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Flimmit

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Flimmit
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Rechtsform GmbH & Co KG
GrĂŒndung 2007
Auflösung 30. November 2023
Auflösungsgrund Aufgrund eines neuen ORF-Gesetzes „BGBl. I Nr. 112/2023“ ab 1. JĂ€nner 2024
Sitz Wien, Osterreich Österreich
Branche Filmwirtschaft
Website https://flimmit.at/

Flimmit war eine Video-on-Demand-Plattform mit Sitz in Wien, die 2007 gegrĂŒndet wurde.[1] Flimmit war auf den DACH-MĂ€rkten aktiv mit dem Schwerpunkt auf Österreich. Angeboten wurden Filme und Serien mit Fokus auf österreichische und europĂ€ische Produktionen. Die Flimmit GmbH und Co KG war als Tochter der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG Teil des öffentlich-rechtlichen ORF-Konzerns.

Im August 2023 wurde bekannt, dass die Plattform sowie das ORF-Klassikportal fidelio Ende November 2023 eingestellt werden, aufgrund einer mit 1. JĂ€nner 2024 in Kraft tretende ORF-Gesetzesnovelle.[2] Teile des Flimmit-Portfolios sollen danach lĂ€nger in der ORF TVthek zur VerfĂŒgung gestellt werden.[3]

Flimmit wurde 2007 von den Gesellschaftern Karin Haager, Walter Huber und Ulrich MĂŒller-Uri gegrĂŒndet und war die erste österreichische Online-Videothek mit Film- und TV-Produktionen aus Österreich und Europa.[4] Der Startschuss fĂŒr die operative Entwicklung der Plattform erfolgte im Oktober 2008. Die ersten 140 Filme waren im Mai 2009 erstmals ĂŒber Web auf flimmit.com erhĂ€ltlich.

Durch zahlreiche Partner und Förderer wuchs Flimmit weiter an. Der erste und entscheidende Förderpartner fĂŒr Flimmit war 2008 die AWS (Austria Wirtschaftsservice GmbH) im Rahmen der Ausschreibung „impulse XL“.[5] In dieser Start-Up Förderausschreibung wurde Flimmit 2010 erneut gefördert.

UnterstĂŒtzt wurde Flimmit zuletzt durch das europĂ€ische Förderprogramm Creative Europe/MEDIA.[6] Zuvor wurde Flimmit weiters durch das ÖFI (Österreichisches Filminstitut), departure – die Kreativagentur der Stadt Wien – im Programm Focus Kooperation sowie durch das BMVIT (Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Innovation und Technologie) in Kooperation mit der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) im Rahmen des Programms „Austrian Electronic Network“ und der Wirtschaftsagentur Wien gefördert.[7]

2014 ĂŒbernahm der ORF ĂŒber seine Tochtergesellschaften ORF Enterprise und ORS comm erstmals eine Beteiligung an Flimmit.[8]

Am 16. MĂ€rz 2015 prĂ€sentierte Flimmit im Zuge eines Launch-Events auf der Wiener Summerstage seine Plattform mit neuem Angebot und neuem Design. Der Markenauftritt wurde ĂŒberarbeitet. Als neues Logo diente ein als Filmklappe stilisiertes Herz. In unterschiedlichen Darstellungen symbolisierte es die Vielfalt der Genres, die auf der Plattform geboten wurden.[9]

Im Gegensatz zu anderen Video-on-Demand-Anbietern, die sich vermehrt um amerikanische Filminhalte bemĂŒhen, stand fĂŒr Flimmit als geförderte Plattform die digitale Verbreitung von audiovisuellen Inhalten aus Europa im Vordergrund.[10]

2017 standen auf Flimmit mehr als 7.000 ĂŒberwiegend deutschsprachige Titel zur VerfĂŒgung.[4] Flimmit wurde als „digitaler Feinkostladen“ gesehen, der seinen Schwerpunkt auf österreichische Produktionen legt und damit auch eine zusĂ€tzliche Vertriebs- und Auswertungsmöglichkeit fĂŒr Filmschaffende bietet.[11]

FĂŒr das audiovisuelle Streamingportal myfidelio.at, eine Klassikplattform des ORF in Zusammenarbeit mit Unitel, die ebenfalls mit Ende November 2023 eingestellt wurde, stellte Flimmit die technische Infrastruktur bereit.[12]

Im Juni 2016 ĂŒbernahm der ORF 97 Prozent der Anteile an Flimmit, je 1,106 Prozent verblieben bei den GrĂŒndern Karin Haager, Walter Huber und Ulrich MĂŒller-Uri.[13]

