Kikkoman
| Kikkoman K.K. キッコーマン株式会社 | |
|---|---|
| Rechtsform | Kabushiki kaisha |
| ISIN | JP3240400006 |
| Gründung | 7. Dezember 1917 |
| Sitz | Noda, |
| Leitung | Yuzaburo Mogi (COB)[1] Shozaburo Nakano (CEO)[2] |
| Mitarbeiterzahl | 7716[3] |
| Umsatz | 709 Mrd. JPY[3] |
| Branche | Nahrungsmittel |
| Website | www.kikkoman.com |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Kikkoman K.K. (japanisch キッコーマン株式会社, Kikkōman Kabushiki gaisha, englisch Kikkoman Corporation) ist ein japanisches Unternehmen, das unter anderem Sojasaucen herstellt. Es ist im Nikkei 225 gelistet (ISIN JP3240400006). Sitz des Unternehmens ist Noda in der Präfektur Chiba.

Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Familienbetriebe in Noda
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ursprung der Produktion von Sojasauce in Noda reicht bis in das Jahr 1630[4] oder 1661[5.1] zurück. Die Familien Mogi und Takanashi begannen dort mit der Herstellung und dem Verkauf von Sojasauce (japanisch 醤油 Shōyu). Seit 1781 existierte eine Gilde der Sojasaucenbrauereien in Noda.[6] Ab 1838 begannen erste Versuche, den Namen Kikkoman als Marke zu registrieren. Im selben Jahr wurde der Familienbetrieb zum Hoflieferanten des Tokugawa Shōgunates. Die Sauce wurde 1873 auf der Weltausstellung in Wien präsentiert. 1879 wurde die Marke in Kalifornien geschützt. Auf der Weltausstellung 1883 in Amsterdam gewann die Sojasauce eine Goldmedaille. Im Juni 1887 bildete sich das, was der Japanologe W. Mark Fruin als das Noda shoyu cartel beschrieb. Die Produktion des Kartells verfünffachte sich zwischen 1887 und 1916.[6] Bereits 1910 gehörten sechs Brauereien zum Kartell.[5.1]
Gründung des Unternehmens
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1917 gründeten die beiden Familien Mogi und Takanashi das Unternehmen mit dem Namen Noda Shōyu KK (野田醤油株式会社). Das Unternehmen entstand aus der Fusion von insgesamt acht kleineren Familienbetrieben. Damit endete die Transformation in ein privates Wirtschaftsunternehmen.[6] 1925 wurden drei weitere Brauereien übernommen, im Folgejahr erfolgte der Bau eines siebten Werkes.[5.1] 1936 wurde eine Fabrik zur Herstellung von Worcestershiresauce fertiggestellt. Zum 20. Jubiläum der Gründung der Noda Shōyu KK folgte der Bau der Brauerei Goyogura auf einer kleinen Insel in Noda. Hier wurde ab 1939 auf traditionelle Art die Sojasauce für das Japanische Kaiserhaus hergestellt.[5.2] 1949 ging das Unternehmen an die Börse.[7]
Expansion auf den Weltmarkt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1950er Jahren begann unter anderem der spätere Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer Yuzaburo Mogi mit der Expansion in die Vereinigten Staaten.[4] Mogi hatte in Japan und den USA studiert und war 1961 der erste Japaner, der den Abschluss als Master of Business Administration an der New Yorker Columbia University erwarb.[8][9] Im Oktober 1964 folgte die Umbenennung in die Kikkōman Shōyu KK (キッコーマン醤油株式会社). Ab 1968 wurde die Sauce bei Leslie Foods in Oakland, Kalifornien abgefüllt.[5.2] Im Januar 1972 begann das Unternehmen mit dem Bau der ersten Fabrik in den Vereinigten Staaten.[5.2] Mit der Inbetriebnahme des Werkes in Walworth, Wisconsin im Juni 1973 war Kikkoman das erste japanische Unternehmen mit einem Produktionsstandort in den USA.[4][5.2] Zwischen 1972 und 1974 ließ sich das Unternehmen in Deutschland nieder, gründete dort die Europaniederlassung und eröffnete ein Teppanyaki-Restaurant.[5.2] Im Oktober 1980 wurde das Unternehmen in Kikkōman KK umbenannt.[10.1]
