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Phoxim

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Strukturformel
Struktur von (E,Z)-Phoxim.
Gemisch aus (E)-Phoxim (links) und (Z)-Phoxim (rechts)
Allgemeines
Name Phoxim
Andere Namen
  • O-(2-Cyanobenzylidenamino)-O,O-diethylthiophosphat
  • O,O-Diethyl-O-(alpha-cyanobenzylidenamino)monothiophosphat
  • (Diethoxythiophosphoryloxyimino)phenyl­acetonitril
Summenformel C12H15N2O3PS
Kurzbeschreibung

gelbe bis rötliche FlĂŒssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 14816-18-3
EG-Nummer 238-887-3
ECHA-InfoCard 100.035.337
PubChem 26927
Wikidata Q164403
Eigenschaften
Molare Masse 298,30 g·mol−1
Aggregatzustand

flĂŒssig

Dichte

1,18 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

6,1 °C[1]

Siedepunkt

Zersetzung beim Erhitzen[1]

Dampfdruck

2,1 mPa bei 20 °C[1]

Löslichkeit
  • sehr schlecht in Wasser (3,4 mg·l−1)[1]
  • gut löslich in vielen organischen Lösungsmitteln[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 301​‐​311​‐​317​‐​361f​‐​410
P: 270​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​303+361+353​‐​362+364[1]
Toxikologische Daten

> 2 g·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Phoxim ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der ThiophosphorsĂ€ureester, die vor allem in der VeterinĂ€rmedizin und beim Holzschutz als Insektizid und Akarizid eingesetzt wird. Sie liegt in Form einer gelben bis rötlichen FlĂŒssigkeit vor. Strukturell eng verwandte Verbindungen sind das Chlorphoxim und das Phoxim-Methyl.[5]

Phoxim wurde 1968 von Bayer unter dem Namen Baythion auf den Markt gebracht.

Die Wirkung als Kontakt-, Fraß- und Atemgift beruht nach metabolischer Desulfurierung zum PhosphorsĂ€ureester auf der Hemmung der Acetylcholinesterase.[4] Die beiden Stereoisomere des Phoxims besitzen eine unterschiedlich starke Wirkung als Insektizid. Dabei wirkt das cis-Isomer – gemessen als KT50-Wert – sowohl als Kontakt- als auch als Fraßgift schneller auf Organismen wie Stubenfliegen oder die Larven von Gemeiner StechmĂŒcke und dem Eulenfalter Mythimna separata als das trans-Isomer. Die StereoselektivitĂ€t ist je nach Art unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt; besonders ausgeprĂ€gt ist sie bei StechmĂŒckenlarven.[6]

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die Phoxim enthalten, wurde in Europa am 21. Juni 2007 widerrufen.[7] Auch in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Eine akute Vergiftung kann durch Cholinesterasebestimmung oder Gaschromatographie nachgewiesen werden. Die zulĂ€ssigen Höchstmengen in Tee und Getreide sowie in anderen pflanzlichen Lebensmitteln betragen nach der RĂŒckstands-Höchstmengenverordnung zwischen 0,1 mg·kg−1 und 0,05 mg·kg−1.[4]

  • Baythion
  • Sebacil
  • Valexon
  • Bericht des Committee for veterinary medicinal products ĂŒber Phoxim (PDF-Datei; englisch, 40 kB)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Eintrag zu Phoxim in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Januar 2024. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Eintrag zu Phoxim bei Vetpharm, abgerufen am 5. August 2012.
  3. ↑ Eintrag zu Phoxim in der Datenbank ECHA CHEM der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. 1 2 3 Eintrag zu Phoxim. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 5. MÀrz 2011.
  5. ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Phoxim-Methyl: CAS-Nr.: 14816-16-1, PubChem: 6506394, ChemSpider: 5005731, Wikidata: Q27286361.
  6. ↑ Wang Wenli et al.: Stereoselecivity in Insecticidal Activities of Geometric Isomers of Phoxim. In: Pesticides. 1998, 37, 9, S. 20–21.
  7. ↑ Entscheidung der Kommission vom 21. Juni 2007 ĂŒber die Nichtaufnahme bestimmter Wirkstoffe in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG (PDF).
  8. ↑ Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EuropĂ€ischen Kommission: Eintrag zu Phoxim in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 27. MĂ€rz 2016.