Martin Crusius

Martin Crusius, teillatinisiert aus Martin Kraus bzw. Martin KrauĂ, (* 19. September 1526 in Walkersbrunn (heute Stadtteil von GrĂ€fenberg in Oberfranken); â  25. Februarjul. / 7. MĂ€rz 1607greg. in TĂŒbingen) war ein deutscher Altphilologe und Historiker, der in und besonders fĂŒr Schwaben tĂ€tig war. Von 1559 bis zum 14. Februar 1607 war er Professor der griechischen und lateinischen Sprache an der UniversitĂ€t TĂŒbingen.
Leben
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Kraus wurde als Sohn des aus Pottenstein stammenden, in Walkersbrunn 1520 bis 1527 als Geistlicher (seit 1525 erster evangelischer Pfarrer) wirkenden Martin KrauĂ senior (* um 1494; â 1553)[1] und der Maria Magdalena Trummer (â 1566)[2] aus Kleingesee bei Pottenstein geboren. Sein etwa 15 km von Erlangen entferntes Heimatdorf Walkersbrunn in der FrĂ€nkischen Schweiz, das evangelisch-kirchlich heute Teil der evangelisch-lutherischen Pfarrei Ermreuth ist, gehörte 1526 kirchlich wie Rangen, Kasberg und andere Orte zur Pfarrei der oberhalb des Dorfes stehenden Walkersbrunner Kirche zu den (Drei Heiligen) GrĂ€bern, kurz zur Pfarrei GrĂ€bern, die als ganzes Kirchspiel somit eine gröĂere Einheit darstellte als die kommunale Einheit Walkersbrunn und in kirchlicher Beziehung bis zur Reformation (1525) zum bambergischen Archidiakonat NĂŒrnberg-Eggolsheim gerechnet hatte. In der Forschung wurde als Geburtsort aber vielfach ein z. T. nicht identifizierter Wohnplatz GrĂ€bern bei Bamberg angegeben. Walkersbrunn befand sich im 15. und 16. Jahrhundert im Besitz von Mitgliedern der nĂŒrnbergischen Patrizierfamilie Haller, die seit 1440 auch das Kirchenpatronat innehatten; 1540 kam der Herrensitz Walkersbrunn durch Kauf an die Reichsstadt NĂŒrnberg. Ăber die Erlebnisse seiner Eltern im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 verfasste Crusius fĂŒnf Jahre spĂ€ter einen Bericht.[3]
Kraus studierte seit 1539 am Gymnasium zu Ulm bei Gregor Leonhard genannt Kurz (1497â1560)[4][3] und ab 1545 im Predigerkloster zu StraĂburg. 1551 ging er als Hofmeister der Studenten Philipp (1525â1588) und Anton von Werthern (1528â1579)[5] nach TĂŒbingen und bewarb sich um eine Anstellung, aber ohne Erfolg. Hierauf begab er sich wieder nach StraĂburg und unterrichtete von 1551 bis 1554 am dortigen Gymnasium unter Rektor Johannes Sturm. 1554 wurde Crusius zum Rektorat der lateinischen Schule nach Memmingen berufen. Hier heiratete er am 22. (nach anderen am 23.) Mai 1558 Sibylla Susanna Roner (1535â1561) aus Schwaz in Tirol, Tochter des Wolfgang Rhoner (Ronner; Renner) (* um 1501; â 1558),[6] vermutlich aus Kaufbeuren,[7] â einem Faktor (Handelsbeauftragten) der Firma Fugger â und der Euphrosine Capitlin aus Feldkirch.[8][1] Nachdem ihm der Rat am 15. MĂ€rz 1559 zu Pfingsten gekĂŒndigt hatte, ging Crusius als Begleiter des Studiosus Christoph Dietmayer[9] 1559 wieder nach TĂŒbingen[1] und wurde dort als Professor der griechischen und lateinischen Sprache angestellt. 1564 bekam er dort auch den Lehrauftrag fĂŒr Rhetorik. Er las ĂŒber Sophokles, Thukydides, Homer, Aristoteles und Galen und erwarb sich bald als GrĂ€zist einen solchen Ruf, dass man ihm einen neuen Hörsaal bauen musste und viele AuslĂ€nder, namentlich geborene Griechen, nach TĂŒbingen kamen, um ihn zu hören. Er nahm auch selbst Studenten in Kost und Wohnung auf.

