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Regionale Schule

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Regionalschule)
BundeslÀnder mit teilintegrativen Gesamtschulen (ohne gymnasialen Zweig)

Die Regionale Schule oder Regionalschule ist eine Schulart in Deutschland, in der nach Klasse 9 die Berufsreife und nach Klasse 10 die mittlere Reife erworben werden kann. Diese Schulart wurde inzwischen von mehreren deutschen BundeslĂ€ndern mit anderen Bezeichnungen eingefĂŒhrt.

Regionale Schulen sind eine Kombination aus herkömmlichen Haupt- und Realschulen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die SchĂŒler ab Klassenstufe 7 zwischen dem Lernniveau fĂŒr Hauptschule und Realschule im Rahmen einer Ă€ußeren Leistungsdifferenzierung wechseln können. Dies erfolgt je nach Schule fĂ€cherspezifisch oder klassenspezifisch.

Vergleich zu anderen Schulformen

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Im Gegensatz zur verwandten integrierten Gesamtschule gibt es keinen gymnasialen Zweig, die Schulart Gymnasium existiert also parallel.

Die Schulart entsteht automatisch aus dem Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen und bildet somit die neue Schulform Regionalschule. Diese sind keine Wahlschulen, bedeutet sie mĂŒssen alle Kinder ihres Einzugsbereichs aufnehmen.

Der Begriff Regionalschule geht auf Albin DannhĂ€user (1) zurĂŒck.[1] Er entwickelte 1981 ihr Konzept nicht nur als schulorganisatorisches Prinzip im Sinne der WohnortnĂ€he, sondern auch als schulrechtliches Prinzip, nach dem Entscheidungskompetenzen im VerstĂ€ndnis des SubsidiaritĂ€tsprinzips an die einzelne Schule verlagert werden sollten.[2] DarĂŒber hinaus sollte die Regionalschule nach dem didaktischen Prinzip der LebensnĂ€he und nach dem pĂ€dagogischen Prinzip der Vernetzung von Schule und ihrem Umfeld ausgestaltet werden.

In lĂ€ndlichen Regionen ist es oft aufgrund mangelnder SchĂŒlerzahlen kostenaufwĂ€ndig und schwierig, sowohl eine Haupt- als auch eine Realschule zu betreiben. Bei einer kombinierten Regionalen Schule können daher Kosten gespart werden.

Zudem erweist sich die Neueinstellung von Lehrern als leichter als an traditionellen Hauptschulen.

Aus dem Mangel an Abstufung in einer zusammengelegten Schule kann fĂŒr Einzelne ein unpassendes Schulniveau resultieren. Außerdem wird dadurch fĂŒr auf Realschulen prĂ€destinierte SchĂŒler ein Anreiz zur nĂ€chsthöheren Schulform (Gymnasium) gesetzt, der nicht zwangslĂ€ufig bedient werden kann. Im Vergleich zu einem Realschulabschluss, gefolgt von einer gymnasialen Oberstufe, könnten die erhöhten Anforderungen eines Gymnasiums zu einer Überforderung und somit begrenzten Möglichkeiten fĂŒhren.

BundeslÀnder mit Regionalen Schulen

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Rheinland-Pfalz

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In Rheinland-Pfalz war die Regionale Schule ab 1997 nach Ablauf der Modellversuchsphase zur Regelschule geworden. Im Schuljahr 2007/08 existierten 83 Regionale Schulen in Rheinland-Pfalz (davon 36 Ganztagsschulen). Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 wurden alle Regionalen Schulen des Landes in Realschulen plus in der Form der Integrativen Realschule gemĂ€ĂŸ §2 (2) Landesgesetz zur EinfĂŒhrung der neuen Schulstruktur im Bereich der Sekundarstufe I (SchulstrukturEinfG) vom 22. Dezember 2008 ĂŒberfĂŒhrt[3].

Mecklenburg-Vorpommern

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Seit dem Schuljahr 2002/03 wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern, das nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 zunĂ€chst das dreigliedrige Schulsystem nach Vorbild Bayerns eingefĂŒhrt hatte, Haupt- und Realschulen durch die Regionale Schule flĂ€chendeckend ersetzt. Dadurch wurden aus drei Schularten (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) zwei (Regionale Schule, Gymnasium).

Ziele der Reform waren unter anderem auch die StĂ€rkung der KernfĂ€cher (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache), die verbesserte Berufsorientierung und die sozialen Kompetenzen der SchĂŒler.

Schleswig-Holstein

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Im Entwurf zum neuen Schulgesetz in Schleswig-Holstein einigte sich die damalige große Koalition in Kiel darauf, die schleswig-holsteinischen Haupt- und Realschulen im Schuljahr 2010/11 zu Regionalschulen zusammenzulegen.

Das Modell lief 2015 in Schleswig-Holstein aus, Regionale Schulen mit mindestens 240 SchĂŒlern wurden mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Der Betrieb Regionaler Schulen, deren SchĂŒlerzahl zum Schuljahr 2015/2016 weniger als 240 betrug, wurde mit Ablauf des Schuljahres 2019/20 eingestellt, als alle SchĂŒler die Schule beendet hatten.

BundeslÀnder mit Àhnlichen Konzepten

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Vergleichbare Schulformen sind die

sowie

Einzelnachweise

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  1. ↑ Albin DannhĂ€user, als BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und Leiter der Abteilung Schulpolitik im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Von 1984 bis 2007 PrĂ€sident des BLLV.
  2. ↑ Prinzipien einer regional angemessenen Schule. In: Forum E 1/1982, S. 9–13; Bayerische Schule 2/1982, S. 4–9; Die Regionalschule. In: Forum E 7/8 1986, S. 11–15; Die Schule in der Region als pĂ€dagogische und schulpolitische Chance. In: Ist die Schule noch zu retten? Weinheim/Basel 1988, S. 1001–116; und in weiteren Publikationen.
  3. ↑ Landesgesetz zur EinfĂŒhrung der neuen Schulstruktur im Bereich der Sekundarstufe I (SchulstrukturEinfG) vom 22. Dezember 2008 – Schulrecht Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 22. Juli 2025.