Interreg

Interreg ist eine Gemeinschaftsinitiative des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE), welche auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten untereinander und mit benachbarten Nicht-EU-LĂ€ndern abzielt. Die Programme sind dabei eingebettet in die EuropĂ€ische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ). Es ist neben dem Ziel âKonvergenzâ und dem Ziel âRegionale WettbewerbsfĂ€higkeit und BeschĂ€ftigungâ eigenstĂ€ndiges Instrument der europĂ€ischen Strukturpolitik.
Das Programm fördert grenzĂŒbergreifende MaĂnahmen der Zusammenarbeit wie Infrastrukturvorhaben, die Zusammenarbeit öffentlicher Versorgungsunternehmen, gemeinsame Aktionen von Unternehmen oder Kooperationen im Bereich des Umweltschutzes, der Bildung, der Raumplanung oder Kultur und damit rund 37,5 % der BĂŒrger der EuropĂ€ischen Union, die in grenznahen Gebieten zu Hause sind, entlang der 38 internen Grenzen und hilft die Nachteile geographischer und auch linguistischer Barrieren und Entwicklungshemmnisse zu reduzieren.
Allgemeine Ziele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]GrundsÀtzlich besitzt Interreg drei Ausrichtungen:
- Ausrichtung A ist die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit. Hierin wird Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzregionen vorangetrieben.
- Ausrichtung B die transnationale Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen KooperationsrÀumen soll die territoriale Integration dieser RÀume erhöhen.
- Ausrichtung C die interregionale Zusammenarbeit. Kooperationsnetze und Erfahrungsaustausch sollen die Wirksamkeit bestehender Instrumente fĂŒr Regionalentwicklung und KohĂ€sion verbessern.
Laut der EU ist das allgemeine Ziel von Interreg, âdafĂŒr zu sorgen, daĂ nationale Grenzen kein Hindernis fĂŒr eine ausgewogene Entwicklung und Integration des europĂ€ischen Raumes sindâ.[1] Grenzgebiete haben zwei Probleme: Die Grenze stellt eine Zerschneidung in wirtschaftlichem, kulturellen sowie sozialem Sinne dar und Grenzregionen werden von nationaler Politik hĂ€ufig vernachlĂ€ssigt. Aus diesen GrĂŒnden und dadurch, dass durch Erweiterungen die Binnengrenzen zunehmen und neue AuĂengrenzen entstehen, ist eine Förderung von grenzĂŒbergreifenden Projekten notwendig.
Im Rahmen der transnationalen Zusammenarbeit (Ausrichtung âInterregâ B) des Ziels âEuropĂ€ische territoriale Zusammenarbeitâ fördert die EuropĂ€ische Union aus Mitteln des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) die transnationale Zusammenarbeit mit dem Ziel einer integrierten territorialen Entwicklung. Das heiĂt, dass Projekte sowohl die rĂ€umlichen Bedingungen, wie Infrastruktur, Ressourcen, Siedlungsstrukturen, wirtschaftliche, soziale, ökologische und kulturelle Gegebenheiten, als auch Auswirkungen auf andere Bereiche in dem jeweiligen Territorium berĂŒcksichtigen sollen, um eine ausgeglichene rĂ€umliche Entwicklung zu unterstĂŒtzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung von Innovation, die Förderung eines zukunftsfĂ€higen Umwelt- und Risiko-Managements, die Verbesserung der internen und externen Erreichbarkeit der KooperationsrĂ€umen sowie die Förderung attraktiver und wettbewerbsfĂ€higer StĂ€dte und Regionen. DarĂŒber hinaus sollen Politiken auf nationaler, transnationaler und europĂ€ischer Ebene, wie das EuropĂ€ische Raumentwicklungskonzept (EUREK) oder die Territoriale Agenda der EU berĂŒcksichtigt werden.
Merkmale transnationaler Projekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beispielgebend: Erarbeitung von Beispiellösungen und Verallgemeinerung der Erfahrungen und Lernprozesse
- Ăbertragbar: Erarbeitung von Lösungen fĂŒr zusammenhĂ€ngende staatenĂŒbergreifende Entwicklungszonen oder -korridore
- Transnational: Mitwirkung von Partnern aus verschiedenen Staaten
- Territorial: Behandlung von Problemen mit Bedeutung bzw. Wirkung fĂŒr den Kooperationsraum oder gröĂerer Teile davon
- Prozessual: Sicherung gemeinsamer transnationaler Projektentwicklung, DurchfĂŒhrung, Finanzierung und Umsetzung
Interreg V
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Initiative Interreg V verfĂŒgt in Summe ĂŒber ein EU-weites Gesamtbudget von 10,1 Milliarden Euro im Zeitrahmen 2014 bis 2020.