Er unterhielt ausgedehnte Verbindungen mit auswĂ€rtigen (darunter griechischen) Gelehrten, so etwa eine langjĂ€hrige Korrespondenz und 25-jĂ€hrige Freundschaft mit Theodosios Zygomalas, von denen viele nach TĂŒbingen kamen, um ihn zu besuchen.
Befreundet war Crusius auch mit dem Juristen, Dichter und Heilbronner Rat Sebastian Hornmolt.[10]
Von seiner Arbeitskraft und Belesenheit zeugt eine groĂe Anzahl von Manuskripten und besonders sein neun QuartbĂ€nde starkes, die Zeit von 1573 bis 15. Mai 1605 umfassendes Diarium[11] (Tagebuch), in welchem er nicht nur seine Erlebnisse, sondern auch seine LektĂŒre verzeichnete und AuszĂŒge aus Druckschriften und Handschriften zusammentrug. Neben seinen Studien scheint er auch eine sehr gesellige Natur gewesen zu sein. In seinem Diarium berichtet er wiederholt von GastmĂ€hlern, die er entweder selbst veranstaltete oder zu denen er geladen war, und beschreibt nicht nur die TischgĂ€ste und die gefĂŒhrte Unterhaltung, sondern berichtet auch, was man gegessen und getrunken habe und wie lange getafelt worden sei.
Martin Crusius' zweite Ehefrau, die er 1562 heiratete, war Katharina Vogler (1536â1566), Tochter von WĂŒrzkrĂ€mer und SpezereihĂ€ndler Jakob Vogler (1503â1575) aus TĂŒbingen und der Catharina Kirsmann (1511â1576) aus Calw. 1567 heiratete er in Esslingen seine dritte Ehefrau Katherina Vetscher (â 1587), Tochter des konstanzischen Pflegers und Esslinger Ratsherrn Urban Vetscher (* um 1487; â 1577) und der Magdalene Gigler und SchwĂ€gerin des TĂŒbinger Medizinprofessors Georg Hamberger.
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Krausâ, Crusiusâ, literarische Leistungen bestehen aus verschiedenen kleineren und gröĂeren Arbeiten ĂŒber griechische und lateinische Grammatik und Rhetorik, akademischen Gelegenheitsschriften, Ausgaben und Scholien verschiedener griechischer Schriften (so seine Scholien zu Homers Epigrammen) und einer Sammlung von Nachrichten ĂŒber den Zustand der Griechen unter der tĂŒrkischen Herrschaft mit dem Titel Turco-Graecia (vgl. die Turcograecia von Theodosios Zygomalas) und Germano-Graecia, die in Basel 1584 bei Leonhard Osten gedruckt und bei dem Drucker-Verleger (typographus) Sebastian Henricpetri verlegt worden sind.[12]
Das Hauptwerk des in TĂŒbingen zum Wahlschwaben gewordenen[13] Gelehrten sind die Annales Suevici,[14] die in drei FoliobĂ€nden und einem Nachtragsband 1595/1596 in Frankfurt am Main erschienen sind (Der in TĂŒbingen ansĂ€ssige Verleger Georg Gruppenbach, ein Verwandter Crusiusâ, hatte das umfangreiche Werk nicht drucken und verlegen wollen, ebenso Sebastian Henricpetri in Basel, der die Annalen ebenfalls nicht ungekĂŒrzt veröffentlichen wollte). Sie bieten einen riesigen Materialfundus zur Geschichte Schwabens und WĂŒrttembergs und wurden 1733 von Johann Jacob Moser ins Deutsche ĂŒbersetzt, fortgesetzt und mit einer Lebensbeschreibung des Verfassers ergĂ€nzt (gedruckt in Frankfurt am Main). Danach erschien, ebenfalls 1596 in Frankfurt, als Anhang dazu (Liber) Paraleipomenos rerum Suevicarum.[15]
Ein eigentĂŒmliches Zeugnis von dem FleiĂ, mit dem Crusius seine Zeit auszunĂŒtzen pflegte, sind die ĂŒber 6500 wĂ€hrend des Gottesdienstes auf Griechisch mitgeschriebenen Predigten. Die griechischen resĂŒmierenden Mitschriften sind in 20 handschriftlichen BĂ€nden in der UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen erhalten. 615 dieser Mitschriften veröffentlichte er 1602 unter dem Titel Corona anni. Verlegt wurde die das Werk 1602 von Samuel Selfisch.[16]
Crusius wird als erster Vertreter des Philhellenismus angesehen. Ab 1573 fĂŒhrte er zusammen mit Jakob Andreae einen mehrjĂ€hrigen Briefwechsel mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel Jeremias Tranos, der als einer der ersten ökumenischen Kontakte zwischen Lutheranern und Orthodoxen gilt.