Im Juli 2017 veröffentlichte der ORF seinen Vorschlag zum Umbau von Flimmit zu einem öffentlich-rechtlichen Abrufdienst, der zukĂŒnftig auch die Verwendung von GIS-GebĂŒhren vorsieht. Laut ORF sei dieser Schritt notwendig, da Flimmit einen Verlust von ungefĂ€hr zwei Millionen Euro in drei Jahren erwirtschaftet habe und eine Kostendeckung nicht möglich sei.[14] Nach einem ĂŒberarbeiteten, im April 2019 vorgelegten Konzept genehmigte die zustĂ€ndige Regulierungsbehörde KommAustria im November 2019 die Verwendung von GebĂŒhrengeldern fĂŒr Flimmit.[15] Der ORF plante die Anbindung von Flimmit an seine zukĂŒnftige Digitalplattform ORF-Player.[16]

Die seit 2014 in den ORF-Konzern eingebundene Flimmit GmbH wurde 2020 in eine öffentlich-rechtliche GmbH & Co. KG umgewandelt, mit der ORF-Online GmbH & Co. KG als einziger Gesellschafterin.[17]

Im August 2023 wurde bekannt, dass die Plattform sowie das ORF-Klassikportal fidelio Ende November 2023 eingestellt werden. Neben dem Ende der GIS-GebĂŒhr, die kĂŒnftig durch eine Haushaltsabgabe fĂŒr alle ersetzt wird, erhĂ€lt der ORF kĂŒnftig mehr Freiheiten im Digitalen. Im Gegenzug darf der ORF allerdings aufgrund des neuen Gesetzes keine kostenpflichtigen Bezahldienste mehr anbieten. Teile des Flimmit-Portfolios, das aus vielen ORF-(Ko-)Produktionen besteht, sollen kĂŒnftig in der ORF-TVthek bzw. dem geplanten ORF-Player angeboten werden. Dank des neues ORF-Gesetzes wird die aktuell noch gĂŒltige 7-Tage-On-Demand-Frist fĂŒr sĂ€mtliche Sendungen Anfang 2024 aufgehoben, so dass Inhalte kĂŒnftig deutlich lĂ€nger auf Abruf konsumiert werden können.

Am 30. November 2023 stellten Filmmit und fidelio den Betrieb ein.[18][19]

Flimmit bot all seine Filme & Serien in einem Abonnement-Modell an. Das Abo war in zwei verschiedenen Varianten erhÀltlich: Als 1-Monats-Abo und als 12-Monats-Abo.

Zuletzt bestand das Angebot aus österreichischen Produktionen, deutschsprachigen Blockbustern, TV-Events, Fernsehserien, Dokumentarfilmen, Highlights europĂ€ischer Filmfestivals, Film-Klassikern, Kinder-, Jugend- und Animationsfilmen, Kultfilmen sowie Opern & Theaterproduktionen. ErgĂ€nzt wurde das Portfolio regelmĂ€ĂŸig um Exklusiv-Content wie „Altes Geld“, „Vorstadtweiber“ oder den „Landkrimis“.[20]

Im Mai 2016 startete Flimmit mit einer neuen Kuratierungs-Reihe. Unter dem Titel „Persönlichkeiten empfehlen“ prĂ€sentierten Personen aus dem öffentlichen Leben unter einem selbst gewĂ€hlten Themenschwerpunkt ihre Lieblingsfilme. Den Start machte Schauspielerin Martina Ebm.[21]

Flimmit konnte ĂŒber das Web, ĂŒber mobile EndgerĂ€te wie Smartphones und Tablets sowie am Fernseher genutzt werden. FĂŒr die mobilen Betriebssysteme von Apple und Android standen eigene Apps zur VerfĂŒgung, die in den jeweiligen Download-Stores heruntergeladen werden konnten. FĂŒr Smart-TVs der Marken Samsung und LG gab es eigene Apps am Fernseher. Flimmit unterstĂŒtzte weiters die Dienste von Google Chromecast und Apple AirPlay,[22] sowie Amazon Fire TV, Android TV und Apple TV.[23]

Als erster Video-on-Demand-Anbieter war Flimmit auf einem eigenen Satellitenkanal empfangbar.[24] Voraussetzung dafĂŒr war ein Internet- und HbbTV-fĂ€higes FernsehgerĂ€t. Seit Juni 2016 war Flimmit zudem im HbbTV-Portal des ORF integriert.[25]

Flimmit betrieb auch Kooperationen mit Kabelnetzbetreibern wie der Salzburg AG (via CableLink-TV), kabelplus und Liwest. Im CableLink-TV war das Flimmit-Portal auf Kanal 33, fĂŒr kabelplus-Kunden auf Kanal 30 und im Liwest Fernsehen Basispaket auf Kanal 84 verankert. Die Kunden der Kabelnetzbetreiber konnten alle Filme und Serien kostenlos abrufen.[26][27]

