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JĂŒrgen Scheller

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
JĂŒrgen Scheller (Zweiter von links) 1964 bei einem Auftritt der MĂŒnchner Lach- und Schießgesellschaft

JĂŒrgen Scheller (* 21. August 1922 in Potsdam; † 31. MĂ€rz 1996 in Bad Aibling) war ein deutscher Kabarettist, Schauspieler und Synchronsprecher.

Aufgewachsen in Potsdam, wurde JĂŒrgen Scheller nach dem Abitur zum Kriegsdienst eingezogen und war ab 1940 bei der Kriegsmarine. 1944 geriet er als U-Boot-Offizier in kanadische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde.

Scheller machte eine Schauspielausbildung und arbeitete zunĂ€chst kurz als Schauspieler, begann dann ein Jurastudium, das er jedoch nach vier Semestern abbrach, um sich wieder der Schauspielerei zuzuwenden. 1949 bestand er die SchauspielprĂŒfung und ging anschließend nach MĂŒnchen, wo er im Kabarett „Alter Simpl“ spielte.

Im Jahr 1950 ging er zu Radio Bremen, dann zum Nordwestdeutschen Rundfunk nach Hamburg. Daneben spielte er weiter Kabarett, so bei den MĂŒnchener BĂŒhnen „Die SchildbĂŒrger“ und „Der Stachel“ wie auch beim Hamburger Kabarett „Die Mausefalle“. 1959 wurde JĂŒrgen Scheller der erste mĂ€nnliche Programmansager des Deutschen Fernsehens. Seinen kabarettistischen Durchbruch hatte er bei der „MĂŒnchner Lach- und Schießgesellschaft“, zu deren Ensemble er von 1960 bis 1972 gehörte und die 1963 den Schwabinger Kunstpreis erhielt. Im Fernsehen spielte Scheller auch in der Familienserie Till, der Junge von nebenan mit, die gleich bei ihrer Erstausstrahlung 1967/68 ein großer Erfolg war. Von 1971 bis 1974 moderierte er im ZDF die Jugendsendung RĂ€uber und Gendarm.

Daneben engagierte sich Scheller auch fĂŒr die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation seines Berufsstandes. 1966 gehörte er zu den MitbegrĂŒndern der Fachgruppe „BĂŒhne-Film-Fernsehen“ in der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die 1994 in die GrĂŒndung der Berufsgruppe „Kunst und Medien“ innerhalb der DAG mĂŒndete. Bis zu seinem Tode war er deren ehrenamtlicher Vorsitzender.

1974 grĂŒndete JĂŒrgen Scheller das Paul Klinger KĂŒnstlersozialwerk e. V. (Paul Klinger zu Ehren), einen gemeinnĂŒtzigen Verein und eine Solidargemeinschaft von KĂŒnstlern und NichtkĂŒnstlern, die KĂŒnstler ĂŒber die Möglichkeiten der sozialen Absicherung informiert und KĂŒnstlern in Not hilft. Bis zu seinem Tod 1996 war JĂŒrgen Scheller PrĂ€sident des Paul-Klinger-KĂŒnstlersozialwerks e. V. Sein Nachfolger wurde Hellmuth Matiasek.

Aus Schellers erster Ehe mit Gertraud Scheller geb. Hauer stammt sein Sohn Oliver Scheller (* 1951). Seit 1957 bis zu seinem Tode war Scheller mit der Schauspielerin Trude Haefelin verheiratet. Am 31. MĂ€rz 1996 erlag er in Bad Aibling einem Krebsleiden. Seine letzte RuhestĂ€tte fand Scheller auf dem Friedhof Perlach im MĂŒnchener Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach.[1]

Wirken (Auswahl)

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Kabarett
  • „Alter Simpl“ (1949–1950)
  • „Die SchildbĂŒrger“
  • „Der Stachel“
  • „Die Mausefalle“
  • „MĂŒnchner Lach- und Schießgesellschaft“ (1961–1972)
Moderator
  • „RĂ€uber und Gendarm“ (Fernsehjagdspiel fĂŒr Kinder, ZDF, 1971–1974)[2]
  • „Das DreilĂ€nderspiel“ (ZDF, 1975–1977)[3]
  • Hermann J. Huber: Langen MĂŒller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen ‱ Georg MĂŒller Verlag, MĂŒnchen/Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 903.
  • Scheller, JĂŒrgen. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, LĂŒbeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1065.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Klaus Nerger: Das Grab von JĂŒrgen Scheller. In: knerger.de. Abgerufen am 26. Januar 2024.
  2. ↑ RĂ€uber und Gendarm. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 26. Januar 2024.
  3. ↑ Das DreilĂ€nderspiel. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 26. Januar 2024.