Druck und Verlag der Annales Suevici und der Corona anni waren bereits Ă€uĂerst mĂŒhsam gewesen. FĂŒr einen 1595 begonnenen und am 4. MĂ€rz 1598 als Manuskript fertiggestellten Homer-Kommentar,[17] der etwa 1660 Druckseiten ergeben hĂ€tte, hatte Crusius zu Lebzeiten hingegen keinen Drucker bzw. Verleger gewinnen können. Sein Kommentar befasst sich mit Homers Ilias[18] und Odyssee sowie frĂŒher Homer zugeschriebenen âhomerischenâ Hymnen und hexametrischen Kurzgedichten (eine Sammlung von Epigrammen) sowie Batrachomyomachia (der ebenfalls ehemals als von Homer verfasst angesehene âFroschmĂ€usekriegâ).[19][20][21]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Commentariolum in primam Demosthenis Olynthiacam Sturmianum eiusdem scholia in eandem, & Epitome ex Diodoro Siculo de statu illorum temporum in Graecia; his addita est conversio Ioan. Sturmii Commentariolum in primam Demosthenis Olynthiacam Sturmianum. Fabricius, StraĂburg 1554. (Digitalisat)
- D[octoris] Solomoni Schweigkero Sultzensi, qui Constantinopoli in Aula Legati Imp. Rom. aliquot annos Ecclesiasta fuit: & in Aegypto, Palaestina, Syria, peregrinatus est: Gratulatio, scripta a Martino Crusio. Cum Descriptione illius peregrinationis & Graecorum Patriarcharum, aliorĂșážżq; ... Christianorum commendationibus, scriptisq . . . . Wyriot, StraĂburg 1582. (Digitalisat)
- Ad Jacobum Schopperum Biberacunsun doctoris honoribus ... 1582 ornatum Gratulatio. Gruppenbach, TĂŒbingen 1582.
- Turcograeciae Libri Octo. Quibus Graecorum Status Sub Imperio Turcico, in Politia & Ecclesia, Oeconomia & Scholis, iam inde ab amissa Constantinopoli, ad haec usq[ue] tempora, luculenter describitur Tvrcograeciae Libri octo. Henricpetrus, Basel 1584. (Digitalisat)
- Civitas Coelestis, seu catecheticae Conciones Item, trium summorum anniversariorum Festorum Conciones aliquot denique Orationes & Epistolae a Martino Crusio editae. Gruppenbach, TĂŒbingen 1588. (Digitalisat)
- Oratio de Regina Rom. Augusta Irena, vel Maria Graeca. Gruppenbach, TĂŒbingen 1597. (Digitalisat)
- Annales Suevici sive Chronica Rerum Gestarum Antiquissimae Et Inclytae Suevicae Gentis. 2. Ab Anno Christi DCCCI. usq[ue] ad MCCXII. annum deducta. 1595. (Digitalisat)
- Oratio de illustriss. principe Eberhardo Barbato, primo Wirtembergensi duce. Gruppenbach, TĂŒbingen 1597. (Digitalisat)
- Grammaticae Graecae, cum Latina congruentis Pars .... 1. Basel 1608. (Digitalisat)
- Homeri Batrachomyomachia Ă Demetrio Zeno Zacynthio in vulgarem linguam Graecam rhythmicĂš conversa: Cum B. Martini Crusii ... Latina versione & Annotationibus. Kohles, Altdorf 1707.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paul Richard Blum: Leichenpredigten: Bemerkungen zu einem Forschungsgebiet und Vorstellung der TĂŒbinger Sammlung des Martin Crusius. In: Ders. (Hrsg.): Studien zur Thematik des Todes im 16. Jahrhundert (= WolfenbĂŒtteler Forschungen, Bd. 22). Herzog-August-Bibliothek, WolfenbĂŒttel 1983, S. 111â124, ISBN 3-88373-035-1.
- Richard Calis: Reconstructing the Ottoman Greek World. Early Modern Ethnography in the Household of Martin Crusius. In: Renaissance Quarterly. Band 72, 2019, S. 148â193.#
- Richard Calis: Martin Crusiusâs lost byzantine legacy. In: Nathanael Aschenbrenner (Hrsg.): The Invention of Byzantium in early modern Europe. Harvard University Press, Cambridge/M.A. 2021, S. 105â142, ISBN 978-0-88402-484-2.
