Rieth (Luckow)
Rieth Gemeinde Luckow | ||
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| Koordinaten: | 53° 42âČ N, 14° 15âČ O | |
| Höhe: | 3 mÂ ĂŒ. NHN | |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1997 | |
| Postleitzahl: | 17375 | |
| Vorwahl: | 039775 | |
Lage von Rieth in Mecklenburg-Vorpommern
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Luftbild mit Blickrichtung Norden: Im Vordergrund Rieth, in der Mitte die Insel Riether Werder im Neuwarper See | ||
Rieth ist ein Ortsteil der Gemeinde Luckow im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum 31. Dezember 1997 eine selbstÀndige Gemeinde, ist Rieth heute der nördlichste deutsche Grenzort zur Republik Polen auf dem Festland.
Rieth liegt am SĂŒdufer des Neuwarper Sees, gegenĂŒber der Insel Riether Werder.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rieth wurde 1252 erstmals urkundlich erwĂ€hnt, als der Pommernherzog Barnim I. das Gebiet dem Kloster Eldena schenkte. Dorf bzw. Gut waren im Besitz von Nikolaus Bröker (ab 1317). Die Familie erwarb Anfang des 14. Jahrhunderts Lehen an der HaffkĂŒste, zu dem Rieth, Vogelsang, Warsin, Bellin, Luckow, Mönkeberg, Albrechtshof und spĂ€ter auch Lebehn und Nadrensee. Das Gut war danach u. a. im Besitz des schwedischen Majors Hinrich Anderson und Erben (ab um 1648), der Familien Bröker (ab 1690), von BĂŒlow (ab 1802) und Jaffe (ab 1872). Das Gutshaus stammt von 1841.
Nach dem DreiĂigjĂ€hrigen Krieg wurde die zerstörte Riether Kirche als Backsteinbau mit Fachwerk-Glockenturm von der Familie von Bröcker wieder neu errichtet; sie wurde 1731 restauriert. Das Gebiet gelangte 1720 von Schweden nach PreuĂen. Am Ende des 18. Jahrhunderts setzte langsam ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Neben dem Ackerbau und der Schifffahrt gab es in Rieth Fischer, Schmiede und GĂ€rtner. Bis in die 1930er Jahre kamen eine Molkerei, eine Brauerei und ein SĂ€gewerk dazu. Das Gut hatte (um die Jahrhundertwende ?) PreuĂen aufgekauft. Bis 1945 war die staatliche Oberförsterei im Herrenhaus untergebracht. WĂ€hrend der DDR-Zeit war âSchloss Riethâ ein beliebtes Ferienobjekt. Es wird heute als Wohnhaus genutzt.
Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Ort die Anbindung an die heute polnischen Gebiete und die pommersche Hauptstadt Stettin, da die Bahnstrecke RiethâStettin gröĂtenteils demontiert wurde.

Infrastruktur, Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lagebedingt verlor der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg Einwohner. Der Tourismus entwickelte sich positiv, vor allem durch Naturfreunde. Eine unter strengem Schutz stehende Orchideenwiese liegt direkt an der polnischen Grenze.
An Rieth fĂŒhrt der Teufelsgraben vorbei, der vor 200 Jahren angelegt wurde, um den vier Kilometer vom Neuwarper See entfernten Ahlbecker See abzulassen. Dieser ehemalige See (Seegrund genannt) ist heute eine Feuchtwiese, die unter Naturschutz steht.
Nach Rieth gelangt man ĂŒber die einzige StraĂe von Ahlbeck aus.
FĂŒr den Film GroĂstadtklein wurden einige Szenen in Rieth gedreht.[1]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erwin Schulz: Der Ortsnamen-Detektiv â Mittelalterliche Siedlungsnamen im Kreis Uecker-Randow (1121â1591) â Ursprung, Details, ErklĂ€rungen â mit einer Ăbersicht zu Ortsnamen ab 1600. Hrsg.: Norbert Raulin. Schibri-Verlag, Milow 2007, ISBN 978-3-937895-44-4, S. 81 ff.

