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Georg Bollenbeck

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Georg Bollenbeck (* 10. Dezember 1947 in BrĂŒhl; † 2. Oktober 2010 in Brenig) war ein deutscher Germanist und Kulturwissenschaftler. Er lehrte an der UniversitĂ€t Siegen.

Nach dem Abitur am St. Michael-Gymnasium in Bad MĂŒnstereifel studierte Bollenbeck Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie an der UniversitĂ€t Bonn. Nach dem Abschluss des ersten Staatsexamens wurde er durch das Graduiertenprogramm der UniversitĂ€t Bonn gefördert und schloss 1976 seine Promotion zum Thema „Zur Theorie und Geschichte der Arbeiterlebenserinnerungen“ ab. Im gleichen Jahr wurde Bollenbeck als wissenschaftlicher Assistent an der UniversitĂ€t-GH Siegen im Bereich „Allgemeine Literaturwissenschaft/Germanistik“ eingestellt. 1982 schloss er das Habilitationsverfahren mit der Habilitationsschrift „Der dauerhafte Schwankheld. Zum Ineinander von Produktions- und Rezeptionsgeschichte beim Till Eulenspiegel“ ab. Am 9. Dezember 1984 folgte die Ernennung zum Zeitprofessor fĂŒr „Neuere Deutsche Literaturwissenschaft“. Am 28. September 1988 wurde Bollenbeck aufgrund des „Fiebiger-Programms“ zur Förderung innovativer ForschungsansĂ€tze zum UniversitĂ€tsprofessor auf Lebenszeit fĂŒr das Fach „Germanistische Literaturwissenschaft“ ernannt.

Er erhielt Gastprofessuren an der Emory University in Atlanta/USA (1989/90), an der UniversitĂ€t Aix-en-Provence (2002) und an der Chulalongkorn University in Bangkok, Thailand (2004), sowie an dem Zentrum fĂŒr Literaturforschung, Berlin (2000). Seit 2005 war Georg Bollenbeck Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Klassik Stiftung Weimar.

Über den engeren germanistischen Bereich hinaus beschĂ€ftigen sich Bollenbecks Arbeiten – ideengeschichtliche, mentalitĂ€tsgeschichtliche und begriffsgeschichtliche AnsĂ€tze aufgreifend – mit der Geschichte der Semantik des deutschen BildungsbĂŒrgertums. Gezeigt wird am Beispiel des Deutungsmusters „Bildung und Kultur“ wie philosophisch imprĂ€gnierte und sozialgeschichtlich relevante Begriffe die Weltinterpretation leiten und Verhalten motivieren. Dadurch erscheinen der Eigenweg in die Moderne, die Modernisierungskrise und der Nationalsozialismus in einem neuen Licht. Seine Geschichte der Kulturkritik ist stĂ€rker ideengeschichtlich fokussiert. Im Zentrum steht eine Art des Nachdenkens ĂŒber die Gewinne, Verluste und Möglichkeiten der Moderne.

AusgewÀhlte Publikationen

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  • Theodor Storm. Eine Biographie mit Abbildungen. Frankfurt 1988. 393 S. Insel Verlag. ISBN 3-458-33047-X
  • Bildung und Kultur. Glanz und Elend eines deutschen Deutungsmusters. Frankfurt 1994. 418 S. Insel Verlag. ISBN 3-458-16618-1
  • Tradition – Avantgarde – Reaktion. Deutsche Kontroversen um die kulturelle Moderne (1880–1945). Frankfurt 1999. 448 S. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-004803-2
  • gemeinsam mit Clemens Knobloch (Hrsg.): Resonanzkonstellationen. Die illusionĂ€re Autonomie der Kulturwissenschaften. Heidelberg 2004, 209 S., Synchron. Wissenschaftsverlag der Autoren. ISBN 3-935025-67-X
  • Eine Geschichte der Kulturkritik. Von Rousseau bis GĂŒnther Anders. MĂŒnchen 2007. 318 Seiten. C.H. Beck Verlag. ISBN 978-3-406-54796-6
  • gemeinsam mit Lothar Ehrlich (Hrsg.): Friedrich Schiller: der unterschĂ€tzte Theoretiker. Böhlau, 1. Aufl. 2007. ISBN 978-3-412-11906-5