- Richard Calis: Cross-Cultural Contact in Sixteenth-Century TĂŒbingen. Martin Crusius (1526-1607) and his Greek Guest. In: Bulletin of the German Historical Institute Washington, Nr. 69 (Fall 2021/Spring 2022), S. 53â78 (online).
- Richard Calis: The Discovery of Ottoman Greece. Knowledge, Encounter, and Belief in the Mediterranean World of Martin Crusius. Harvard University Press, Cambridge, Mass. 2025, ISBN 978-0-674-29273-4.
- Hubert Cancik: Crusius contra Frischlinum. Geschichte einer Feindschaft. In: Sabine Holtz (Hrsg.): Nicodemus Frischlin (1547â1590). Poetische und prosaische Praxis unter den Bedingungen des konfessionellen Zeitalters (= Arbeiten und Editionen zur mittleren deutschen Literatur, N.F., Bd. 1). Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1999, S. 261â284, ISBN 3-7728-1832-3.
- Laura Carrara, Irmgard MĂ€nnlein-Robert (Bearb): Die TĂŒbinger Theosophie. Anton Hiersemann, Stuttgart 2018 (= Bibliothek der griechischen Literatur, Abt. Klassische Philologie. Band 86). ISBN 978-3-7772-1818-2.
- Josef Forderer: Sie prĂ€gten das Antlitz ihrer Stadt. TĂŒbingen 1955, S. 165â185.
- Thomas Gloning: "Nova Wellingtonia" - Nachrichtenexzerpte in den TagebĂŒchern von Martin Crusius (1526-1607). Ein Beitrag zur FrĂŒhgeschichte der Presse und der Zeitungssprache. In: Bausteine zur TĂŒbinger UniversitĂ€tsgeschichte, Folge 5 (1991), S. 13â52.
- Wilhelm Göz: Martin Crusius und das BĂŒcherwesen seiner Zeit. In: Zentralblatt fĂŒr Bibliothekswesen. Band 50, 1933, S. 717â737.
- Dieter Harlfinger: Martin Crusius und der Berg Athos. In: Ioannis Vassis (Hrsg.): Lesarten. Festschrift fĂŒr Athanasios Kambylis zum 70. Geburtstag dargebracht von SchĂŒlern, Kollegen und Freunden. De Gruyter, Berlin 1998, S. 293â308, ISBN 3-11-015894-9.
- Karl KlĂŒpfel: Crusius, Martin. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 633 f.
- Walther Ludwig: Hellas in Deutschland â Darstellungen der GrĂ€zistik im deutschsprachigen Raum aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-86295-4. â (Zu Franciscus Irenicus, Martin Crusius und Johann Caspar Löscher)
- Jean-Claude Margolin: L'enseignement de la rhĂ©torique Ă l'UniversitĂ© de TĂŒbingen d'aprĂšs quelques "orationes" de Martin Crusius. In: Michael Erbe (Hrsg.): Querdenken. Dissens und Toleranz im Wandel der Geschichte. Festschrift zum 65. Geburtstag von Hans R. Guggisberg. J und J Verlag, Mannheim 1996, S. 363â376, ISBN 3-920671-23-6.
- Basileios A. MystakidÄs: Notes sur Martin Crusius, ses livres, ses ouvrages et ses manuscrits. In: Revue des Ă©tudes grecques, Bd. 11 (1898), S. 279â306 (Digitalisat).
- Paul A. Neuendorf: »Daraus kĂŒndten auch die Graeci lĂ€rnen« Die BemĂŒhungen des Martin Crusius (1526â1607) um ein Luthertum der Griechen. Heidelberg 2022, doi:10.17885/heiup.820.
- PapaspyridÄ-Karuzu, SemnÄ: Martin Crusius. Der erste Philhellene. In: Attempto, Jg. 1973, S. 108â120.
- Reinhold Stahlecker: Das Tagebuch des Martin Crusius. In: TĂŒbinger BlĂ€tter. Band 33, 1942, S. 25â31.
- Reinhold Stahlecker: Martin Crusius und Nicodemus Frischlin. In: Zeitschrift fĂŒr wĂŒrttembergische Landesgeschichte. Band 7, 1943, S. 323â366.
