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Eckstein

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Eckquaderung (regelmĂ€ĂŸiges Kurz- und Langwerk), 1806

Mit den Begriffen Eckstein (auch Eckquader[1] oder Ortstein; lateinisch lapis angularis;[2][3]) werden glatt oder grob behauene Werksteine in den Ecken eines Bauwerks bezeichnet.

In einer Nebenbedeutung wurde frĂŒher auch ein Radabweiser, ein der Hausecke vorgelagerter Prellstein, als Eckstein bezeichnet.[4][5]

Eckstein in einer GebÀudeecke

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Funktion und Gestaltung

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Ecksteine wurden ursprĂŒnglich in Natursteinmauerwerken (vor allem Trocken- und Bruchsteinmauerwerk) als VerstĂ€rkung der Ecke eingebaut. Insbesondere an GebĂ€uden haben Ecksteine eine tragende Funktion, da sie durch die wechselweise Überlagerung der Schmal- und Breitseiten und ihr grĂ¶ĂŸeres Gewicht insgesamt stabilisierend wirken. Wegen dieser baustatischen Funktion sind Ecksteine meist grĂ¶ĂŸer und besser bearbeitet als die ĂŒbrigen Steine des GemĂ€uers.[5]

Daneben werden Ecksteine als architektonisches Gestaltungsmittel und als Grundstein eines GebĂ€udes eingesetzt. Das hĂ€ufigste Gestaltungsmittel ist der gleichmĂ€ĂŸige Wechsel von Ecksteinen mit deren Schmal- und Breitseiten als sogenanntes Lang- und Kurzwerk.[6] Teilweise wurden die Ecksteine bzw. Eckquader in einer Putzfassade besonders herausgearbeitet gezeigt.

Wenn die Eckquaderung (auch Eckquadrierung genannt) ausschließlich der Gestaltung dient, kann sie als Ritzquaderung oder als Sgraffitotechnik ausgefĂŒhrt sein. Ebenso ist das Aufmalen oder Aufputzen als Scheinarchitektur oder Trompe-l’Ɠil möglich.

Die Anwendung von Eckquadern bei Bruchsteinmauerwerk war schon bei den Etruskern ĂŒblich.[7] An vielen Bruchstein- oder Feldsteinbauten der Antike und des Mittelalters sind Ecksteine die einzigen exakt behauenen Werksteine.

Symbolische Bedeutung

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Eckstein als Grundstein mit Bronzerelief (Bonifatiuskirche Aachen)

Der Eckstein ist symbolisch auch der Grundstein.[8]

In der Bibel wird das Wort Eckstein im ĂŒbertragenen Sinne verwendet. Im Psalm 118 wird das Heilswirken Gottes als Eckstein-Legung empfunden:[3]

„Ich danke dir, dass du mich erhört hast; du bist fĂŒr mich zum Retter geworden. Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“

– (Ps 118,21–25 EU)

Im Neuen Testament wird diese Psalmstelle von Jesus zitiert (Mt 21,42 EU, Mk 12,10 EU sowie Lk 20,17 EU) und auf ihn bezogen: 1 Petr 2,4–8 EU. Sie wird ebenfalls in der Apostelgeschichte des Lukas (Apg 4,11 EU) von Petrus gegenĂŒber dem Hohen Rat zitiert.

Verwendung in einem AbzÀhlreim

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Beim Versteckspiel wird der Eckstein ebenfalls genannt. Bevor die Suche beginnt, gibt der Sucher mit dem Reim[9]

Eins, zwei, drei, vier, Eckstein,
alles muss versteckt sein,
hinter mir, da gilt es nicht,
eins, zwei, drei, jetzt komme ich!

Gelegenheit, ein Versteck zu suchen.

Eckstein als Radabweiser

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Ecksteine an Radabweiser an GebÀudeecken

In Ă€lteren Fachlexika wird der Begriff Eckstein in einer Nebenbedeutung zudem fĂŒr den einer Hausecke vorgelagerten Radabweiser verwendet.[4][5]

→ Hauptartikel: Radabweiser

Commons: Ecksteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eckquader. In: Hans Koepf, GĂŒnther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., ĂŒberarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 149 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194); moodle.unifr.ch (Memento des Originals vom 27. April 2026 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 15 MB) abgerufen am 10. Juni 2024
  2. ↑ Ortstein auf zeno.org, Meyers-1905/A/Ortstein, abgerufen am 5. Juni 2026.
  3. 1 2 Joseph J. M. Timmers: Eckstein. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV. 1956, Sp. 708–712; rdklabor.de abgerufen am 11. Juni 2024.
  4. 1 2 Eckstein. In: Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon. Band 2: C bis G. Leipzig 1882, S. 196; Digitalisat
  5. 1 2 3 Eckstein. In: Luegers Lexikon der gesamten Technik. 2. Auflage. Band 3. Deutsche Verlags-Anstalt, Leipzig / Stuttgart 1906, S. 207 (Digitalisat. zeno.org).
  6. ↑ Lang- und Kurzwerk. In: Hans Koepf, GĂŒnther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., ĂŒberarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 306 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194): Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Juni 2024.
  7. ↑ SteinverbĂ€nde. In: Brockhaus Konversations-Lexikon. 14. Auflage. Band 15: Social – TĂŒrken. Brockhaus, Leipzig 1896, S. 306 (retrobibliothek.de).
  8. ↑ GĂŒnter Bandmann: Mittelalterliche Architektur als BedeutungstrĂ€ger. GebrĂŒder Mann, Berlin 1951 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 9. Auflage 1990), S. 73.
  9. ↑ Eins zwei drei vier Eckstein. In: volksliederarchiv.de. Abgerufen am 4. August 2024.