PRESS-Statistik
Unter der PRESS-Statistik (PRESS: Predicted Residual Sum of Squares englisch fĂŒr vorhergesagte Residuenquadratsumme) oder auch prĂ€diktive Residuenquadratsumme[1] (englisch predictive residual sum of squares) versteht man ein MaĂ zur Anpassung eines bestimmten Modells an eine Stichprobe, die bei der ModellschĂ€tzung nicht berĂŒcksichtigt wurde. Der wesentliche Unterschied zu einer normalen Residuenquadratsumme besteht darin, dass zur Berechnung der PRESS-Statistik ausschlieĂlich gemessene und geschĂ€tzte Werte benutzt werden, die fĂŒr das Modell âneuâ sind. Das heiĂt, das Modell wurde anhand eines Trainingsdatensatzes geschĂ€tzt. Dann werden neue Beobachtungen hinzugezogen (Testdatensatz), fĂŒr die man SchĂ€tzungen mit dem âtrainiertenâ Modell durchfĂŒhrt.
Berechnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Holdout Datensatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die PRESS-Statistik wird wie folgt berechnet:
- .
Dies entspricht einer Quadratsumme, wobei fĂŒr die neuen Beobachtungswerte steht und fĂŒr deren vorhergesagte Werte. Um den oben erwĂ€hnten Unterschied zur gewöhnlichen Residuenquadratsumme (residual sum of squares, kurz RSS) deutlich zu machen, kann man die Formel auch anders ausdrĂŒcken:[2]
- .
Hier soll verdeutlicht werden, dass Werte fĂŒr einen externen Datensatz vorhergesagt wurden. Der Unterschied zur normalen Residuenquadratsumme besteht lediglich im Kontext der betrachteten Daten und nicht in der Rechenvorschrift. Durch den Hold-out Testdatensatz wird der (auf den Trainingsdatensatz) bedingte Testfehler berechnet.
Kreuzvalidierung
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Manchmal wird PRESS auch als das Ergebnis bzw. eine Form der Kreuzvalidierung verwendet. Das PRESS-Konzept lĂ€sst sich aber auch fĂŒr andere Vorhersagen benutzen.[3] Die Berechnung findet wie im Absatz oben statt, allerdings wird wiederholt ein Holdout Datensatz verwendet und dann der erwartete Testfehler berechnet.
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mithilfe der PRESS-Statistik lassen sich durch weitere Berechnungen auch der mittlere quadratische Prognosefehler (englisch mean squared error of prediction, kurz: MSEP) und die Wurzel des mittleren quadratischen Prognosefehlers (englisch root mean squared error of prediction, kurz: RMSEP) berechnen. Dies sind MaĂe um die VorhersagefĂ€higkeit von Modellen (z. B. bei einer Hauptkomponentenregression) zu beurteilen.[4] Da die PRESS-Statistik allerdings die GröĂe des Datensatzes nicht berĂŒcksichtigt, ist diese Kennzahl nur zum Vergleich von Modellen mit gleich vielen Beobachtungen geeignet.
AuĂerdem kommt die PRESS-Statistik bei der partiellen Kleinste-Quadrate-SchĂ€tzung (kurz: PKQ) zur Kreuzvalidierung (Verifikation) von Stichproben zum Einsatz.[5]
Die PRESS-Statistik kann auch einen Hinweis auf Ăberanpassung bei einer durchgefĂŒhrten Regression liefern. Modelle, die zu viele Parameter enthalten, tendieren dazu, geringe Residuen zu den Beobachtungen zu haben (niedrige ), die fĂŒr das Modell verwendet wurden, aber relativ groĂe Residuen zu neuen Beobachtungen (hohe ).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Rainer Schlittgen: Multivariate Statistik. 2009, Teil III: AbhĂ€ngigkeiten, S. 183 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
- â Scheiber, Josef Heinrich. "Entwicklung, Validierung und Anwendung einer interpretierbaren und alignment-freien 4D-QSAR Methodik." (2007). S. 41.
- â Richard Kramer: Chemometric Techniques for Quantitative Analysis. CRC Press. 1998. S. 168.
- â 13. MODEL OPTIMISATION AND VALIDATION â ErklĂ€rungen in einem PCR-Tutorial (en)
- â Draper, Norman Richard, and Harry Smith. "Applied regression analysis 2nd ed." (1981).