Im Oktober 1997 folgte die Eröffnung einer Fabrik in den Niederlanden, welche die europäische Produktion des Unternehmens übernahm.[8][10.2] Während der Absatz für Sojasauce auf dem heimischen Markt durch veränderte Essgewohnheiten der Japaner seit Jahren rückläufig ist, wächst das Unternehmen im Ausland.[11] Den Vertrieb in Deutschland hat 2006 die Develey Senf & Feinkost übernommen.[12]
Konzernstruktur
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Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei der Produktion von Sojasauce,[11] die an 11 Produktionsstandorten in Japan, den USA, den Niederlanden, Singapur, Taiwan, China und seit 2021 auch in Brasilien hergestellt wird.[13][14] Der Bedarf des europäischen Marktes wird seit 1997 von der Produktionsstätte in Hoogezand-Sappemeer in den Niederlanden, die von der Kikkoman Foods Europe B.V. betrieben wird, abgedeckt.[10.2] Für die Geschäfte in Europa ist die in Düsseldorf ansässige Kikkoman Trading Europe GmbH zuständig. Im Konzern waren bis Ende 2025 insgesamt 7716 Mitarbeiter in 56 zugehörigen Unternehmen beschäftigt.[3]
Kikkoman hat 1990 die Vertriebsrechte für Marken von Del Monte Foods in Asien und Ozeanien erhalten[15] und produziert diese in Thailand und China. Sitz der dafür zuständigen Del Monte Asia Pte Ltd. ist in Singapur.[16]
Marke
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Der Unternehmensname besteht aus japanisch 亀甲 kikkō, deutsch ‚Schildkrötenpanzer‘ und 万 man, deutsch ‚Zehntausend‘. Nach japanischer Sage lebt die Schildkröte zehntausend Jahre lang und ist so ein Sinnbild für Glück, Reichtum und ein langes Leben. Abgeleitet von der Form des Schildkrötenpanzers bezeichnet das Wort kikkō auch sechseckige Muster. Daher zeigt das Firmenlogo ein Sechseck, welches das Zeichen für Zehntausend in seiner alten Zeichenform (萬) umschließt.[8]
Die Marke gilt als Synonym für Sojasauce. Weite Verbreitung haben die ikonischen Dispenser, die der japanische Industriedesigner Kenji Ekuan im Jahr 1961 entworfen hat. Die Flasche in Tropfenform wurde bereits mehrere hundert Millionen Mal verkauft und ist weltweit in Haushalten sowie Restaurants im Einsatz.[17][5.3][18]
Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben verschiedenen Sojasaucen bietet das Unternehmen auch fertige Teriyakisaucen an.[19] Sie wurde ursprünglich 1965 als Diamond Teriyaki Sauce für die USA entwickelt und in Honolulu, Hawaii erstmalig hergestellt.[10.1] Das Unternehmen bietet weiterhin auch Ponzu, Poke Sauce, Sesamsauce, Ramenbasis, Worcestershiresauce und weitere Produkte an.[20][21]
Kikkoman General Hospital
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Das Unternehmen betreibt das Kikkoman General Hospital in Noda. Bereits 1862 wurde von Arbeitern der Brauereien und deren Familien eine Klinik in Noda gegründet.[22] 1914 folgte die Gründung als Krankenhaus, welches seit 1918 vom Unternehmen betrieben wird. 1973 erhielt das Krankenhaus seinen heutigen Namen. Im August 2012 bezog das Krankenhaus einen Neubau.[23] Es ist das einzige Krankenhaus in Japan, das von einem Lebensmittelhersteller betrieben wird.[24]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- W. Mark Fruin: Kikkoman: Company, Clan, and Community. Harvard University Press, Cambridge (MA) 1983, ISBN 0-674-50340-6 (englisch, archive.org).
