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Motronic

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Motronic-SteuergerÀt
(1985, fĂŒr BMW 3er)
Diesel-SteuergerÀt
(etwa 1990er Jahre fĂŒr Golf TDI)
Motronic-SteuergerÀt EDC17, Leiterplattenunterseite

Die Motronic (eingetragene Marke[1] der Robert Bosch GmbH) ist eine frei programmierbare, digitale Motorsteuerung fĂŒr Ottomotoren, die 1979 eingefĂŒhrt wurde. Der Name leitet sich aus den Worten Motor und Electronic ab. Dies ist auf die Tatsache zurĂŒckzufĂŒhren, dass mit der Motronic das erste Mal die Daten fĂŒr die Saugrohreinspritzung und die ZĂŒndung in einem SteuergerĂ€t zusammengefĂŒhrt wurden. Auch war die Motronic eine der ersten Anwendungen der KennfeldzĂŒndung und kam serienmĂ€ĂŸig erstmals 1979 im BMW 732i zum Einsatz. Das VorgĂ€ngersystem L-Jetronic war ein Benzineinspritzsystem mit separater ZĂŒndanlage.

Bei der EinfĂŒhrung der Motronic waren im Kennfeld die Motor-Betriebsdaten fĂŒr Drehzahl, Last und Temperatur fĂŒr jede Kurbelwellenumdrehung gespeichert. Auf Basis des Kennfelds können unterschiedliche Algorithmen ausgefĂŒhrt werden, die in bestimmten Betriebssituationen wie Normalbetrieb, Leerlauf, Warmlauf oder Schubbetrieb jeweils aktiv sind.[2] Zur Benzineinspritzung werden Einspritzbeginn und Einspritzdauer gesteuert – abhĂ€ngig von der Drehzahl und der um die Lufttemperatur korrigierten Ansaugluftmenge (Motorlast). Zudem wird im Schubbetrieb eine Schubabschaltung wirksam. FĂŒr die Steuerung von Einspritzung und ZĂŒndzeitpunkt erhĂ€lt die Motronic ĂŒber einen Zahnkranz auf der Kurbelwelle einerseits Daten zur Motordrehzahl (Drehzahlgeber) und anderseits Informationen ĂŒber die Stellung der Kurbelwelle (Bezugsmarkengeber). Der Zahnkranz ist relativ groß mit entsprechend großer Übersetzung und ermöglicht deshalb im Unterschied zum ZĂŒndverteiler eine sehr prĂ€zise Messung.[2] MessgrĂ¶ĂŸen fĂŒr die Bestimmung des ZĂŒndzeitpunkts sind dieselben wie fĂŒr die Kraftstoffeinspritzung, also Motordrehzahl und Luftmenge in der Ansaugleitung. Weitere Sensoren wie Klopfsensoren sind möglich. Die ZĂŒndung selbst arbeitet ohne bewegte Teile und ist somit vollelektronisch und verschleißfrei.

Erweiterungen der Motronic

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Ab 1995 wurde auch die Information zur Gaspedalstellung nicht mehr mechanisch mittels Seilzug oder GestĂ€nge, sondern elektronisch ĂŒbermittelt. Dieses System wird als E-Gas (ME-Motronic) bezeichnet, ab dem Jahr 2000 auch als MED-Motronic zur Steuerung von Direkteinspritzsystemen.

Seit 2014 setzt Bosch eine neue Generation der Motronic ein: MDG1. Die neue MotorsteuergerĂ€tfamilie unterstĂŒtzt moderne Kommunikationsstandards wie Ethernet und lĂ€sst sich erstmals fĂŒr Diesel- wie Ottomotoren verwenden.[3]

Weitere, aber seltenere Varianten sind

  • MEG-Motronic: Integrierte Getriebesteuerung
  • MEV-Motronic: Integrierte Valvetronic-Steuerung

Vorteile der Motronic

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Verglichen mit elektronischen Systemen fĂŒr Einspritzung und ZĂŒndung ohne zentrale Motorsteuerung hatte die Motronic folgende Vorteile:[4]

  • Kostenreduktion durch mehrfache Ausnutzung der Sensoren und Informationen
  • Nahezu Wartungsfreiheit, nur ZĂŒndkerzen und Kraftstofffilter verblieben als Verschleißteile
  • Digitale Abspeicherung der Funktionen, dadurch keine alterungs- oder temperaturbedingten Abweichungen
  • Anwendung der KennfeldzĂŒndung durch Mikrocontroller
  • besseres Fahrverhalten, beispielsweise Vermeidung von Ruckel-Erscheinungen durch entsprechende Algorithmen
  • geringere Beanspruchung des Motors durch optimale Anpassung
  • FlexibilitĂ€t durch die frei programmier- und damit anpassbare Software
  • Kraftstoffeinsparung durch Magerbetrieb bei Teillast, Schubabschaltung, Lambda-abhĂ€ngige ZĂŒndwinkelverstellung bei Volllast und Leerlauf
  • Robert Bosch GmbH (Hrsg.): Kraftfahrtechnisches Taschenbuch. Vieweg 2007, ISBN 3-8348-0138-0.
  • Robert Bosch GmbH: Kombiniertes ZĂŒnd- und Benzineinspritzsystem mit Lambda-Regelung Motronic. (= Technische Unterrichtung. 1 987 722 011). 2. Ausgabe September 1985.
Commons: Bosch engine controls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Auskunft zur Marke Motronic im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)
  2. 1 2 Mikroelektronik im Kraftfahrzeug fĂŒr Einspritzung und ZĂŒndung. In: Kraftfahrzeugtechnik 9/1980, S. 285.
  3. ↑ Johannes-Joerg Rueger, Alexander Wernet, Hasan-Ferit Kececi, Thomas Thiel: MDG1: The New, Scalable, and Powerful ECU Platform from Bosch (= Lecture Notes in Electrical Engineering book series. Band 194). Springer, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-33829-8, S. 417–425, doi:10.1007/978-3-642-33829-8_39.
  4. ↑ Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren. In: Kraftfahrzeugtechnik 6/1981, S. 170–173.