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Gewista

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Gewista-Werbegesellschaft m.b.H.
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Rechtsform GmbH
GrĂŒndung 1921
Sitz Wien, Osterreich Österreich
Leitung Franz Solta
(handelsrechtlich)
Hansjörg Hosp
(gewerberechtlich)[1]
Mitarbeiterzahl ca. 340 (2019[2])
Branche Außen-, Plakat-, Verkehrsmittel-, Standort-, Kino- und Lichtwerbung
Website www.gewista.at

Die Gewista-Werbegesellschaft m.b.H. ist ein Werbeunternehmen in der Außenwerbung in Österreich mit Sitz am Thomas-Klestil-Platz 13 im dritten Wiener Gemeindebezirk Landstraße.

Name und BesitzverhÀltnisse

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Die Gewista wurde am 8. November 1921 als Gemeinde Wien – StĂ€dtische AnkĂŒndigungsunternehmung[3] der Magistratsabteilung der Stadt Wien zur Vermarktung von Verkehrsmittelwerbung gegrĂŒndet. Erst im Jahr 1974 wurde die Gewista aus dem StĂ€dtischen Magistrat ausgegliedert. Mehrheitsbesitzer war nun die WABVG – Wiener Allgemeine Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft (ab 1983 Wiener Holding, seit 2003 Wien Holding), die restlichen 49 % hielten die Progress Werbung und die IWG. Von 1974 bis 1998 leitete Erik Hanke das Unternehmen.[4][5]

Nach der sogenannten „Ostöffnung“ grĂŒndete die Gewista im Jahr 1990 Tochterunternehmen in Prag und Bratislava und ĂŒbernahm gemeinsam mit Mahir und der StĂ€dtischen Vermögensverwaltung Budapest das ungarische Unternehmen Europlakat. Aus diesen Investments wurde seitdem der grĂ¶ĂŸte Außenwerbekonzern Osteuropas. 1993 ĂŒbernahm die Bank Austria die Mehrheitsanteile der Gewista und ĂŒbertrug diese im Jahr 2000 an ihre Stiftungstochter B&C Holding.

Ab Mai 2000 begann eine Phase der Umstrukturierung, in der zunehmend der französische Außenwerbekonzern JCDecaux an Einfluss im Unternehmen gewann: SpĂ€testens seit 2010 gehören 67 % der Gewista der JCDecaux Central and Eastern Europe Holding (an der auch die B&C Holding beteiligt ist) und 33 % der PROGRESS Beteiligungsges. m.b.H. (30 % der PROGRESS Beteiligungsges. m.b.H. hĂ€lt die A.W.H. Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die dem Verband der Wiener Arbeiterheime gehört).[6] GeschĂ€ftsfĂŒhrer der A.W.H Beteiligungsgesellschaft m.b.H. ist Helmut Laska, Ehemann der ehemaligen Wiener VizebĂŒrgermeisterin Grete Laska (SPÖ). Außerdem befinden sich in leitenden Positionen der A.W.H Beteiligungsgesellschaft zahlreiche ehemalige Politiker der SPÖ Wien, unter anderem der ehemalige LandtagsprĂ€sident Harry Kopietz, was regelmĂ€ĂŸig zu heftigen politischen Kontroversen fĂŒhrt (siehe Kritik).[7][8]

GeschÀftsfeld

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Als klassisches Außenwerbungs-Unternehmen vermarktet die Gewista (Stand Juli 2020) 16.000 Plakatstellen, 1.500 LitfaßsĂ€ulen, ĂŒber 11.700 City Light-FlĂ€chen (von hinten beleuchtete Plakate bei WartehĂ€uschen) sowie 680 so genannte Rolling Boards, sowie ĂŒber 500 Digitalstandorte (Großbildschirme und VideowĂ€nde). DarĂŒber hinaus rund 3.000 Werbetafeln in den Wiener U-Bahn-Stationen und ĂŒber 23.000 im Rollmaterial der Wiener Linien und der Wiener Lokalbahnen. Zum GeschĂ€ftsfeld gehören weiters Dauerwerbe- und Orientierungstafeln, SonderwerbetrĂ€ger, WerbeflĂ€chen in und an öffentlichen GebĂ€uden, Stadien und anderen Verkehrspunkten.[9] Das 1998 gegrĂŒndete Tochterunternehmen Infoscreen Austria GmbH betreibt in einigen Wiener U-Bahn-Stationen (und sogar in einem U-Bahn-Zug) Großbildprojektionen, auf denen ein Programmmix aus Veranstaltungstipps, Nachrichtenmeldungen (zum Teil mit kurzen Filmausschnitten), Cartoons und Werbeeinschaltungen (sogenannte „elektronische Außenwerbung“) zu sehen ist.

