Horder
Horder, oder Horderus, ist der Name eines romanischen Steinmetzes, der um das Jahr 1180 im dänischen Djursland gewirkt hat. Der Name ist in Skandinavien recht häufig, da er ein Stammesname war und vermutlich auf die von Caesar erwähnten Haruder zurĂźckgeht. Horder werden fĂźnf Portale sowie eine Reihe von Taufsteinen zugeschrieben. Die wichtigsten Werke sind die Portale der Kirchen in Rimsø, Vejlby und Ărsted.
Charakteristisch fĂźr sein Werk sind Seilstäbe bzw. Verzierungen mit Tauwindungen und Akanthusranken. Der typische Horder-Taufstein besteht aus feinkĂśrnigen grauem Granit. Der obere Rand hat Tauwindungen, die aber auch an Werke der Korbflechtkunst erinnern. Die AuĂenseite ist in zwei Felder geteilt, die in der Regel mit Akanthus-Ranken ausgefĂźllt sind. Der FuĂ ist viereckig und unterschiedlich gestaltet.
Wahrscheinlich hatte er seine Werkstatt in der Nähe des Kolindsund, so dass seine Werke auf dem Seeweg transportiert werden konnten.
Werke
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An 17 Kirchen auf der dänischen Halbinsel Djursland sowie an fßnf Stellen auf Fßnen und in Sunds finden sich seine Arbeiten. In Deutschland befinden sich in der Marienkirche von Grundhof sowie in Hßrup Taufsteine, die ihm zugeordnet werden.
Dänemark:
- Taufstein in der Kirche von Dreslette (FĂźnen)
- Taufstein in der Kirche zu Fuglslev
- Taufstein in der Kirche von Hammelev Sogn
- Taufstein in der Kirche von Hoed
- Taufstein in der Kirche von HolbÌk. Unter einem Taubandring finden sich zwei ßbereinander gelagerte Felder mit Akanthusranken, die durch zwei Rundstäbe getrennt werden. Der Fuà ist rund und mit Tauband und Rundstäben verziert.
- Taufstein in der Kirche von Hornslet
- Taufstein in der Kirche von Karlby
- Taufstein in der Kirche von KĂŚrum (FĂźnen)
- Taufstein in der Kirche zu Lyngby
- Taufstein in der Kirche von Mygind
- Taufstein in der Kirche von Nørager
- Taufstein in der Kirche zu Sunds: Zuoberst sieht man den doppelten Taubandring, darunter einen Rundstab, einen Arkanthusgßrtel, zwei Rundstäbe, noch einen Rankengßrtel, 3 Rundstäbe und zuunterst ein Tauband. Der Tauffuà ist quadratisch und ebenfalls mit Taubändern verziert.
- Der Taufstein in der Kirche von Tøstrup: Verziert mit Taubandringen und Tierreliefen
- Taufstein in der Kirche von Veggerslev
- Taufstein in der Kirche von Vejlby
- Taufstein in der Kirche von Villersø
Deutschland:
- Taufstein in der Marienkirche (HĂźrup): Zuoberst sieht man den doppelten Taubandring, darunter ein AkanthusgĂźrtel und zwei Rundstäbe, es folgt noch einen RankengĂźrtel, den Abschluss bildet wieder ein Taubandring. Der FuĂ ist viereckig und mit Taubändern und Bildern verziert. Zu sehen sind Pflanzenornamente, eine Darstellung des âLamm Gottesâ und sieben KĂśpfe.
- Taufstein in der Marienkirche (Grundhof): Zuoberst sieht man den doppelten Taubandring, darunter einen Arkanthusgßrtel und zwei Rundstäbe. Es folgt ein Fries mit sieben KÜpfen und drei Pflanzenornamenten, die mit Ranken eingefasst sind. Den unteren Abschluss bildet wieder ein Taubandring. Der dazugehÜrende Fuà ist bei einem Kirchenbrand verloren gegangen und ersetzt worden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- H. K. Hein: Horder â en romansk stenmester. Hrsg.: Ă rhus kunstforening af 1847. 1966.
- Gunner Poulsen: Sunds Kirke. Sunds 1977.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- âImportwarenâ aus dem ostjĂźtischen Djursland: Die Granit-Taufsteine in Grundhof und HĂźrup; Artikel von Jane Bossen in der Zeitschrift Slesvigland
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Horder |
| ALTERNATIVNAMEN | Horderus |
| KURZBESCHREIBUNG | Steinmetz |
| GEBURTSDATUM | vor 1170 |
| STERBEDATUM | 12. Jahrhundert oder 13. Jahrhundert |