Franz Hubmann
Franz Hubmann (* 2. Oktober 1914 in Ebreichsdorf, Niederösterreich; â 9. Juni 2007 in Wien) war ein österreichischer Fotograf und Bildjournalist. Franz Hubmann lebte und arbeitete als freischaffender Fotograf und Autor in Wien.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hubmann schlug zunĂ€chst eine Laufbahn als Textiltechniker ein, 1936â38 leitete er eine Hutfabrik. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss er, sein Hobby zum Beruf zu machen. Als 32-jĂ€hriger Familienvater begann Hubmann 1946 eine dreijĂ€hrige Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.
Als Bildstellenleiter der Ăsterreichischen Fremdenverkehrswerbung lernte er 1951 Karl Pawek, zu dieser Zeit Herausgeber des Magazines Austria International, kennen â eine langjĂ€hrige Zusammenarbeit begann. 1954 grĂŒndeten sie gemeinsam magnum â die Zeitschrift fĂŒr das moderne Leben. Das Ziel der Zeitschrift war, den Menschen behutsam in die neue Welt der Moderne zu fĂŒhren. Hubmanns Fotoserien, wie zum Beispiel ĂŒber das CafĂ© Hawelka, waren sein Durchbruch als Fotograf und Bildjournalist. Bis die Zeitschrift 1964 eingestellt wurde, war er der leitende Fotograf.
Im Laufe der Jahrzehnte publizierte er rund 80 BildbĂ€nde, insbesondere zu zeitgeschichtlichen, historischen und volkskundlichen Themen. ZusĂ€tzlich produzierte er in den 1960er- und frĂŒhen 1970er-Jahren 17 Fernsehfilme fĂŒr den ORF, unter anderem die 5-teilige Serie Die Hohe Schule der Fotografie.
Sein Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 68, Reihe 6, Nr. 5).
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hubmann galt in Fachkreisen als der Doyen der österreichischen Fotografie, als der âösterreichische Cartier-Bressonâ. Er war ein Fotograf, der wie kaum ein anderer das spezifisch Ăsterreichische und speziell Wienerische in fotografischen Geschichten und ErzĂ€hlungen festhielt.[1]
Preise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1972: Preis der Stadt Wien fĂŒr Bildende Kunst
- 1992: Ăsterreichisches Ehrenzeichen fĂŒr Wissenschaft und Kunst
- 1994: Ăsterreichischer Staatspreis fĂŒr kĂŒnstlerische Fotografie
- 1999: GroĂes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern fĂŒr Verdienste um die Republik Ăsterreich[2]
- 2004: GroĂes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern fĂŒr Verdienste um die Republik Ăsterreich[3]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]KĂŒnstlerportrĂ€ts, Bildessays sowie humaner Bildjournalismus stehen im Mittelpunkt seines ĂŒberwiegend schwarz-weiĂen Ćuvres. HintergrĂŒndige Reportagen und das Life-Bild sind seine SpezialitĂ€t â fĂŒr den entscheidenden Augenblick hat Hubmann das perfekte GespĂŒr.
Hubmann ist ein Vertreter der so genannten Life-Fotografie. Der Mensch steht im Mittelpunkt seines Interesses. Seine Bilder vermitteln LebensgefĂŒhl und ziehen den Betrachter ins Geschehen. Sie wirken spontan und zeigen die AlltĂ€glichkeiten, die Kleinigkeiten des Lebens. Somit werden sie zu wichtigen Zeugnissen der österreichischen Kulturgeschichte.
Werke / BildbÀnde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Gute Alte Zeit. Alte Photographien aus Wien. Verlag St. Peter, Salzburg 1967.
- Zwischen WienfluĂ und Alserbach. Verlag fĂŒr Jugend und Volk, Wien 1968.
- K.u.K. Familienalbum. Die Welt von gestern in alten Photographien. Verlag Fritz Molden, Wien 1971, ISBN 3-217-00231-8.
- Heimliches Deutschland. Verborgene Schönheit in Landschaft und Kultur. Molden, 1982. ISBN 3-217-00757-3 / ISBN 978-3-217-00757-4
- Ein Tag in Salzburg. Text Walter MĂŒller. Salzburg, Wien: Residenz-Verlag, 1983 ISBN 3-7017-0336-1 / ISBN 978-3-7017-0336-4
- Wien. Metamorphosen einer Stadt. Historisches Museum der Stadt Wien, Verlag Christian BrandstÀtter, Wien 1992, ISBN 3-85447-415-6.
- Geh ein und aus. Bleib Freund dem Haus. Fassadenmalerei und HaussprĂŒche in den AlpenlĂ€ndern. Wien: Christian BrandstĂ€tter, 2000 ISBN 3-85447-752-X / ISBN 978-3-85447-752-5
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Franz Hubmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag zu Franz Hubmann im Austria-Forum (im AEIOU-Ăsterreich-Lexikon)
- Nachruf: Doyen der österreichischen Fotografie ist tot: Franz Hubmann 92-jĂ€hrig verstorben und WĂŒrdigung Franz Hubmann im PortrĂ€t: Chronist des Wesentlichen und Analytiker des Seins in News vom 10. Juni 2007 (abgerufen am 15. Juni 2009)
- Nachruf von Gerhard Sokol (abgerufen am 15. Juni 2009)
- Werke von Franz Hubmann in der Datenbank von www.imagno.at
- Franz Hubmann in der Datenbank GedÀchtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
- RadiobeitrĂ€ge mit und ĂŒber Franz Hubmann im Online-Archiv der Ăsterreichischen Mediathek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Franz Hubmann bei Kunstundkosmos
- â Aufstellung aller durch den BundesprĂ€sidenten verliehenen Ehrenzeichen fĂŒr Verdienste um die Republik Ăsterreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
- â Aufstellung aller durch den BundesprĂ€sidenten verliehenen Ehrenzeichen fĂŒr Verdienste um die Republik Ăsterreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hubmann, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Fotograf und Fotojournalist |
| GEBURTSDATUM | 2. Oktober 1914 |
| GEBURTSORT | Ebreichsdorf, Ăsterreich |
| STERBEDATUM | 9. Juni 2007 |
| STERBEORT | Wien |
- Fotograf (Wien)
- Fotograf (20. Jahrhundert)
- TrĂ€ger des österreichischen Ehrenzeichens fĂŒr Wissenschaft und Kunst
- TrĂ€ger des GroĂen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern fĂŒr Verdienste um die Republik Ăsterreich
- TrĂ€ger des GroĂen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark
- Person (Ebreichsdorf)
- Ăsterreicher
- Geboren 1914
- Gestorben 2007
- Mann