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HomogenitÀt (Wirtschaft)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Homogenes Gut)

HomogenitĂ€t ist in der Volkswirtschaftslehre eine Eigenschaft von GĂŒtern und Dienstleistungen, völlig einheitlich und undifferenziert zu sein und weder QualitĂ€tsunterschiede noch PrĂ€ferenzen aufzuweisen.

Um zu Erkenntnissen zu gelangen, mĂŒssen die Wissenschaften zunĂ€chst IdealzustĂ€nde analysieren und beschreiben, die im Alltag in dieser Form nicht anzutreffen sind. Diese Modelle können dann im Wege der abnehmenden Abstraktion an die RealitĂ€t sukzessive angenĂ€hert werden.[1] So verhĂ€lt es sich auch bei der HomogenitĂ€t, die auf GĂŒter, Dienstleistungen und MĂ€rkte („homogener Markt“) Anwendung findet und in dieser Form in der Praxis kaum vorzufinden ist. Regelfall ist ihr Gegensatz, die HeterogenitĂ€t von MĂ€rkten, GĂŒtern und Dienstleistungen.

HomogenitÀtsbedingungen

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Ein homogener Markt liegt vor, wenn auf Seiten der Nachfrager keine PrĂ€ferenzen fĂŒr die auf ihm gehandelten GĂŒter/Dienstleistungen vorhanden sind.[2] Homogene GĂŒter sind unterschiedslose und nicht voneinander unterscheidbare GĂŒter, deren jeweilige Mengeneinheiten aus Sicht der Nachfrager völlig gleichartig sind, so dass keine PrĂ€ferenzen hinsichtlich der einzelnen Einheiten und keine QualitĂ€tsunterschiede vorhanden sind. Ihre Gleichartigkeit gibt den Nachfragern deshalb keinen Anlass, einen bestimmten Anbieter oder qualitativ höherwertige GĂŒter vorzuziehen und den Anbietern keinen Anlass, bestimmte Nachfrager zu prĂ€ferieren. Wegen ihrer Unterschiedslosigkeit sind homogene GĂŒter gegenseitig vollstĂ€ndig substituierbar. Ihr Gegensatz sind heterogene GĂŒter.[3]

Diese HomogenitĂ€tsbedingungen sind auf MĂ€rkten und bei GĂŒtern/Dienstleistungen in der RealitĂ€t kaum anzutreffen. Unterscheiden sich beispielsweise lediglich die Liefer- oder Zahlungsbedingungen der Lieferanten oder BonitĂ€ten/Zahlungsverhalten der Kunden in einem kleinen Detail, ist die HomogenitĂ€tsbedingung nicht mehr erfĂŒllt.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen homogenen und heterogenen GĂŒtern:[4]

Kriterium homogene GĂŒter heterogene GĂŒter
Marktform Börse, VersandhandelGeschÀfte, KaufhÀuser
Marktteilnehmer interagieren indirektinteragieren direkt
Preisbildung Auktionen, kontinuierliche PreisanpassungListenpreise, individuelle Preisverhandlungen

Homogene GĂŒter gibt es lediglich auf Börsen und teilweise im Versandhandel. Dort treten die Marktteilnehmer nur indirekt auf, denn die Übergabe der Handelsobjekte geschieht nicht unmittelbar zwischen VerkĂ€ufer und KĂ€ufer. Zwischen diese sind Börsenmakler oder Postunternehmen geschaltet.

Vollkommene MĂ€rkte

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Beim vollkommenen Markt handelt es sich um ein von der Volkswirtschaftstheorie entwickeltes Gedankenmodell, dessen Voraussetzungen in der RealitĂ€t nicht zu verwirklichen sind.[5] Die HomogenitĂ€t ist eine der vielen PrĂ€missen fĂŒr vollkommene MĂ€rkte.

Auf vollkommenen MĂ€rkten herrschen folgende Marktbedingungen:

Diese Bedingungen sind rein theoretischer Natur und können annĂ€hernd nur von Börsen erfĂŒllt werden.[6] Homogene GĂŒter sind Handelsobjekte auf vollkommenen MĂ€rkten mit vollstĂ€ndiger Information aller Marktteilnehmer ĂŒber die Marktdaten (Angebot, Nachfrage, Preis, ProduktqualitĂ€t). Es gibt einen einheitlichen Marktpreis, weil unterschiedliche Preise durch Arbitrage zum Ausgleich gebracht wĂŒrden.[7] Alle Marktteilnehmer verhalten sich als Mengenanpasser, denn der Preis ist ein Datenparameter, das Marktvolumen ein Aktionsparameter.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Rolf Becker/Wolfgang Lauterbach, Bildung als Privileg, 2016, S. 426
  2. ↑ Wolfgang Hilke, Markt, Marktformen und Marktverhaltensweisen, in: Waldemar Wittmann (Hrsg.), Handwörterbuch der Betriebswirtschaftslehre, Teilband 2, 1993, Sp. 2772 f.
  3. ↑ Walter Kortmann, Mikroökonomik: Methodik – Aufgaben – Begriffe, 2004, S. 277
  4. ↑ JĂŒrgen Eichberger, GrundzĂŒge der Mikroökonomik, 2004, S. 17
  5. ↑ Hans-Joachim Panten/Horst MĂ€nnel/Reinhold Stössel/Gerhard Fischer/Franz-Josef Trouvain/Adolf HĂŒttl/Manfred Wilsdorf/Hans Floitgraf, Volkswirtschaftslehre, 1975, S. 108
  6. ↑ Hermann Witte, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2007, S. 18
  7. ↑ JĂŒrgen Eichberger, GrundzĂŒge der Mikroökonomik, 2004, S. 18