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Hwlitsum

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Die Hwlitsum oder Hwlitsum First Nation ist eine der von der kanadischen Regierung nicht als IndianerstĂ€mme anerkannten Gruppen in der Provinz British Columbia. Sie sind nahe mit den Penelakut verwandt und gehören kulturell zu den KĂŒsten-Salish. Die Hwlitsum fĂŒhren sich auf die Lamalchi zurĂŒck.

Karte der Gulf Islands

Die Dörfer der Lamalchi lagen am Fraser River, die wichtigsten Dörfer lagen am Hwlitsum (Canoe Pass), auf Lamalchi (Kuper Island), Saltspring Island und Galiano Island. Viele von ihnen leben heute am Fraser River und dem Lake Coquitlam sowie am Pitt Lake.

Am 20. April 1863 griff das Kanonenboot HMS Forward das Lamalchi-Dorf auf Penelakut Island (damals noch Kuper Island) an. Der KapitĂ€n glaubte dort die Mörder von drei EuropĂ€ern zu finden, doch die Lamalchi setzten sich erfolgreich zur Wehr und vertrieben das Boot, ein Vorgang, der als Lamalchi affair bekannt wurde. Dieser Niederlage folgte eine der grĂ¶ĂŸten MilitĂ€roperationen in der Geschichte British Columbias. An ihrem Ende wurden vier Indianer in Victoria hingerichtet, das Land, auf dem das Dorf der Lamalchi gestanden hatte, konfisziert.

In seinem Bericht vom 15. Februar 1877 beschrieb der zustĂ€ndige Indian Commissioner Malcom Gilbert Sproat seinen Besuch auf Kuper Island. Er zĂ€hlte 17 Angehörige des „Kivil-la-malth-sa sub-tribe“, also der Lamalchi. Die folgende Pockenepidemie hatten demnach nur drei MĂ€nner des Stammes ĂŒberlebt.

Die Indianerbehörde vereinigte die Penelakut und die wenigen Lamalchi zu einem Stamm. Ab 1894 mussten ihre Kinder die Kuper Island Residential School bei Androhung von GefÀngnis- und Geldstrafen gegen die Eltern besuchen, wo sie im Rahmen eines Assimilierungsprozesses ihrer Kultur entfremdet wurden und ihre Sprache nicht mehr gebrauchen durften.

Doch 1904 und 1912 kam es zwischen den zwangsweise vereinten zu einer Auseinandersetzung, in deren Folge einige Kinder die Tulalip Residential School jenseits der Grenze zu den USA besuchen mussten. Dort waren sie nÀher bei Verwandten unter den Lummi.

Die Lamalchi/Hwlitsum band kÀmpft seit Jahrzehnten um ihre Anerkennung und ist seit Juli 2005 Mitglied der Hul'qumi'num-Gruppe, wenn sie auch immer noch nicht als Stamm im Sinne des Indian Act anerkannt ist. Zu dieser Gruppe gehören die StÀmme der Chemainus, Cowichan, Halalt, Lake Cowichan, Lyackson und Penelakut. Zudem befindet es sich im zweiten der sechs Stadien des Vertragsprozesses mit der Provinz, dem sogenannten BC Treaty Process.

Sie sind von den Restriktionen beim Fischfang nicht nur mit Blick auf ihre Subsistenzwirtschaft betroffen, sondern auch aus kulturellen und gesundheitlichen GrĂŒnden.

  • Edmund Hope Verney, Allan Pritchard: Vancouver Island letters of Edmund Hope Verney 1862–65, University of British Columbia Press 1996.
  • Raymond (Rocky) Wilson: To Honor Our Ancestors. We become Visible Again, in: Bruce Granville Miller (Hg.): Be of Good Mind: Essays on the Coast Salish, University of British Columbia Press 2007, S. 131–137.