Seit 2003 betreibt die Gewista auch das Radverleihsystem Citybike Wien[10] Im Jahr 2010 erfolgte in der zweiten Ausbauphase die Ausweitung um 60 Citybike-Stationen in den Außenbezirken Wiens, deren laufender Aufwand jĂ€hrlich rund 860.000 Euro ausmachen soll. Diese anfallenden Kosten werden von der Stadt Wien getragen und der Gewista seit Vertragsbeginn abgegolten. Da die Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro pro Jahr fĂŒr den laufenden Betrieb an den 61 Citybike-Stationen innerhalb des Wiener GĂŒrtels nach Gewista-Darstellung – insbesondere auch in der Folge der Corona-Krise – nicht mehr zu tragen sind, wurde mit der Stadt im ersten Halbjahr 2020 um KostenĂŒbernahme durch die Stadt verhandelt und im Falle der Nichteinigung die Schließung der Standorte noch vor dem Sommer angedroht. Da in den Verhandlungen sowohl der zustĂ€ndige Magistrat, wie auch die grĂŒnen VizebĂŒrgermeisterin und VerkehrsstadtrĂ€tin Birgit Hebein die Übernahme ablehnten, kĂŒndigte Gewista die Auflassung dieser 61 Citybike-Stationen ab 13. Juli 2020 an.[11][12] Der Betrieb der 61 Citybike-Stationen in Wien soll im Herbst 2020 von den Wiener Linien ĂŒbernommen werden.[13]

Citybike Salzburg

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Seit Ende 2005 wird auch Citybike Salzburg mit einer City-Bikestation am Ferdinand-Hanusch-Platz in Salzburg betrieben.[14][15]

Die Gewista sieht sich selbst als eines der grĂ¶ĂŸten Außenwerbeunternehmen Österreichs. Der Mitbewerber Epamedia betreibt österreichweit insgesamt ĂŒber 19.500 Außenwerbestellen (Stand Juli 2020) und sieht sich damit seinerseits als das Unternehmen mit höchster PrĂ€senz an WerbeflĂ€chen in Österreich.[16]

Der Gewista wird seit jeher ein NaheverhĂ€ltnis zur Stadt Wien bzw. zur ehemals absolut regierenden Wiener SPÖ nachgesagt.[17]