Flimmit war Teil der 2010 gegrĂŒndeten Initiative EuroVoD. Die europĂ€ische Organisation ist ein Zusammenschluss unabhĂ€ngiger VoD-Anbieter und ist bemĂŒht, die grenzĂŒberschreitende Verbreitung von nationalen Filmen zu vereinfachen und auszubauen.[28]

Gemeinsam mit den Partnern von EuroVoD wurde regelmĂ€ĂŸig das europĂ€ische Online-Filmfestival STREAMS veranstaltet, das seinen Fokus auf jungen Independent- und Arthouse-Kino hat. Die teilnehmenden LĂ€nder schicken zwei aktuelle Filme ins Rennen, die bis dato noch nicht in den anderen europĂ€ischen LĂ€ndern veröffentlicht wurden. Der Gewinnerfilm wird von einer Jury aus Bloggern und Filmemachern aller teilnehmenden Nationen gewĂ€hlt und erhĂ€lt ein Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro.[29]

Einzelnachweise

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  1. ↑ With Flimmit (Sorted by Popularity Ascending). Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  2. ↑ Flimmit wurde eingestellt. In: flimmit.at. 30. November 2023, abgerufen am 3. Dezember 2023.
  3. ↑ Flimmit wird Ende November eingestellt. In: ORF.at. 18. August 2023, abgerufen am 18. August 2023.
  4. 1 2 Das Zuhause der heimischen Film-, TV- und Kreativszene | Flimmit.at. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  5. ↑ impulse: geförderte projekte (Memento vom 5. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  6. ↑ mediadesk | Förderergebnisse Online Distribution Call 16/14. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 30. Dezember 2020; abgerufen am 28. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ leisure communication in cooperation with Kommunikationsagentur GmbH KĂ€rntnerstraße 17/8: Flimmit bringt Festivalhighlights auf die österreichischen TV-Screens – BILD | leisure communications | Pressebereich. Abgerufen am 5. Dezember 2022.
  8. ↑ ORF beteiligt sich an Videoplattform Flimmit. In: news.orf.at. 3. Juli 2014, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  9. ↑ Flimmit baut aus: GrĂ¶ĂŸeres Angebot, Neues Layout, neuer Partner ORF. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  10. ↑ michael.leitner: Flimmit: “Grenzen sollen keine Rolle mehr spielen”. 18. Dezember 2015, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  11. ↑ Flimmit weitet Angebot aus. In: kurier.at. 17. September 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. Dezember 2017; abgerufen am 25. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. ↑ ORF startet mit Unitel Klassikportal „fidelio“. In: DiePresse.com. 21. Juni 2016, abgerufen am 25. Januar 2018.
  13. ↑ derStandard.at – Videodienst Flimmit gehört jetzt praktisch zur GĂ€nze dem ORF. Artikel vom 5. Juli 2016, abgerufen am 7. Februar 2025.
  14. ↑ Der Standard: GIS-GebĂŒhr fĂŒr Flimmit: ORF reicht Umbau der Streamingtochter ein
  15. ↑ ORF darf GIS-GebĂŒhr fĂŒr Streamingportal Flimmit verwenden. In: DerStandard.at vom 14. November 2019
  16. ↑ Wrabetz will DigitalplĂ€ne der ORF forcieren. In: SN.at vom 1. Juli 2020
  17. ↑ Flimmit GmbH & Co KG, auf der Webseite des ORF, abgerufen am 29. September 2020.
  18. ↑ Flimmit wurde eingestellt. In: flimmit.at. 30. November 2023, abgerufen am 5. Dezember 2023.
  19. ↑ Kurze Pause – gleich geht’s weiter! In: myfidelio.at. 30. November 2023, abgerufen am 5. Dezember 2023.
  20. ↑ : Flimmit: Abo fĂŒr Bingewatcher. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  21. ↑ Promis prĂ€sentieren Film-Favoriten auf Flimmit (Memento vom 28. Juni 2016 im Internet Archive)
  22. ↑ futurezone.at: Flimmit im Test: Nischen-Netflix fĂŒr Österreich
  23. ↑ Flimmit-Inhalte auch auf Amazon Fire TV und Apple TV. In: derStandard.at. 19. Dezember 2016, abgerufen am 7. Februar 2025.
  24. ↑ digitalfernsehen.de: VoD-Portal Flimmit ab sofort mit eigenem Kanal ĂŒber Astra
  25. ↑ Flimmit ab sofort auch auf HbbTV und CableLink. 24. Juni 2016, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  26. ↑ michael.leitner: Flimmit tritt mit Abo-Modell gegen Netflix an. 16. MĂ€rz 2015, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  27. ↑ : Flimmit steigert technische Reichweite. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  28. ↑ EUROVOD – Network of European Independent VoD Platforms. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 25. Oktober 2020; abgerufen am 28. Oktober 2020 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  29. ↑ : Flimmit prĂ€sentiert Film Festival ‚Streams 2014‘. Abgerufen am 28. Oktober 2020.