Passim
Der lateinische Fachterminus passim (deutsch âĂŒberallâ, âda und dortâ[1][2]) wird in wissenschaftlichen Texten anstelle von Seitenangaben gebraucht, wenn keine konkrete Zeile oder kein bestimmter Absatz angegeben werden kann, weil der Sachverhalt sich durch den gesamten Text oder ein groĂes TextstĂŒck zieht.
Als Angabe findet sich passim in der Regel in den FuĂ- und Endnoten sowie in den Personen- und Sachregistern von wissenschaftlichen Werken. Der Ausdruck wird ĂŒblicherweise nicht verwendet, um wichtige Angaben zu belegen (die mit konkreten Seitenzahlen belegt werden), sondern nur, um auf das grundsĂ€tzliche Vorhandensein von Belegen fĂŒr eher unerhebliche, kaum eines Beleges bedĂŒrfende Angaben zu verweisen. Des Weiteren dient er als Hinweis, dass sich in dem Werk bzw. der Quelle, auf die man sich beruft, neben den konkreten mit Seitenzahlen angefĂŒhrten Belegen fĂŒr eine bestimmte Behauptung noch zahlreiche weitere Angaben finden, die diese Behauptung genauso belegen, die man aber, um Redundanzen zu vermeiden, nicht zusĂ€tzlich aufzĂ€hlt.
In Registern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Registern findet man das Wort passim hÀufig als Anzeigewort, das darauf hinweist, dass ein Begriff neben seiner Nennung in wichtigen ZusammenhÀngen (die mit konkreter Seitenzahl referenziert werden) in dem betreffenden Buch auch noch sehr hÀufig in eher unbedeutenden ZusammenhÀngen auftaucht, auf die nur grundsÀtzlich, nicht aber durch den Verweis auf konkrete Einzelseiten verwiesen wird.
So könnte im Sachregister eines beliebigen Buches etwa hinter dem Schlagwort âKriegsendeâ stehen: âS. 9, 14, 26, 48, 144 und passimâ (analog dazu: âKap. 7 et passimâ). Damit wird angezeigt, dass die AusfĂŒhrungen zum Thema âKriegsendeâ auf den mit Nummern genannten Seiten derart wichtig sind, dass es sich fĂŒr den Durchschnittsleser lohnt, sie nachzuschlagen, dass sich allerdings darĂŒber hinaus noch diverse weitere ErwĂ€hnungen des Wortes im vorliegenden Buch finden, die jedoch fĂŒr die meisten Leser derart unbedeutend sind, dass es im Regelfall eher unzweckmĂ€Ăig wĂ€re, sie nachzuschlagen. Damit der Leser jedoch weiĂ, dass sich die ErwĂ€hnung des Wortes nicht nur auf die (wichtigen) mit Seitenzahlen referenzierten Stellen beschrĂ€nkt, sondern eben noch andere vorhanden sind, wird das Wort passim hinzugefĂŒgt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Helmut Balzert, Christian SchÀfer, Marion Schröder, Uwe Kern: Wissenschaftliches Arbeiten: Wissenschaft, Quellen, Artefakte, Organisation, PrÀsentation. W3l, Herdecke/Witten 2008, ISBN 978-3-937137-59-9, S. 108 f.; eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Passim. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 15: ĂhmichenâPlakatschriften. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 486 (Digitalisat. zeno.org).
- â Karl Ernst Georges: passim. In: AusfĂŒhrliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. 8., verbesserte und vermehrte Auflage. Band 2: IâZ. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1918, Sp. 1501 (Digitalisat. zeno.org).