- Klaus-Henning Suchland: Das Byzanzbild des TĂŒbinger Philhellenen Martin Crusius (1526â1607). Dissertation WĂŒrzburg 2001
- Panagiotis Toufexis: Das Alphabetum vulgaris linguae graecae des deutschen Humanisten Martin Crusius (1526â1607). Ein Beitrag zur Erforschung der gesprochenen griechischen Sprache im 16. Jh. (Dissertation Hamburg 2003). Romiosini, Köln 2005 (= Neograeca Medii Aevi. Band 8), ISBN 3-929889-71-4. PDF Online.
- Hans Widmann: Crusius, Martin. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 433â434 (deutsche-biographie.de).
- Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. In: Börsenblatt fĂŒr den Deutschen Buchhandel â Frankfurter Ausgabe. Nr. 89, (5. November) 1968, S. 2929â2940.
- Thomas Wilhelmi (Bearb.): Die griechischen Handschriften der UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen. Sonderband Martin Crusius, Handschriftenverzeichnis und Bibliographie. Harrassowitz, Wiesbaden 2002 (Handschriftenkataloge der UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen, Band 2,2), ISBN 3-447-04518-3.
- Johannes Michael Wischnath: Fakten, Fehler und Fiktionen. Eine forschungsgeschichtliche FuĂnote zu Herkunft und Todestag des TĂŒbinger GrĂ€zisten Martin Crusius (1526â1607). In: Tubingensia. Impulse zur Stadt- und UniversitĂ€tsgeschichte. Festschrift fĂŒr Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-5510-4, S. 225â246 (TĂŒbinger Bausteine zur Landesgeschichte. Band 10). â (Wischnath klĂ€rt hier erstmals umfassend die chaotische forschungsgeschichtliche Situation, in der Crusius als Geburtsort z. T. die Heimatstadt des Vaters, Pottenstein, oder ein nachmals âabgĂ€ngiges Dorfâ, eine spĂ€tere âEinödeâ oder âWĂŒstungâ, GrĂ€bern zugeschrieben und als Todestag sein letzter Amtstag (14. Februar 1607) angegeben wird.)
- Gerhard Philipp Wolf: Martin Crusius (1526â1607). Philhellene und UniversitĂ€tsprofessor. In: Erich Schneider (Hrsg.): FrĂ€nkische Lebensbilder. Band 22. Gesellschaft fĂŒr FrĂ€nkische Geschichte, WĂŒrzburg 2009, ISBN 978-3-86652-722-5 (Veröffentlichungen der Gesellschaft fĂŒr FrĂ€nkische Geschichte, Reihe VII A. Band 22), S. 103â119.
- George Elias Zachariades: TĂŒbingen und Konstantinopel. Martin Crusius und seine Verhandlungen mit der Griechisch-Orthodoxen Kirche (= Schriften der Deutsch-Griechischen Gesellschaft, Bd. 7). Gerstung & Lehmann, Göttingen 1941.
- Crusius, (Martinus). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollstĂ€ndiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und KĂŒnste. Band 6, Leipzig 1733, Sp. 1767.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Druckschriften von und ĂŒber Martin Crusius im VDÂ 17.
- Literatur von und ĂŒber Martin Crusius im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und ĂŒber Martin Crusius in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Grammaticae Graecae cum Latina congruentis. Pars Prima. Pro incipientibus et Altera pro adultoribus, continens Etymologiam et ProsodiamâŠ, 1599 von Crusius in Opolska Biblioteka Cyfrowa (Digitale Bibliothek Oppeln)
- Martin Crusius im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Emil Reichenhart: Die lateinische schule zu Memmingen im reformationszeitalter. III. Die schule unter Crusius. In: Neue JahrbĂŒcher fĂŒr Philologie und Paedogogik 26 = 122 (1880), S. 331â345, bes. S. 344â345 (Google-Books).
- â Notizen in einer Handschrift Crusius' mit Predigtnachschriften des Dietrich Schnepf (UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen, Mc 101, S. 216 und S. 120*; vgl. Mc 220, S. 3*); Hedwig Röckelein (Bearb.): Die lateinischen Handschriften der UniversitĂ€tsbibliothek TĂŒbingen. Harrassowitz, Wiesbaden 1991, S. 215f.
