Peristase (Biologie)
Peristase bedeutet in der Biologie die Gesamtheit der EinflĂŒsse der auf einen Organismus einwirkenden Umwelt. Dabei soll von genetischen EinflĂŒssen abgesehen werden.[1] Der Begriff ist abgeleitet von altgriechisch ÏΔÏÎŻÏÏαÏÎčÏ âder Umstandâ, âZustandâ, âdie (Ă€uĂere) Lageâ, âdas Befindenâ, insbesondere die âschwierige Lageâ, aber auch âPrunkvolle Einrichtungâ, âErscheinungâ, âPrachtâ,[2] vgl. Peristasis.
Sozialpsychologischer und sozialpsychiatrischer Ansatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bedeutung von UmwelteinflĂŒssen wird erstmals durch Sigmund Freud und sein Konzept der Psychoneurose geltend gemacht. Medizingeschichtlich ist bemerkenswert, dass peristatische Ăberlegungen das Konzept der Konstitution und ihrer pathogenetischen Rolle der EndogenitĂ€t relativieren, indem die Bedeutung der Disposition als einer lebensgeschichtlich erworbenen AnfĂ€lligkeit betont wird.[3] Im Gegensatz zu dem Begriff exogen, der auch fĂŒr intrinsische biologische Reaktionen verwendet wird, wird der Begriff peristatisch nur auf Umweltfaktoren bezogen, vgl. Strukturanalyse. PrimĂ€re Stoffwechselstörungen der Leber etwa, die sekundĂ€r â und so gesehen auch âvon auĂenâ (âșexogenâč) â wiederum andere Organe schĂ€digen, sind als Beispiel dafĂŒr anzusehen, dass der Begriff âșperistatischâč eine genauere Bezeichnung fĂŒr evtl. aus der Umwelt kommende SchĂ€digungsursachen darstellt.[4]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Brockhaus, F.A.: Der GroĂe Brockhaus. Kompaktausgabe in 26 BĂ€nden, 18. Auflage, Wiesbaden 1983, Band 16, S. 334.
- â Benseler, Gustav Eduard et al.: Griechisch-Deutsches Schulwörterbuch. B.G. Teubner, Leipzig 1911, S. 726.
- â UexkĂŒll, Thure von: Grundfragen der psychosomatischen Medizin. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1963, Teil II. Die Auseinandersetzung (der psychosomatischen Medizin) mit der neuen Aufgabe. Kap. 3. Disposition, Persönlichkeitsprofil und Krankheitsbereitschaft. Abs. 2, S. 49.
- â Degkwitz, Rudolf et al. (Hrsg.): Psychisch krank. EinfĂŒhrung in die Psychiatrie fĂŒr das klinische Studium. Urban & Schwarzenberg, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-541-09911-9; zu Stichwort âexogenâ: S. 231, Spalten 1â2.