  • So kritisierte das Kontrollamt der Stadt Wien die „Fast-Monopolstellung“ der Gewista und deren Bevorzugung gegenĂŒber anderen Bewerbern sowie die vergleichsweise geringen Tarife.[18]
  • WĂ€hrend beispielsweise in Linz 900 Euro pro Jahr fĂŒr eine Rollingboard-Anlage fĂ€llig werden oder in KĂ€rnten sogar bis zu 5900 Euro, gibt man sich in Wien mit 300 Euro zufrieden.[19]
  • Außerdem wurde in dem Bericht die leichtfertige Erteilung der Genehmigung fĂŒr knapp 5000 sogenannte Halbschalen an Lichtmasten kritisiert, ohne beispielsweise Fragen der Verkehrssicherheit zu ĂŒberprĂŒfen.
  • ÖVP und GrĂŒne kritisieren, dass die SPÖ indirekt ĂŒber die Progress Beteiligungsgesellschaft an der Gewista beteiligt sei und somit mehr Interesse am Monopol des Unternehmens als an der Sicherheit der Wiener habe. BĂŒrgermeister Michael HĂ€upl spricht von Unterstellungen und bestreitet, dass die Gewista ein Monopol hat.[18]
  • Ein weiterer Bericht des Kontrollamts deckte auf, dass die Kosten fĂŒr den Wiener Tierschutztag der Magistratsabteilung 60 (VeterinĂ€ramt) von 2005 auf 2006 um 40 % auf knapp 261.000 Euro gestiegen sind und dieses Geld vor allem in Werbung auf den Rolling Boards der Gewista floss.[20]
  • Vor den Nationalratswahlen 2006 warfen Die GrĂŒnen – Die grĂŒne Alternative der von politischen Beobachtern und Medien als SPÖ nahe eingeschĂ€tzten Gewista massive PreisnachlĂ€sse fĂŒr die SPÖ vor, da ihrer Meinung nach die beanschlagten Wahlkampfkosten gemessen an der Menge an Werbeeinschaltungen zu niedrig angesetzt worden wĂ€ren.[21]
  • Zur Nationalratswahlen 2008 wollte die SPÖ auf die DreiecksstĂ€nder verzichten und stattdessen die WerbeflĂ€chen der Gewista verwenden. Dies wurde von den anderen Parteien u. a. mit der BegrĂŒndung abgelehnt, dass die SPÖ ĂŒber mehrere Ecken mit der Gewista verbunden sei und somit leichter an PlakatflĂ€chen komme.[22]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Gewista-Werbegesellschaft m.b.H. mit Gewerbeberechtigung Vermietung beweglicher WirtschaftsgĂŒter, ausgenommen Waffen. GISA-Zahl: 25637861. Eintrag in WKO Firmen A–Z. Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.), abgerufen am 10. Juli 2020.
  2. ↑ Über Gewista. Hier: Mitarbeiter 2019 – Mitarbeiteranzahl: 343. In: Website der Gewista, ohne Datum, abgerufen am 10. Juli 2020.
  3. ↑ Eintrag der GEWISTA im Handelsregister, Handelsgericht Wien, lfd. Nr. 46/1921, Eintragung am 8. November 1921 (Faksimile in: Datei:Gewista.jpg. WStLA, Handelsgericht Wien, B76: A 61/46 im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien).
  4. ↑ Laska ehrt "Licht ins Dunkel"-PrĂ€sident KR Erik Hanke. In: wien.gv.at. 24. MĂ€rz 2004, abgerufen am 30. MĂ€rz 2025.
  5. ↑ Erik Hanke gestorben. In: ORF.at. 29. MĂ€rz 2025, abgerufen am 30. MĂ€rz 2025.
  6. ↑ Über Gewista. Hier: Gesellschafter der Gewista. In: Website der Gewista, ohne Datum, abgerufen am 10. Juli 2020.
  7. ↑ Michael Lohmeyer: Millionendeal um U-Bahn-Werbung. Reklame auf und an der U2 kommt spĂ€testens zur Fußball-EM. In: Die Presse, 23. Oktober 2007, abgerufen am 10. Juli 2020.
  8. ↑ Florian Skrabal, Thomas Trescher, Klaus Stimeder: Republik: Freundschaftsspiel. („In Wien steht zumindest ein Sieger der Fußball-Euro jetzt schon fest: ein SPÖ-nahes Firmennetzwerk, das sich – nicht zuletzt aufgrund guter Kontakte zum Rathaus – fĂŒr seine Veranstaltungen die besten PlĂ€tze beim Fußballfest bereits gesichert hat.“) In: Datum, Heft 3/2008 vom 1. MĂ€rz 2008 (Volltext online (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)).
  9. ↑ Marktposition von Out of Home. Gewista am österreichischen Werbemarkt. In: Website der Gewista, ohne Datum, abgerufen am 10. Juli 2020.
  10. ↑ Wiener Citybike gerettet, radlobby.at, 13. August 2020
  11. ↑ David Krutzler: Gewista droht Wien mit Ende der Citybikes noch vor dem Sommer. Werden laufende Kosten von 1,1 Millionen Euro pro Jahr nicht von der Stadt ĂŒbernommen, soll die HĂ€lfte der 121 Ausleihstationen abgebaut werden. In: Der Standard, 20. Mai 2020, abgerufen am 10. Juli 2020.
  12. ↑ David Krutzler: Wiens Citybike-System vor dem Aus: HĂ€lfte der Stationen wird abgebaut. Keine Einigung mit der Stadt ĂŒber Kosten von 1,1 Millionen Euro pro Jahr: Die Gewista schließt 61 Ausleihstationen, großteils innerhalb des GĂŒrtels In: Der Standard, 10. Juli 2020, abgerufen am 10. Juli 2020.
  13. ↑ City Bikes gerettet: Wiener Linien ĂŒbernehmen Betrieb, heute.at, 29. Juli 2020
  14. ↑ Vöslauer wirbt auf Salzburger Citybikes, Horizont.at, 30. November 2010
  15. ↑ Citybikes fahren in Salzburg, horizont.at, 11. Januar 2006
  16. ↑ Unternehmen: Mit Außenwerbung mehr erreichen. In: Website der Epamedia, ohne Datum, abgerufen am 10. Juli 2020: „Mit knapp 17.500 Plakatstellen, ĂŒber 1.000 Citylight- und 1.000 PosterlightflĂ€chen sowie 75 Bigboards und mobilen WerbeflĂ€chen garantiert unser Unternehmen höchste PrĂ€senz in ganz Österreich.“
  17. ↑ Gewista „hat mit SPÖ nichts zu tun“. BĂŒrgermeister HĂ€upl weist Kritik der Opposition zurĂŒck. In: Der Standard/Austria Presse Agentur, 11. Februar 2008, abgerufen am 10. Juli 2020.
  18. 1 2 Judith Lecher: PlakatflÀchen: Kritik am Wiener Platzhirsch Gewista. In: Die Presse, 28. JÀnner 2008, abgerufen am 10. Juli 2020.
  19. ↑ Martina Stemmer: Geringe Miete fĂŒr teure Werbung. WĂ€hrend sich andere BundeslĂ€nder das Aufstellen von Werbetafeln mitunter teuer abkaufen lassen, gibt sich Wien mit einer Mini-GebĂŒhr zufrieden – wovon vor allem ein SPÖ-nahes Unternehmen profitiert. In: Der Standard, 10. Oktober 2008, abgerufen am 10. Juli 2020.
  20. ↑ Kontrollamt: Tierschutzgelder landen in Tasche von Werbefirma. Kostenexplosion bei MA 60 fĂŒr Tierschutz-Werbung. In: Die Presse, 29. April 2008, abgerufen am 10. Juli 2020.
  21. ↑ Heißer Wahlkampf: „Freunderlwirtschaft mit Plakatfirmen?“ In: Die Presse, 20. Juli 2006.
  22. ↑ SPÖ will auf DreiecksstĂ€nder verzichten. In: wien.ORF.at, 12. August 2008.