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Pierre Matisse

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Pierre Matisse (* 13. Juni 1900 in Bohain-en-Vermandois; † 10. August 1989 in Monaco) war ein französisch-amerikanischer-KunsthĂ€ndler. Er grĂŒndete 1931 die Pierre Matisse Gallery in New York.

Henri Matisse: PortrÀt von Pierre, 1909

Pierre Matisse, der jĂŒngere Sohn des Malers Henri Matisse, wollte seinem Vater nacheifern und Maler werden; er hatte bereits eine Ausstellung im Salon des IndĂ©pendants. 1923 traf er jedoch die Entscheidung, KunsthĂ€ndler zu werden, und nahm eine Stellung bei der bekannten Galerie Barbazanges-Hodebert in Paris an.[1] Ein Jahr spĂ€ter verließ er Paris und zog nach New York, wo er in Manhattan 1931 eine Galerie fĂŒr vorwiegend europĂ€ische moderne Kunst grĂŒndete, die er bis zu seinem Tod fĂŒhrte. Die Pierre Matisse Gallery hatte ihren Sitz im Fuller Building in der 41 East 57th Street. Matisse vertrat in den USA jahrzehntelang Joan MirĂł, Balthus, Alberto Giacometti oder Jean Dubuffet.

Vom 3. MĂ€rz bis zum 28. MĂ€rz 1942 fand die Ausstellung „Artists in Exile“ in der Pierre Matisse Gallery statt. Mit je einem Werk waren 14 KĂŒnstler vertreten: Roberto Matta, Ossip Zadkine, Yves Tanguy, Max Ernst, Marc Chagall, Fernand LĂ©ger, AndrĂ© Breton, Piet Mondrian, AndrĂ© Masson, AmĂ©dĂ©e Ozenfant, Jacques Lipchitz, Pavel Tchelitchev, Kurt Seligmann und Eugene Berman.[2]

Das Fuller Building, in dem sich Matisse’ Galerie befand

In den Jahren 1931 bis 1989 organisierte Pierre Matisse Hunderte von Ausstellungen. Im Jahr 1945 stellte er erstmals Mirós Konstellationen aus. 1948 fand in seiner Galerie die erste Retrospektive der Skulpturen Giacomettis statt und ein Jahr darauf zeigte er die spÀten Werke seines Vaters Henri Matisse, darunter die erstmals ausgestellten Papierschnitte (gouaches découpées).[3]

Aus seinem Nachlass ist 1992 ein großes Konvolut mit GemĂ€lden von Henri Matisse, MirĂł, Dubuffet, Giacometti, Paul CĂ©zanne und Georges Rouault als Dation, also Abgeltungsschenkung fĂŒr die Erbschaftsteuer, in das Centre Georges Pompidou in Paris ĂŒbergegangen. Eine von seiner Witwe Maria-Gaetana Matisse im Jahr 1995 gegrĂŒndete Stiftung schenkte 2004 dem Metropolitan Museum of Art in New York etwa 100 Kunstwerke aus seiner persönlichen Sammlung im Wert von ĂŒber 100 Millionen US-Dollar: die Pierre and Maria-Gaetana Matisse Collection.

WĂ€hrend Matisse’ Zeit in den USA erhielt er eine enge Verbindung mit seinem Vater Henri Matisse aufrecht. Ihre umfangreiche Korrespondenz sowie das Archiv der Pierre Matisse Gallery wird in der Morgan Library in New York City aufbewahrt.[1]

Pierre Matisse starb 1989 in einem Hospital in Monaco und wurde in Saint-Jean-Cap-Ferrat, Frankreich, seinem letzten Wohnort, bestattet.[4]

Matisse war dreimal verheiratet. Im Jahr 1929 fand die Hochzeit mit Alexina „Teeny“ Sattler statt. Sie hatten die gemeinsamen Kinder Paul, Jacqueline und Peter. Die Ehe zerbrach 1949, als sich Matisse in die zweite Frau von Roberto Matta, Patricia Kane Matta (1923–1972), verliebte und sie nach der Scheidung heiratete. Teeny heiratete 1954 Marcel Duchamp.[5] Nach Patricias Tod 1972 heiratete Matisse 1974 Maria-Gaetana „Tana“ von Spreti (1943–2001), die Tochter des Diplomaten Karl von Spreti.[6]

  • Magdalena Dabrowski, William S. Lieberman, Sabine Rewald: Selections from the Pierre and Maria-Gaetana Matisse Collection. Ausstellungskatalog. The Metropolitan Museum of Art, New York 2004.
  • William M. Griswold, Jennifer Tonkovich: Pierre Matisse and his artists. Ausstellungskatalog. Pierpont Morgan Library, New York 2002, ISBN 0-87598-133-X
  • Isabelle Monod-Fontaine, Claude Laugier (Hrsg.): Dation Pierre Matisse. Ausstellungskatalog. MusĂ©e National d’Art Moderne / Centre Georges Pompidou, Paris 1992, ISBN 2-85850-671-X.
  • Sabine Rewald, Magdalena Dabrowski: The American Matisse: The Dealer, His Artists, His Collection. (Metropolitan Museum of Art). Yale University Press, 2010, ISBN 978-0-300-15510-5.
  • John Russell: Matisse. Father & Son. Harry N. Abrams, New York 1999, ISBN 0-8109-4378-6.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Zitiert nach: The Pierre and Maria Gaetana Matisse Foundation
  2. ↑ warholstars.org (Memento vom 2. Mai 2015 im Internet Archive) abgerufen am 20. August 2010.
  3. ↑ The Morgan Library. Abgerufen am 20. August 2010.
  4. ↑ Pierre Matisse; Art Dealer Was Son of Famed Painter. latimes.com, 14. August 1989.
  5. ↑ Calvin Tomkins: Marcel Duchamp. Eine Biographie. Hanser, MĂŒnchen 1999, S. 447, 450.
  6. ↑ Siehe Weblink The Pierre and Tana Matisse Foundation