Interreg V A
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Interreg V A setzt die grenzĂŒbergreifende Zusammenarbeit benachbarter Gebietskörperschaften auf der Basis gemeinsamer Strategien fĂŒr den Zeitraum von 2014 bis 2020 fort. FörderfĂ€hig sind wie bisher alle NUTS-3 Gebiete entlang von Binnen- und AuĂengrenzen sowie bestimmte KĂŒstenregionen.
Interreg V B
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Interreg V B beinhaltet 15 Kooperationsprogramme. Sie werden aus Mitteln des EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt 2,1 Milliarden Euro fĂŒr die Periode von 2014 bis 2020 bezuschusst.[2]
- KooperationsrÀume
- Nordseeraum
- Nordwesteuropa
- Nördliche Peripherie und Arktis
- Ostseeraum
- Donauraum
- Atlantischer Raum
- Alpiner Raum
- Mitteleuropa
- Adriatisch-Ionischer Raum
- Balkan-Mittelmeerraum
- SĂŒdwesteuropa
- Mittelmeerraum
- Karibischer Raum
- Amazonischer Raum
- Raum Indischer Ozean
Interreg V C
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Interreg V C deckt die vier interregionalen Kooperationsprogramme Interreg EUROPE, INTERACT, URBACT und ESPON im Zeitrahmen von 2014 bis 2020 ab. Die Programme werden vom EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung mit 500 Millionen Euro unterstĂŒtzt.
Interreg IV
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Initiative Interreg IV verfĂŒgte in Summe ĂŒber ein EU-weites Gesamtbudget von 8,7 Milliarden Euro.
- Interreg IV-Projekt "Bergbauerlebnis an der VIA CLAUDIA AUGUSTA"
- in Italien: Laaser Marmor
- in Ăsterreich: Heilerin vom Gurgltal
Interreg IV B
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Interreg IV B setzte die EuropĂ€ische Kommission von 2007 bis 2013 die Förderung der im Rahmen von Interreg II C (1996â1999) erprobten und durch Interreg III B (2000â2006) weiterentwickelten staatenĂŒbergreifende Zusammenarbeit zur Raumentwicklung fort.
- KooperationsrÀume
Die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg IV B erfolgt in groĂen staatenĂŒbergreifenden KooperationsrĂ€umen. Diese wurden zum Teil im Laufe der bisherigen Interreg-Zusammenarbeit neu zugeschnitten. Deutschland ist an der Zusammenarbeit in fĂŒnf von den insgesamt dreizehn KooperationsrĂ€umen beteiligt:
- Programme mit deutscher Beteiligung
Beteiligt: Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und Ăsterreich sowie die Nicht-EU-Mitgliedstaaten Schweiz und das FĂŒrstentum Liechtenstein
EU-Fördermittel bis 2013: rund 98 Millionen Euro
Beteiligt: Deutschland, DÀnemark, Belgien, Niederlande, Vereinigtes Königreich und Schweden sowie das Nicht-EU-Mitglied Norwegen
EU-Fördermittel bis 2013: 139 Millionen Euro
Beteiligt: Deutschland, DĂ€nemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden sowie die Nicht-EU-Mitglieder Norwegen, Russland und Belarus
EU-Fördermittel bis 2013: 208 Millionen Euro
Beteiligt: Deutschland, Belgien, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande und Vereinigtes Königreich sowie die Schweiz
EU-Fördermittel bis 2013: 355 Millionen Euro
Beteiligt: Deutschland, Italien, Polen, Slowenien, Slowakei, Tschechien und Ungarn in enger Zusammenarbeit mit der Ukraine
EU-Fördermittel bis 2013: 246 Millionen Euro
- Weitere Programme
- Atlantischer Raum
- Karibischer Raum
- Raum Indischer Ozean
- Raum Azoren-Madeira-Kanaren
- Mittelmeerraum
- Nördliche Peripherie
- SĂŒdosteuropa
- SĂŒdwesteuropa
Interreg III
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der dritten Auflage (Interreg III) fĂŒr den Zeitraum 2000â2006 wurden besonders Regionen in Ă€uĂerster Randlage sowie Regionen entlang der Grenzen zu den BeitrittslĂ€ndern gefördert. Die Initiative verfĂŒgte ĂŒber ein EU-weites Gesamtbudget von 5,8 Milliarden Euro. Mit Interreg-Mitteln geförderte Programme mĂŒssen von den Mitgliedstaaten kofinanziert werden. Das bedeutet, maximal 50 % der Gesamtkosten (in Ziel-1-Regionen 75 %) dĂŒrfen mit Interreg-Mitteln finanziert werden.
