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Manosphere

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Manosphere (deutsch Mannosphäre) ist ein loses, vorwiegend antifeministisches Netzwerk. Es umfasst Internetforen und Blogs, in denen verschiedene Ziele verfolgt werden, etwa Selbstoptimierung (Looksmaxxing) und hegemoniale Männlichkeit oder dominantes Verführen (Pick-Up Artists, PUA) und das Beherrschen weiblicher Sexualität. Gemein ist der Manosphere eine frauenfeindliche Einstellung, von relativ mildem Sexismus bis zu extremem Hass. Der Ausdruck entstand aus dem englischen man (‚Mann‘) und sphere (‚Bereich‘), verbunden durch den Fugenlaut „o“.

Die „Manosphere“ ist keine geschlossene Online-Community, sondern besteht aus vielen Blogs und Internetforen. Sie wird mit Rechtsextremismus, der Alt-Right[1][2][3][4][5] und der Subkultur der Incels in Verbindung gebracht; ebenso wie mit den Gruppen Men Going Their Own Way (MGTOW), Pick-Up Artists (PUA), Männerrechts- und Väterrechtsgruppen.[2][6][7][8][9] Bezüge und Überschneidungen gibt es außerdem zu den Gruppen Tradcons („traditionelle Konservative“), NoFap und Proud Boys.[10]

Während einzelne ideologische Standpunkte der jeweiligen Gruppen miteinander im Konflikt stehen können, konzentriert sich ihre vorherrschende, übergreifende Ideologie auf die Förderung bestimmter Formen von Männlichkeit, ausgeprägte Frauenfeindlichkeit sowie starke Opposition gegen Feminismus.[11]

Im antifeministischen Kosmos der „Manosphere“ radikalisieren sich Männer, sodass in der Folge auch ihre Gewaltbereitschaft Frauen gegenüber zunimmt. Männer, die sich in dieses Geflecht frauenfeindlicher Gesinnung begeben, schrecken unter Umständen nicht vor Online-Belästigung, und anderen Gewalttaten zurück. So werden Anhänger der Manosphere auch mit einigen Massenmorden in der realen Welt in Zusammenhang gebracht.[7][12]

Gruppen, die heute zur Manosphere zählen, wie die Männerrechtsbewegung, gingen dem Begriff Manosphere voraus.[13] Es wird davon ausgegangen, dass der Begriff erstmals 2009 auf Blogger.com auftauchte[14] und in der Folge von Ian Ironwood, einem Pornografie-Vermarkter und -Autor, populär gemacht wurde.[8] Eingang in das populäre Lexikon fand der Begriff, als Nachrichtenmedien begannen, ihn in Berichten über Männer, die frauenfeindliche Gewalttaten und sexuelle Übergriffe begangen hatten, zu verwenden.[15]

Das Jahr 2010 wurde von der Forscherin Emma A. Jane als „klarer Wendepunkt“ identifiziert, an dem sich die Manosphere-Gemeinschaften von ihrer früheren Position am Rande des Internets zum Mainstream hin bewegten. Sie stellt die Hypothese auf, dass diese Popularisierung durch das Aufkommen des Web 2.0 und durch den Aufstieg der sozialen Medien in Kombination mit der anhaltenden systemischen Frauenfeindlichkeit und der patriarchalischen Gesellschaft vorangetrieben wurde. 2014 war die Manosphere so gut etabliert, dass ihre Ideen in den Mainstream-Diskurs eingegangen waren. Seit dieser Zeit greifen auch Männer darauf zurück, die nicht zwingend einer Manospherengruppe angehören.[14]

In der Manosphere ist der Glaube verbreitet, Feministinnen und politische Korrektheit würden die Wahrheit verdecken. Sie leben in der Vorstellung, dass die Gesellschaft von feministischen Werten dominiert werde und Männer Opfer einer männerfeindlichen Kultur seien, die sie bekämpfen müssten, um ihre Existenz zu schützen.[16] Der Schweregrad des Antifeminismus, der innerhalb dieser Gemeinschaften vertreten wird, ist unterschiedlich, wobei einige für einen ziemlich milden Sexismus eintreten und andere extremen Hass verherrlichen.[17] Ebenso sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Gruppen der Manosphere weit verbreitet und die empfundene Bedrohung gegenüber der „westlichen Zivilisation“ ist Gegenstand ihrer Postings.[17][18] Die soziale Schicht ist in manchen Teilen der Manosphere ein Thema, wie bei MRAs (Men’s Rights Activists). Ökonomische Probleme werden dabei häufig Frauen oder dem Feminismus angelastet. Bei den PUA ist die soziale Schicht hingegen kein Thema der Postings.[19] Die Autorin Donna Zuckerberg beobachtete zudem, dass einige der Gruppen in feindseliger Beziehung zueinander stehen; ein Phänomen, das verstärkt seit 2016 beobachtet wird, als einige manospherische Führer einen politischeren Ton anschlugen.[18.1] Die Anhänger des Sub-Reddits „/r/TheRedPill“ beispielsweise lehnen die traditionellen Männerrechts- und Väterrechtsgruppen ab, die ihrer Meinung nach zu sehr auf kollektive Aktionen und die Gleichstellung der Geschlechter fokussiert seien, anstatt individuelle Selbstoptimierung anzustreben.