- Edwin O. Reischauer: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, Tokio 1993, ISBN 4-06-205938-X, Kikkoman Corporation, S. 778 (englisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Veröffentlichungen von der Kikkoman-Corporation auf dem Dokumentenserver Researchgate
- Website der Kikkoman Corporation
- Website der Kikkoman Trading Europe GmbH
- Sammlung von historischen Emaille-Werbeschildern von Sojasaucen-Herstellern, darunter auch Kikkoman
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Directors and Audit & Supervisory Board Members. Kikkoman Corporation, abgerufen am 3. August 2026 (englisch).
- ↑ Corporate Profile. Kikkoman Corporation, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- 1 2 3 The Kikkoman Group Corporate Report 2025. Kikkoman Corporation, 2025, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- 1 2 3 Sauce of success. How Yuzaburo Mogi of Kikkoman helped turn soy sauce into a global product. In: The Economist. 8. April 2009, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- William Shurtleff, Akiko Aoyagi: History of Kikkoman Corporation (1661-2022). Extensively Annotated Bibliography and Sourcebook. Hrsg.: Soyinfo Center. Lafayette (CA) 2022, ISBN 978-1-94843679-3 (englisch, soyinfocenter.com [PDF; 10,5 MB]).
- 1 2 3 W. Mark Fruin: From Philanthropy to Paternalism in the Noda Soy Sauce Industry: Pre-Corporate and Corporate Charity in Japan. In: Business History Review. Band 56, Nr. 2, 1982, S. 168–191, doi:10.2307/3113975, JSTOR:3113975 (englisch).
- ↑ Toshio Goto, Hitesh Shukla: Kikkōman Corporation, Japan: A Case Study on Family Business Longevity. In: The Journal of Entrepreneurship. Band 34, Nr. 4. SAGE Publications, 2025, ISSN 0971-3557, S. 996–1020, doi:10.1177/09713557251406378 (englisch).
- 1 2 3 Martin Kölling: Erfolgsrezept. Wie Kikkoman mit Sojasauce die Welt erobern will. In: Die Welt. 11. Dezember 2007, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Yuzaburo Mogi ’61. Columbia Business School, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
- William Shurtleff, Akiko Aoyagi: History of Soy Sauce (160 CE to 2021). Extensively Annotated Bibliography and Sourcebook. Hrsg.: Soyinfo Center. Lafayette (CA) 2012, ISBN 978-1-92891444-0 (englisch, soyinfocenter.com [PDF; 24,6 MB]).
- 1 2 Madeleine Brühl: Aktienanalyse Kikkoman. Sojasauce geht immer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. Dezember 2020, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Develey. Exklusiv-Vertrieb für Kikkoman in Deutschland. In: Food-service. 12. September 2005, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Weltmarktführer aus Tradition. Kikkoman in Zahlen. Kikkoman Trading Europe GmbH, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Kikkoman to Start Soy Sauce Production in Brazil. Jiji Tsūshinsha, 2. November 2021, abgerufen am 5. August 2026.
- ↑ ASIA: Kikkoman to invest in production of Del Monte-branded food. In: Just Food. 24. November 2004, abgerufen am 5. August 2026.
- ↑ STORY + JOURNEY. Del Monte Asia Pte Ltd., abgerufen am 5. August 2026.
- ↑ Sebastian Heit: Das ikonische Design der Kikkoman Sojasauce von Kenji Ekuan. In: mondaytosunday.de. 2. Juli 2018, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Kenji Ekuan | GK Design Group | Kikkoman soy sauce container. Museum M+, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Produkte. Entdecke unsere Auswahl an Produkten. Kikkoman Trading Europe GmbH, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Sortiment. Kikkoman. Develey Senf & Feinkost, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Glossary – Seasonings. Worcestershire Sauce. In: Global Cookbook. Kikkoman Corporation, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ The Kikkoman General Hospital. Kikkoman Corporation, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Shigeru Mikami: キッコーマン総合病院 (千葉県 野田市). In: Hospitals File. 4. April 2024, abgerufen am 2. August 2026 (japanisch).
- ↑ Takahiro Takiguchi: Taste of Japan: Satisfy soy sauce cravings at Chiba’s Kikkoman factory. In: The Stars and Stripes Japan. 20. Juni 2026, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