Es wurden erstmals drei Programmteile unterschieden:
- Interreg III A: GrenzĂŒbergreifende Zusammenarbeit,
- Interreg III B: Transnationale Zusammenarbeit,
- Interreg III C: Interregionale Zusammenarbeit.
Durch das Projekt INTERACT sollen die Akteure von Interreg besser miteinander vernetzt und gesammelte Erfahrungen gegenseitig besser nutzbar gemacht werden.
Interreg III A
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel ist die grenzĂŒbergreifende Zusammenarbeit benachbarter Gebietskörperschaften. Auf der Basis gemeinsamer Strategien sollen die rĂ€umliche Entwicklung gefördert und grenzĂŒbergreifende wirtschaftliche und soziale Pole geschaffen werden. Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist unbedingt zu beachten.
FörderfĂ€hig sind alle Gebiete entlang von Binnen- und AuĂengrenzen sowie bestimmte KĂŒstenregionen. Alle mĂŒssen unter das Kriterium NUTS-3 fallen.
Ausgewiesene Gebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Interreg-III-A-Projekt âFeuchtgrĂŒnland und StorchenlebensrĂ€ume zwischen Alpenrhein und Donauâ mit Projektgebieten
- in Deutschland
- in Liechtenstein
- in Ăsterreich
- in der Schweiz
- Interreg-III-A-Projekt "Knappendorf Burgberg â Knappenwelt Gurgltal"
- in Bayern: Knappendorf Burgberg
- in Ăsterreich: Knappenwelt Gurgltal
Interreg III B
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel
Das Ziel ist die transnationale Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und lokalen Behörden zur Förderung der rĂ€umlichen Integration mit den Beitrittskandidaten der EU und anderen DrittlĂ€ndern. AuĂerdem soll eine nachhaltige, harmonische und ausgewogene Entwicklung gesichert werden.
FörderfÀhige Gebiete
Das EU-Gebiet wird in 13 sogenannte Programmzonen aufgeteilt. Je nach lokaler Position kann (meist) nur an einem Interreg Programm teilgenommen werden. Es kommt jedoch auch zu Ăberschneidungen.
Interreg III C
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel
Ziel ist der Aufbau von Netzwerken in Regionen, die einen EntwicklungsrĂŒckstand haben oder sich in einer Umstellung befinden. Die Instrumente der Regionalentwicklung und KohĂ€sion werden dabei gefördert.
FörderfÀhige Gebiete
GrundsĂ€tzlich sind alle Gebiete der Gemeinschaft förderfĂ€hig. (siehe: GroĂregion)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Projektteam des Interreg-III-A-Projekts âFeuchtgrĂŒnland und StorchenlebensrĂ€ume zwischen Alpenrhein und Donauâ, Wilhelm Schöllhorn (Projektleiter) und Dieter Schmid (Projektleiter): Interreg-III-A-Projekt FeuchtgrĂŒnland und StorchenlebensrĂ€ume zwischen Alpenrhein und Donau - Ergebnisse. Friedrichshafen Mai 2008.
- S. Marzelli: EU-Projekt WIKIAlps verknĂŒpft Interreg-Projektergebnisse fĂŒr die Nutzer. (PDF; 0,3 MB) In: ANLiegen Natur, 36(1), 2014, S. 117â119.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Interreg Europe Homepage
- Deutsche Interreg Homepage
- Interreg III
- Interreg III A DĂ€nisch-Deutsche Geschichte
- Interreg III B Alpenraum-Programm
- Interreg IV A
- Interreg IV A Deutschland-Nederland
- Interreg IV A Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein
- Interreg IV A Oberrhein
- Interreg IV A Central Baltic Programme 2007-2013
- Interreg V GroĂregion Saar-Lor-Lux
- Radio Interreg Informationen zu ausgewÀhlten Interreg Projekten lesen und hören
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Interreg III online ( vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive)
- â Interreg B - Transnational cooperation