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Entsatz

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Entsatz ist eine besondere Gefechtshandlung, um eine Stadt, Burg, Festung oder eingeschlossene Truppe von außen aus der Einschließung zu befreien und ihr dadurch wieder Handlungsfreiheit zu verschaffen.[1] Er ist daher von der VerstĂ€rkung zu unterscheiden, die KrĂ€fte nach innen zufĂŒhrt, ohne unmittelbar von außen zu wirken. Der Begriff leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort „entsetzen“ ab und bedeutet dort neben „befreien“ auch „absetzen“ und „fĂŒrchten“.

Zweck und Ablauf

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Entsatz kann militĂ€risch sinnvoll sein, wenn der Zusammenhang der OperationsfĂŒhrung durch die Einschließung von TeilkrĂ€ften gefĂ€hrdet wird oder wenn eingeschlossene Truppen sich nicht aus eigener Kraft befreien können. Der Belagerer soll durch die Einwirkung einer von außen kommenden Armee genötigt werden, die geplante oder stattfindende Einschließung eines Ortes und den Angriff darauf aufzugeben.

Zur Vorbereitung eines erfolgreichen Entsatzes gehört die Einbeziehung logistischer Überlegungen und Maßnahmen hinsichtlich der eingeschlossenen Truppen. Je nach dem beabsichtigten Zweck des Entsatzangriffs (Herstellen des Zusammenhangs der Gesamtoperation oder Befreiung der eingeschlossenen KrĂ€fte) sollten Regelungen fĂŒr einen etwaigen Ausfall der eingeschlossenen Teile und fĂŒr die Unterstellung der EntsatzkrĂ€fte unter die (ehemals) eingeschlossenen KrĂ€fte oder umgekehrt getroffen werden.

Gewöhnlich werden eingeschlossene Truppen durch einen Angriff entsetzt. Entsatzangriffe sollten mit Aktionen der belagerten, eingeschlossenen Truppen abgestimmt werden. Das aber war bei fehlender Kommunikation hĂ€ufig nicht möglich. Oft musste sich in frĂŒheren Zeiten zur Anforderung eines Entsatzes ein Bote durch den Belagerungsring schleichen, was aus SicherheitsgrĂŒnden hĂ€ufig nachts erfolgte, um den Hilferuf an befreundete MĂ€chte zu ĂŒberbringen. Zum Entsatz kann ein Entsatzheer (auch Entsatzarmee, frz. ArmĂ©e de secours), d. h. eine Hilfsarmee (militĂ€rische Formation), zum Einsatz kommen.

Im Juli 1634 scheiterte ein Entsatzversuch der im Rahmen des DreißigjĂ€hrigen Krieges von den Schweden besetzten und von einer kaiserlichen Armee belagerten Stadt Regensburg durch eine in vielen TagesmĂ€rschen aus WĂŒrttemberg herangefĂŒhrte schwedische Armee. Die wegen der zu Ende gehenden PulvervorrĂ€te bedrohliche Lage von Regensburg war den herangefĂŒhrten Truppen nicht ausreichend bekannt, weil die belagerte Stadt so komplett abgeriegelt worden war, dass es niemandem gelang, die Absperrungen zu ĂŒberwinden. Der mehrmonatige Anmarsch der schwedischen Entsatztruppen dauerte zwei Tage zu lang.

Eine erfolgreiche Entsatzschlacht war der Entsatz von Wien im Rahmen der Zweiten Wiener TĂŒrkenbelagerung am 12. September 1683 gegen die TĂŒrken.

Erfolglos blieb der Entsatzversuch der Kaiserlich Russischen Marine gegen Japan wÀhrend der Belagerung von Port Arthur im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/1905.

Im Zweiten Weltkrieg scheiterte im Dezember 1942 der unter dem Decknamen „Unternehmen Wintergewitter“ bekannte Entsatzangriff der 4. Panzerarmee (zu dieser Zeit „Armeegruppe Hoth“ genannt) fĂŒr die in Stalingrad eingeschlossene deutsche 6. Armee (siehe Schlacht von Stalingrad).

Weitere Beispiele:

Wiktionary: Entsatz – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Jean-Jacques Langendorf: Strategie und Konfliktforschung: Krieg fĂŒhren: Antoine-Henri Jomini. Vdf Hochschulverlag 2008, ISBN 3-7281-3168-7, S. 347.