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Radschraube und Radmutter

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Radmutter)
Radmuttern auf den Stehbolzen an der Nabe eines Pkw, die durch die Löcher im Radflansch vorstehen (oben links fehlt die Radmutter). Die mittige sternförmige Mutter ist mit einem Splint gesichert und dient zur Verspannung des Radlagers.

Als Radschrauben und Radmuttern werden die Verbindungselemente Schrauben beziehungsweise Muttern bezeichnet, mit denen die RÀder an den Nabenflanschen von mehrspurigen Kraftfahrzeugen und AnhÀngern befestigt werden. Radmuttern werden auf in den Naben befestigte Stehbolzen geschraubt. Radschrauben werden in ein Innengewinde an der Nabe verschraubt. Die Gewinde werden bei der Montage grundsÀtzlich nicht geschmiert.[1]

Formgebung der Verbindungselemente

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Nachfolgend wird nur noch der Begriff Radmuttern benutzt, auch wenn die entsprechende Aussage fĂŒr Radschrauben genauso zutrifft.

Kugelbund- und Kegelbund-Radschraube zum Vergleich

Radmuttern haben eine kegelige (oft 60°), teilkugelförmige oder flache KontaktflĂ€che zum Lochrand im Radflansch. Bei Ă€lteren Fahrzeugen war die kegelige oder teilkugelförmige FlĂ€che erforderlich, um die Zentrierung des Rades zu erreichen. Radschrauben schwerer Fahrzeuge z. B. VW T5/6, die mit höherem Drehmoment vorzuspannen sind, haben teilweise einen losen Kugel- bzw. Kegelbund, um dessen zusĂ€tzliche Reibung zu entkoppeln. Bei neueren Fahrzeugen wird die RadschĂŒssel ĂŒber ihr Mittelloch an der Nabe zentriert, sodass eine Zentrierung ĂŒber die Radmuttern nicht mehr erforderlich ist und hĂ€ufig Flachbundmuttern verwendet werden. Die Radmutter muss stets zur jeweils verwendeten Felge passen. Bei falscher Form besteht die Gefahr, dass sich die Muttern bei der Fahrt lösen.

Zum Lösen oder Anziehen der Radmuttern wird in der Regel ein Radkreuz oder ein SteckschlĂŒssel in Sechskantform mit entsprechender SchlĂŒsselweite benutzt. WerkstĂ€tten benutzen meistens Druckluftschrauber.

Bei StahlrĂ€dern ist der Rand des Lochs fĂŒr die Radschraube kegelig aufgewölbt und gibt beim Festziehen elastisch nach. Dies bewirkt eine selbstsichernde elastische Schraubenverbindung Ă€hnlich einer Dehnschrauben-Verbindung.

Gegossenen AluminiumrĂ€dern fehlen diese elastischen Elemente. DafĂŒr haben sie ĂŒblicherweise lĂ€ngere Durchgangsbohrungen als StahlrĂ€der. Die so vergrĂ¶ĂŸerte KlemmlĂ€nge erfordert eine Schraube mit lĂ€ngerem Schaft, durch den die erwĂŒnschte elastische Dehnung bewirkt wird.

FĂŒr die Anordnung der Befestigungsstellen sind verschiedene Kreisdurchmesser gebrĂ€uchlich, dem die Zahl der Löcher in entsprechenden, abgekĂŒrzten Bezeichnungen vorangestellt wird, zum Beispiel 4×98 (kleinster ĂŒblicher Lochkreis: 98 mm ≈ 4 Zoll) und 6×139,7 (grĂ¶ĂŸter ĂŒblicher Lochkreis: 5,5 Zoll). Nur an sehr kleinen PKW wie Smart ForTwo 451 bis 2015 wurden drei Radschrauben verbaut, Alufelgen hatten teils Pseudo-Radschrauben. Allerdings waren 3-Loch-Felgen bei französischen Herstellern bis in die spĂ€ten 90er verbreitet. Den Nachfolger Typ 453 gab es auch als ViertĂŒrer, hier wurden jeweils vier Radschrauben verwendet. Beim BMW E30 wurde Lochkreis 4x100 verwendet, bei der Sportversion BMW E30 (M3) jedoch LK 5x120, wobei fĂŒr Rennversionen zwecks flinkem Radwechsel teils Stehbolzen verwendet wurden, oder auf Zentralmutter umgebaut wurde. Bei Bussen, LKWs und Landmaschinen sind mehr als fĂŒnf Radmuttern ĂŒblich.

Radmuttern können mit unterschiedlichen Gewinden und SchlĂŒsselweiten ausgefĂŒhrt sein. So findet man in Europa meist M14-Schrauben mit SchlĂŒsselweite 17 oder 19 mm, wĂ€hrend an Fahrzeugen japanischer Hersteller M12 × 1,5 (Gewindedurchmesser × Steigung) und SchlĂŒsselweite 21 vorkommen. Auch M12 × 1,25 mit SchlĂŒsselweite 17 mm ist verbreitet.

