Leucitit

Leucitit ist ein vulkanisches Gestein (Vulkanit). Es gehört zu den Foiditen, und besteht zu groĂen Teilen aus Leucit (K[AlSi2O6]), verschiedenen Klinopyroxenen und dunklen Olivinen ((Mg,Fe)2[SiO4]).[1] Als weitere, felsische Gemengteile können auch Nephelin und/oder Vertreter der Sodalithgruppe Sodalith, HaĂŒyn und Nosean auftreten, die jedoch mengenmĂ€Ăig hinter Leucit zurĂŒcktreten. Sinkt der Anteil von Leucit (bzw. an der Gesamtheit der Foidminerale) an den felsischen Bestandteilen unter 90 %, wird von einem tephritischen bzw. phonolithischen Leucitit gesprochen, bei weniger als 60 % wird die Bezeichnung nach dem Foidmineral aufgegeben (vgl. hierzu die Einteilung im Streckeisendiagramm).
Leucitit ist ein Beispiel fĂŒr ein Siliciumdioxid-untersĂ€ttigtes vulkanisches Gestein (vgl. SiliciumsĂ€ttigung). Er entsteht in einer an KieselsĂ€ure untersĂ€ttigten vulkanischen Schmelze, angereichert an Kalium.
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leucitit ist grau bis dunkelgrau, je nach Anteil der eingesprengten Kristalle. Er besitzt ein hĂ€ufig porphyrisches GefĂŒge mit gut ausgebildeten hellen Kristallen in Form von Ikositetraedern (frĂŒher auch Leucitoeder genannt) des Leucits und dunklen orthorhombischen Kristallen des Olivins, die in einer feinkörnigen Grundmasse eingebettet sind. Besonders in subvulkanischer Ausbildung kann Leucitit aber auch gleichmĂ€Ăig feinkörnig sein,[2] die Leucitkristalle sind mit abnehmender GröĂe mitunter weniger kantenscharf ausgebildet.
Bautechnisch wird Leucitit fĂŒr FuĂböden und Treppenstufen verwendet.[3]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da es sich um ein Vulkangestein handelt, sind die Vorkommen auch vulkannah einzuordnen, die hĂ€ufig einem anorogenen Intraplattenvulkanismus zuzurechnen sind.[2] In Deutschland kann Leucitit zum Beispiel in der Eifel bei Mayen und Hillesheim,[4] selten im Vogelsberg,[5] im ĂŒbrigen Europa in der italienischen Landschaft Tuszien bei der Stadt Vallerano und in Tschechien in der Gegend um ValeÄ v ÄechĂĄch gefunden werden.[1] Ein wichtiges Vorkommen in Europa bildet auch das mittelitalienische Vulkangebiet mit dem Vesuv.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Leucitite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. Juni 2019 (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Mineralienatlas: Leucitit (Wiki)
- 1 2 Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im GelĂ€nde. 3. Auflage. Spektrum, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-2748-9, S. 246â247.
- â Webseite ĂŒber Naturstein
- â Wilhelm Meyer: Geologie der Eifel. 3. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1994, ISBN 3-510-65161-8, S. 351.
- â Wilhelm Schottler: ErlĂ€uterungen zur Geologischen Karte des GroĂherzogtums Hessen, Blatt Laubach. 1. Auflage. Hessischer Staatsverlag, Darmstadt 1918, S. 41â42.