscher, mit Neel zusammen und betrachtet sich als ihr Freund und Liebhaber.
Die Zeit verstreicht, und bald scheint der Mord vergessen. Kuperus glaubt, zu seinem alten Leben zurĂŒckkehren zu können. Als der Kanal auftaut, werden die Leichen freigegeben, und dennoch gibt es keine Konsequenz fĂŒr den Mörder. Niemand im Ort macht ihm einen Vorwurf, er ist in den Augen der schweigenden Allgemeinheit der hintergangene Ehemann, fĂŒr den man VerstĂ€ndnis, vielleicht sogar Mitleid haben muss. Kuperus fĂŒhlt sich nun allzu sicher: Er bewirbt sich um den Vorsitz der Billard-Akademie und ĂŒberlegt, Politiker zu werden. Sein offensives, alle Bescheidenheit vergessendes Benehmen beginnt angesichts der Schwere seiner Schuld bei seinen MitbĂŒrgern auf UnverstĂ€ndnis und Ablehnung zu stoĂen. Aus dem Schweigen erwĂ€chst Abkehr und allmĂ€hliche gesellschaftliche Isolation. Auch seine neue Lebenspartnerin Neel, die als gewöhnlich beĂ€ugt wird, findet bei den heuchlerischen GutbĂŒrgern keine Akzeptanz. Freunde machen Kuperus klar, dass er sich am besten vorĂŒbergehend aus der Stadt entfernen sollte. Kuperus glaubt sich aber stark genug, diesem Rat widerstehen zu können â zumal es keine Beweise fĂŒr seine Schuld gibt. Doch er hat sein Blatt ĂŒberreizt, die Menschen meiden ihn und auch die Patienten bleiben weg. Dr. Hans Kuperus wird in seiner Einsamkeit allmĂ€hlich zum Trinker. Eines Tages erhĂ€lt er eine Vorladung zum Untersuchungsrichter, einem alten Schulfreund. Als dieser ihm demonstrativ die Hand zur BegrĂŒĂung verweigert, weiĂ Dr. Kuperus, dass die Zeit seiner Schonung vorbei ist.
Produktionsnotizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Mörder, eine Film-Fernseh-Produktion, entstand an 29 Drehtagen zwischen dem 4. Dezember 1978 und dem 18. Januar 1979 und wurde am 23. September 1979 im Rahmen des Hamburger Filmfests erstmals prÀsentiert. Gedreht wurde in Apeldoorn, Edam und Amsterdam (alles Niederlande).[1]
Olschewski und MĂŒller-Westernhagen waren bereits drei Jahre zuvor Filmpartner in einer Runze-Inszenierung gewesen: Verlorenes Leben.
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âEs ist nicht leicht, die Isolation eines Menschen filmisch darzustellen. Ottokar Runze gelingt es. indem er seinen Hauptdarsteller Gerhard Olschewski wie unter einem Glassturz agieren lĂ€Ăt. Er rĂŒckt weniger die Kleinstadtbewohner ins Bild, die sich immer mehr vom âMörderâ zurĂŒckziehen, ihn einfrieren, als die Reaktion dieses Mannes auf ihr Verhalten. So entstand ein, wenn auch zeitweise etwas sprödes, nicht zuletzt durch das intensive Spiel Gerhard Olschewskis und Johanna Liebeneiners dennoch sehr dichtes Leinwandkammerspiel.â
â⊠ordentlicher Film âŠâ
âEin psychologisches Kriminalspiel von ungewöhnlichem moralischem Ernst und formaler Sorgfalt, das vor allem durch die hervorragende Leistung des Hauptdarstellers besticht.â
âDie folgenden Inszenierungen variierten Runzes Interesse rund um die Themen Justiz, Verbrechen und die darin verwickelten Menschen. Sein immer wiederkehrendes Motiv war die Auseinandersetzung mit Schuld und SĂŒhne, mit der schuldhaften Verstrickung des Einzelnen im Kontext zu seiner Umwelt, der Gesellschaft. Runze versuchte soziale HintergrĂŒnde aufzudecken, die AufschluĂ auf das Verhaltensmuster seiner Protagonisten gaben. Immer wieder stand die Psychologisierung der schuldhaft verstrickten Hauptfiguren im Mittelpunkt Runzeâschen Interesses -- damit entwickelte sich der Regisseur, dessen vertiefende Inszenierungen sich im Laufe der 70er Jahre immer weiter von simpel unterhaltenden Mainstream-Unterhaltungsmustern entfernten, allmĂ€hlich zum deutschen AndrĂ© Cayatte. Vor allem seine beiden Hauptdarsteller Gerhard Olschewski und Marius MĂŒller-Westernhagen (Stars in âVerlorenes Lebenâ und âDer Mörderâ) sorgten fĂŒr schauspielerischen GenuĂ.â
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Mörder bei IMDb
- Der Mörder bei filmportal.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Deutsches Institut fĂŒr Filmkunde (Hrsg.): Deutsche Filme 1979, zusammengestellt von RĂŒdiger Koschnitzki, S. 183.
- â Der Mörder im Lexikon des internationalen Films