Anziehdrehmoment

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Da die Radmuttern das Rad am Nabenflansch und somit am Fahrzeug halten, ist es wichtig, dass die Radmuttern mit dem korrekten Drehmoment angezogen werden. Daher ist es empfehlenswert, nach dem ersten Anziehen der Radmuttern jede Mutter nochmals mit dem DrehmomentschlĂŒssel nachzuziehen.

ZusĂ€tzlich sollte nach einer kurzen Fahrtstrecke (z. B. 50 km) nach dem Radwechsel das korrekte Anzugsmoment der Radmuttern nochmals ĂŒberprĂŒft werden. Manche WerkstĂ€tten hinterlassen deshalb nach der Demontage eines Rades einen Zettel zur Erinnerung im Wagen.

Das erforderliche Drehmomentwert richtet sich im Wesentlichen nach Art des Gewindes, Radart und den verwendeten Materialien. Bei Pkw ist meist ein Drehmoment von zwischen 85 und 200 Newtonmeter (Nm) in der technischen Dokumentation spezifiziert.

Schutz vor Kontaktkorrosion

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Beim Radwechsel bereiten korrodierte Radmuttern oft Probleme, sodass es bei einer Reifenpanne auf Reisen unter UmstĂ€nden unmöglich sein kann, einen Reifenwechsel mit dem im Auto mitgelieferten Werkzeug ohne die Hilfe anderer durchzufĂŒhren. Hierzu ist dann ein Radkreuz oder ein Werkzeug mit einem extra langen Hebel erforderlich.

Generell ist beim Fehlen konkreter Hinweise des Fahrzeugherstellers davon auszugehen, dass Gewinde und Konus nicht geschmiert werden dĂŒrfen. Die vom Hersteller angegebenen Anzugsdrehmomente gelten grundsĂ€tzlich fĂŒr ungefettete Schrauben. Korrodierte OberflĂ€chen sollten lediglich mit einer DrahtbĂŒrste entrostet werden.[2]

Wenige Hersteller, beispielsweise Porsche, erlauben spezielle Schmierstoffe auf dem Gewinde oder den AuflageflĂ€chen. Gewöhnliches technisches Schmierfett ist nicht geeignet, ein Festrosten der Muttern zu verhindern, da es durch die beim Bremsen entstehenden hohen Temperaturen verbrennt. Besser geeignet ist ein Heißschrauben-Compound wie zum Beispiel Keramik- oder Kupferpaste, die als druck- und scherfeste Trennmittel unter anderem auch temperaturstabile Partikel enthĂ€lt.

Schutz vor Diebstahl

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Um den Diebstahl beispielsweise von hochwertigen AluminiumrĂ€dern und Reifen zu erschweren, gibt es Schrauben- oder MutternsĂ€tze (Sets) mit Sonderköpfen, so genannten Felgenschlössern, die nicht mit einem Sechskant, sondern nur mit einem SpezialschlĂŒssel gelöst werden können. An jedem Rad genĂŒgt dann eine dieser Spezialformen.

Zentralverschluss

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Sportwagenrad mit Zentralschraube (sog. „Zentralverschluss“) am Porsche 997 GT3 3.8

FĂŒr besonders schnelle Radwechsel (wie sie zum Beispiel im Motorsport erforderlich sind) haben die meisten Rennwagen sowie einige Sportwagen wie der Porsche 997 GT3 3.8 eine meist als „Zentralverschluss“ bezeichnete Zentralmutter oder Zentralschraube.[3] Durch Lösen oder Festziehen dieser einzelnen Mutter oder Schraube lĂ€sst sich ein einzelnes Rad am Pkw abnehmen oder befestigen.

Als Besonderheit werden ZentralverschlĂŒsse meist gegen die Laufrichtung des Rades angezogen. Auf der rechten Fahrzeugseite haben die Verbindungselemente dann Linksgewinde.

Normen und Standards

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  • DIN 74361 – ScheibenrĂ€der fĂŒr Kraftwagen und AnhĂ€ngefahrzeuge

Einzelnachweise

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  1. ↑ Thomas Kroher: Reifenwechsel: So gelingt der Wechsel der Reifen oder RĂ€der, 28. April 2025. In: adac.de
  2. ↑ Radverbindungen richtig anziehen: GTÜ gibt Hinweise fĂŒr einen sicheren RĂ€derwechsel, 16. MĂ€rz 2023, GTÜ Gesellschaft fĂŒr Technische Überwachung mbH. In: gtue.news
  3. ↑ Montage und Funktionsbeschreibung des Zeta-Centerlocksystems. (PDF; 565 kB) T-Tool Precision GmbH, 21. Dezember 2015, abgerufen am 28. Juni 2017.
Commons: Radschrauben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien