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Elferrat

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Trotz der 11 ElferrĂ€te auf der BĂŒhne besteht der Elferrat manchmal aus einer grĂ¶ĂŸeren Anzahl.

Der Elferrat ist das Parlament des Narrenreiches in Karneval, Fastnacht, Fasching und Fastelovend. Dieses besteht aus elf WĂŒrdentrĂ€gern.

Entstehungsgeschichte

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Elferrat der Großen Carnevalgesellschaft „Feurio“, Mannheim, 1904

Der Begriff hat seine Wurzeln wahrscheinlich im französischen Recht, das mit der Besetzung linksrheinischer Gebiete durch Frankreich nach der Französischen Revolution eingefĂŒhrt wurde. Französisch wurde Amtssprache, und es galten französische Gesetze und Gerichtsbarkeit. Im Zuge der Revolution hatte dies aber auch die BĂŒrgerrechte gebracht mit einer gewissen Redefreiheit und einer Gleichheit der BĂŒrger vor dem Gesetz.

Von den ihrer Rechte beraubten BĂŒrgern wurde die Elf im Geiste der Französischen Revolution als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen versinnbildlicht, sozusagen eins neben eins. „ELF“ lĂ€sst sich aus den Anfangsbuchstaben der Losung der Französischen Revolution bilden: „EgalitĂ©, LibertĂ©, FraternitĂ©â€œ – „Gleichheit, Freiheit, BrĂŒderlichkeit“.

Der Elferrat, in einer der wenigen norddeutschen Karnevalsmetropolen Damme (DĂŒmmer) als senkrechte Balken geschnitzt und verewigt an einem Fachwerkhaus

Diese AbkĂŒrzung wurde erst zu Beginn der Dritten Republik 1871 als Devise eingefĂŒhrt und im Nachhinein zur Hauptmaxime der Revolution erklĂ€rt. Im Verlauf der Revolution war diese nur eine von vielen Dreierformeln wie „Heil, Kraft, Einheit“ und „Kraft, Gleichheit, Gerechtigkeit“, die man in den historischen Dokumenten aus dieser Zeit keinesfalls hĂ€ufiger findet als die letztgenannten.

Mit der Niederlage Napoleons hatte auch die vorĂŒbergehende Zeit der BĂŒrgerrechte ein Ende, und es kam zur Restauration des Absolutismus. In Mainz waren die Österreicher und Preußen gemeinsam die MilitĂ€rmacht. Köln, die einst freie kaiserliche Reichsstadt, kam gĂ€nzlich unter preußische Herrschaft. Der Elferrat verstand sich in den UrsprĂŒngen als ein Rat im bĂŒrgerlich-demokratischen Geiste, spĂ€ter versteckt unter der Narrenkappe. Der offizielle Begriff wurde mit der Rheinischen Karnevalsreform 1823 eingefĂŒhrt.

Laut Töller stammt die seit dem 16. Jahrhundert als Narrenzahl geltende Elf fĂŒr die Anzahl der Vorstandsmitglieder eines Karnevalsvereins vermutlich von dem ersten Aachener Karnevalsverein der Florresei, der 1829 gegrĂŒndet wurde. Denn wĂ€hrend in den Statuten der Florresei von 1829 explizit elf WĂŒrdentrĂ€ger benannt werden, finden sich offenbar keine Quellenbelege, die fĂŒr die Zeit vor 1830 auf eine Ă€hnliche Bedeutung der Zahl Elf sowohl im Kölner als auch DĂŒsseldorfer Karneval schließen lassen. (...) im Jahre 1829 war in den Statuten der Florresei der Grundstein fĂŒr die Entstehung des elfköpfigen Vereinsvorstandes gelegt worden, der sich schnell zum charakteristischen FĂŒhrungsgremium aller nĂ€rrischen Vereine entwickelte.[1]

Der Elferrat im heutigen Karneval, Fastnacht und Fasching

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Der Elferrat wird u. a. vom Elferratsbeirat unterstĂŒtzt. In manchen StĂ€dten gibt es gesonderte weibliche RĂ€te wie den Achterrat in Freiburg, weil die mĂ€nnerdominierten traditionellen Vereine Frauen nur in Positionen wie den Tanzmariechen zulassen, nicht aber in diesen reprĂ€sentativen Positionen. In vielen Vereinen werden sogenannte EhrenelferrĂ€te ernannt, meist verdiente Vereinsmitglieder oder Förderer des Vereins wie Politiker, GeschĂ€ftsleute und dergleichen.

Der Elferrat plant und organisiert in der Karnevalssession vereinseigene Veranstaltungen wie BĂ€lle, Karnevalssitzungen und UmzĂŒge. Aber auch außerhalb der nĂ€rrischen Zeit packen Elferratsmitglieder bei diversen Festen mit an.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Thomas Töller: 150 Jahre Aachener Karnevalsverein gegr. 1859 e. V. 1859 Mit nĂ€rrischem Frohsinn WIDER DEN TIERISCHEN ERNST 2009. Kuper Eschweiler 2009, S. 19, 234.
Commons: Elferrat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Elferrat – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen