Zum Inhalt springen

Methenolon

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Metenolon)
Strukturformel
Struktur von Methenolon
Allgemeines
Freiname Methenolon
Andere Namen

(5α,17ÎČ)-17-Hydroxy-1-methylandrost-1-en-3-on

Summenformel C20H30O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 205-812-0
ECHA-InfoCard 100.005.285
PubChem 3037705
ChemSpider 2301378
DrugBank DB13710
Wikidata Q905078
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A14AA04

Wirkstoffklasse

Anabolikum

Eigenschaften
Molare Masse 302,45 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 149,5–152 °C (Methenolon)[1]
  • 138–139 °C (Methenolonacetat)[1]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht fĂŒr Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 302​‐​351​‐​360​‐​362
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Methenolon, auch Metenolon, ist eine organische chemische Verbindung aus der Gruppe der Steroide. Als Arzneistoff PrimobolanÂź zeigt es geringe androgene, aber starke anabole Wirkung.[3]

Methenelon wird entweder als Methenolonenantat (Primobolan Depot) intramuskulĂ€r injiziert oder oral als Methenolonacetat (Primobolan S) eingenommen. Das Steroid wird nach peroraler Aufnahme rasch und vollstĂ€ndig resorbiert; nach etwa 3,5 h sind 90 % zu Konjugaten metabolisiert. Die Plasmahalbwertszeit betrĂ€gt etwa einen Tag. Die Elimination erfolgt je zur HĂ€lfte ĂŒber Urin und Stuhl. Die Ester Methenolonacetat und Methenolonenantat sind lĂ€nger wirksam, da sie – je nach Gewebe – zunĂ€chst in Methenolon und die entsprechende SĂ€ure umgesetzt werden mĂŒssen. Die androgene Wirkung entspricht funktionell der des Dihydrotestosterons (Androstanolon).[3]

Zu den Nebenwirkungen zÀhlen Prostatawachstum, Kopfhaarausfall, Haarwuchs am Körper, Akne und bei Frauen eine VermÀnnlichung durch Klitoriswachstum, Bartwuchs und Stimmvertiefung.[4]

Primobolan wurde von der Schering AG in Deutschland und Mexiko hergestellt und wird heute von der Bayer AG hergestellt. Die Einnahme war in den 1970er-Jahren in Bodybuildingkreisen stark verbreitet.[5]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 C. R. Ganellin, David J. Triggle: Dictionary of pharmacological agents, Band 2: H–Z. CRC Press, 1996, ISBN 978-0-412-46630-4, S. 1293.
  2. ↑ FĂŒr diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Metenolone im Classification and Labelling Inventory der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 3. April 2020. (Achtung: Anstelle des obigen defekten Links dĂŒrfte dieser Link korrekt sein.)
  3. 1 2 F. v. Bruchhausen, S. Ebel, A. W. Frahm, E. Hackenthal: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 8. Stoffe E–O. 5. Auflage, Springer, 1995, ISBN 978-3-540-52688-9, S. 907–908.
  4. ↑ Bernhard Kleine, Winfried Rossmanith: Hormone und Hormonsystem: eine Endokrinologie fĂŒr Biowissenschaftler. Springer, 2007, ISBN 978-3-540-37702-3, S. 229.
  5. ↑ Steve Theunissen: Arnold & Steroids: Truth Revealed (Memento vom 7. Dezember 2003 im Internet Archive), 2002.