Ferves Ranger
| Ferves | |
|---|---|
Ferves Ranger in Rom | |
| Ranger | |
| Produktionszeitraum | 1966â1971 |
| Klasse | GelÀndewagen |
| Karosserieversionen | Cabriolet, Pick-up |
| Motoren | Ottomotor: 0,5 Liter (18 PS) |
| LĂ€nge | 2830Â mm |
| Breite | 1450Â mm |
| Höhe | 1650 mm |
| Radstand | 1555Â mm |
| Leergewicht | 620[1]Â kg |
Der Ferves Ranger war ein Automobil von Ferves, einem Kleinserienhersteller aus Turin. Der Name des Unternehmens ist ein Akronym fĂŒr âFerrari Veicoli Specialiâ (Ferrari Spezialfahrzeuge), der EigentĂŒmer hieĂ Carlo Ferrari. âFerrariâ ist ein nicht seltener Name in Italien, das Unternehmen hat nichts mit dem bekannten Sportwagenhersteller Ferrari zu tun.
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zusammen mit seinem Ingenieur Enrico Sanguineti entwickelte und baute Ferrari das Fahrzeug in etwa 600 Exemplaren. Es wurde 1966 auf dem Turiner Autosalon prĂ€sentiert. Die Anzahl verkaufter Fahrzeuge lĂ€sst sich nur schĂ€tzen, weil viele gar nicht in den Zulassungsstatistiken auftauchten. Diese Fahrzeuge wurden auf weitlĂ€ufigen GrundstĂŒcken privat und ohne Kennzeichen eingesetzt, was sich auch ĂŒber den Preis erklĂ€rt.
Der Originalverkaufspreis war 895.000Â italienische Lire, was 1966 etwa 5.700Â DM entsprach. Das sind inflationsbereinigt rund 14.100Â Euro. Ein zu diesem Zeitpunkt in Italien teures Fahrzeug. Der Fiat Nuova 500 kostete 1968 525.000 Lire.
FĂ€lschlicherweise wird oft der Begriff âMicrocarâ benutzt. TatsĂ€chlich handelt es sich wegen des Gewichts und der Leistung um ein vollwertiges Automobil.
Nutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Fahrzeug wurde als geeignet âfĂŒr die Freizeit und die Arbeitâ beworben.
FĂŒr den Personentransport mit vier SitzplĂ€tzen ausgestattet, liegt es in der italienischen Tradition der âSpiagginaâ, dem italienischen Ausdruck fĂŒr ein minimalistisch ausgestattetes Automobil fĂŒr die Fahrt zum und ĂŒber den Strand. Vergleichsfahrzeuge sind der CitroĂ«n MĂ©hari oder auch der Fiat 600 als Cabrio ohne TĂŒren.
FĂŒr die Arbeit gab es eine Pick-up Version mit zwei SitzplĂ€tzen, benannt âCargoâ, mit geschĂ€tzt 25 Exemplaren.
Bei beiden Varianten konnte die Windschutzscheibe umgelegt werden. Es gab nur einen minimalen Wetterschutz, der abmontiert werden konnte (siehe Leitfoto). Auch die TĂŒren konnten einfach heraus genommen werden.
Technik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf den einfachen Kastenrahmen wurde die komplette Karosserie, zum Teil aus Aluminium, montiert. Die Mechanik und der Motor sind aus den Regalen von Fiat und Autobianchi. So waren die Beleuchtung vorne, der Motor und das Getriebe aus dem Fiat 500, die Antriebsachsen kamen vom Autobianchi Primula, StoĂdĂ€mpfer und Bremsen entstammtem dem Fiat 600. Die hintere Beleuchtung spendete der Fiat 850.[2]
ZunĂ€chst nur als Zweiradantrieb angeboten, wurde 1968 auf dem Turiner Autosalon der Allradantrieb vorgestellt. Der Vortrieb erfolgte beim 4x4 mit abschaltbarer Vorderachse, beim 4x2 lediglich mit hinterem Antrieb. Der 4x4 hatte einen Gang mehr (fĂŒnf statt vier), der erste war massiv untersetzt und erlaubte eine Geschwindigkeit von 3,3 km/h und 80 % GefĂ€lle/Steigung. Der 4x4 wog 30 kg mehr, also 650 statt 620 kg, und knackte die Millionen Lire Grenze im Verkaufspreis.
In der Fahrzeugmitte nahe der Schaltkulisse waren Hebel, mit denen die hinteren RÀder einzeln bei durchdrehen gebremst werden konnten. Beide Hebel gezogen ergab eine zusÀtzliche Handbremse.[3]
Der geringe Radstand ermöglichte, trotz fehlender Servolenkung, eine sehr hohe ManövrierfĂ€higkeit, so dass selbst das 4x2-Modell, auch bedingt durch die optionale separate Bremse, durchaus GelĂ€nde tauglich war. Wenn auch eher fĂŒr den Strand oder den schlammigen Feldweg als fĂŒr felsigen Untergrund.
Oldtimer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Vergangenheit konnte sich das kleine Automobil aus dargelegten GrĂŒnden nicht auf dem Massenmarkt durchsetzen. In heutiger Zeit erfreut sich das Fahrzeug bei Sammlern groĂer Beliebtheit.
Im Jahr 2019 wurde bei einer Auktion von RM Sothebyâs ein gelbes, restauriertes Modell fĂŒr 195.000Â US-Dollar verkauft.[4] Der Preis liegt in Europa bei bis zu 35.000Â Euro fĂŒr die vollrestaurierte 4x4-Variante. (Stand 2025)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â âZwischengas Oldtimermagazinâ Technische Daten â abgerufen am 17. September 2025
- â "Autorare Automagazin â Italienisch â abgerufen am 17. September 2025
- â âZwischengas Odtimermagazinâ â Abschnitt Bremsen â abgerufen am 17. September 2025 â Registrierung nötig
- â âRM Sotheby's Auktionatorâ Englisch â abgerufen am 17. September 2025
