Dispositive Daten
Dispositive Daten sind die in einem Unternehmen vorhandenen Daten, die das Management bei Managemententscheidungen fĂŒr die Steuerung oder strategische Ausrichtung des Unternehmens benötigt.
Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den vorhandenen Unternehmensdaten sind dispositive Daten jene, die dem dispositiven Faktor, also der UnternehmensfĂŒhrung, zur VerfĂŒgung gestellt werden. Dispositive Arbeitsleistungen liegen vor, wenn es sich um TĂ€tigkeiten handelt, die mit der Leitung und Lenkung betrieblicher VorgĂ€nge in Zusammenhang stehen.[1] Diese Daten dienen der Entscheidungsvorbereitung fĂŒr unternehmerische Entscheidungen. Dispositive Daten werden in managementunterstĂŒtzenden Systemen wie dem Management-Informationssystem oder Data Warehouse verarbeitet. Dispositive Daten können sich aus âharten Datenâ und weichen Daten zusammensetzen. Alle ĂŒbrigen Daten sind operative Daten.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Merkmale dispositiver Daten können wie folgt unterteilt werden:[2]
| Merkmal | Dispositive Daten | Operative Daten |
|---|---|---|
| Ziel | Entscheidungsvorbereitung fĂŒr Managemententscheidungen | Abwicklung der GeschĂ€ftsprozesse |
| Ausrichtung | verdichtete Metadaten | detaillierte, granulare GeschÀftsvorfalldaten und Basisdaten |
| Modellierung | sachgebietsbezogen und standardisiert | AltbestÀnde oft nicht modelliert |
| Queries | Ad hoc, fĂŒr stĂ€ndig wechselnde komplexe Fragestellungen und vorgefertigte Standardauswertungen | strukturiert, meist statisch im Programmcode |
Getrennte Behandlung der Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Technologisch werden dispositive Daten oft redundant gespeichert und stets von den operativen Daten entkoppelt. DafĂŒr sind drei GrĂŒnde maĂgeblich:[3]
- Die Rechenleistung von operativen IT-Systemen darf durch dispositive Abfragen keinesfalls beeintrÀchtigt werden.
- Der Datenlebenszyklus von dispositiven und operativen Daten unterscheidet sich im Regelfall, denn dispositive Daten werden lÀngerfristig benötigt.
- Auch die optimale Datenstruktur beider Datenarten unterscheidet sich.
FĂŒr beide Datenarten gilt gleichermaĂen das Betriebs- und GeschĂ€ftsgeheimnis. AuĂerdem unterliegen bestimmte dispositive Daten einem besonderen Datenschutz und sind fĂŒr operativ tĂ€tige Mitarbeiter nicht zugĂ€nglich.
Beispiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Typische dispositive Daten sind insbesondere Marktdaten und Marktentwicklungen sowie Daten aus der Unternehmens- und Finanzplanung wie die Plankosten. Auch Daten aus Betriebsvergleichen sind dispositive Daten. Zu den operativen Daten gehören beispielsweise die Personaldaten und Kundendaten, Auftragseingang oder Marktbeobachtung. Ein groĂer Teil der dispositiven Daten wird ĂŒber die Enterprise Application Integration oft aus operativen Daten generiert.[4]
Abgrenzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Operative Daten sind Daten aus IT-Systemen, die unmittelbar zur Abwicklung des operativen GeschĂ€fts dienen.[5] Dispositive Daten dĂŒrfen nicht mit Daten fĂŒr die Disposition und dortige Disponenten verwechselt werden, hier werden operative Daten verwendet. Dispositive Daten dienen ausschlieĂlich dem FĂŒhrungsprozess, operative dem GeschĂ€ftsprozess (einschlieĂlich der betrieblichen Funktionen von Beschaffung, Finanzierung, Produktion, Verwaltung und Vertrieb).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reinhard Jung: Gestaltung einer datenintegrierenden Architektur fĂŒr dispositive und operative Zwecke. In: HMD â Praxis der Wirtschaftsinformatik. Band 222. dpunkt.verlag, Heidelberg Dezember 2001.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Erich Gutenberg: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Band I: Die Produktion, 1983, S. 3.
- â Hans-Georg Kempe, Walid Mehanna, Carsten Unger: Business Intelligence. Grundlagen und praktische Anwendungen. 2006, S. 14 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- â Manfred Kulmitzer: Data Intelligence. Ăber die Macht der Daten. 2020, Kap. 6.5 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- â Reinhard Jung: Architekturen zur Datenintegration. 2006, S. 276 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- â Volker Reichenbach, Rainer Trautloft, Alfred Hennerici, Ingo Goelitz, Werner Lappat, Gunter May: Praxishandbuch IT-Projekte in Versicherungsunternehmen. 2011, S. 119 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).