- 1 2 Martin Crusius: Narratio de periculis, quae ipsius parentes tempore Smalcaldici belli experti sunt, ab ipso MDLI conscripta (1551; altgriechisch und lateinisch). In: ders.: Aethiopicae Heliodori historiae epitome. Johannes Wechel, Bernhard Jobin, Frankfurt am Main 1584, Anhang, S. 6â67 (Google-Books) = Marquard Freher: Rerum Germanicarum Scriptores, Bd. III. Claudius Marnius Erben, Hanau 1611, S. 426â446 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek MĂŒnchen); 2. Auflage hrsg. von Burkhard Gotthelf Struve, Johannes Reinhold Dulssecker, StraĂburg 1717, S. 499â518 (Google-Books).
- â Aus Wurzach, SchĂŒler Reuchlins im Griechischen, am 24. Oktober 1521 als âGregorius KĂŒtz (Kurtz Waltzensis)â in TĂŒbingen immatrikuliert, seit 1527 Lehrer in Ulm; Karl Pfaff: Versuch einer Geschichte des gelehrten Unterrichtswesens in WĂŒrttemberg in Ă€ltern Zeiten. Wagner, Ulm 1842, S. 51f.
- â Söhne des sĂ€chsischen Rates Dietrich von Werthern (1468â1536) zu Wiehe und Beichlingen.
- â PortrĂ€t 1529 von Hans Maler begonnen, vollendet von Christoph Amberger, in der Alten Pinakothek, MĂŒnchen (Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Nr. 547a).
- â Heinz von Mackowitz: Der Maler Hans von Schwaz. (Schlern-Schriften 193). Wagner, Innsbruck 1960, S. 52f.
- â Martin Crusius: SchwĂ€bische Chronick, Bd. II. Metzler und Erhard, Frankfurt am Main 1733, S. 301 (Google-Books).
- â Aus Memmingen, vielleicht ein Sohn von Christof Dietmaier und (â 1534) Rosina Zangemeister, 1557 immatrikuliert in Jena, am 5. Juni 1559 in TĂŒbingen; Martinus Crusius Bottensteinanus immatrikulierte sich am 5. Juli 1559 in TĂŒbingen; vgl. Martin Crusius: Annales sueuici. Nikolaus BassĂ©e, Frankfurt am Main 1596, S. 703 (Google-Books).
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2936.
- â Wilhelm Götz, Ernst Conrad (Hrsg.): Diarium Martini Crusii 1596â1597. TĂŒbingen 1927; dieselben: Diarium Martini Crusii 1598â1599. Ebenda 1931; Reinhold Stahlecker â , Eugen Staiger, unter Mitwirkung von Reinhold Rau und Hans Widmann (Hrsg.): Diarium Martini Crusii 1600â1605. Ebenda 1958; Eugen Staiger (Bearb.): Diarium Martini Crusii. Gesamtregister. Ebenda 1961.
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2929 f., 2932 und 2935.
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2929 f.
- â Martin Crusius: Annales Suevici. 3 BĂ€nde (zu je 12 BĂŒchern, den âDodekadenâ). Nicolaus Basseus (auch N. Bassaeus, Nicolaus BassĂ©, N. BassĂ©e), Frankfurt am Main 1595 (Band 1â2) bis 1596 (Band 3).
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2930 f. und 2935.
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2934 und 2937.
- â Reinhold Stahlecker: Martin Crusius, der erste deutsche Verfasser eines Kommentars zum gesamten Homer. In: Philologische Wochenschrift. Band 59, 1939, Sp. 1196â1207.
- â Vgl. Martin Crusius: Commentationes in I. lib. Iliad. Homeri [âŠ]. Gotthard Voegelin, Heidelberg (September) 1612.
- â Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. 1968, S. 2934â2938.
- â Albin Lesky: Geschichte der griechischen Literatur. Francke, Bern 1957; hier: 2. Auflage. Bern/MĂŒnchen 1963, S. 103â109.
- â Wilhelm Schmid (Hrsg.): Wilhelm v. Christs Geschichte der griechischen Litteratur. 5 BĂ€nde. C. H. Beck, MĂŒnchen 1929â1948, hier: Teil 1, Band 1 (= Handbuch der Altertumswissenschaften. Abteilung 7, 1, 1), S. 224â246.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Crusius, Martin |
| ALTERNATIVNAMEN | Martin Kraus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Altphilologe und schwÀbischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1526 |
| GEBURTSORT | GrÀbern bei Bamberg (Teil von Walkersbrunn, heute Stadt GrÀfenberg) |
| STERBEDATUM | 7. MĂ€rz 1607 |
| STERBEORT | TĂŒbingen |