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Sackung

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Unter Sackung versteht man in der Geophysik und Geologie eine vom Druck auflastender Schichten unabhÀngige Setzungsart in alpinen TÀlern und bei steilen Böschungen. Im oberen Teil der Sackung finden vorwiegend GelÀndesenkungen statt, im unteren hingegen GelÀndehebungen.

Geomorphologisch hat eine Sackung Ähnlichkeiten mit einer Hangrutschung, doch ihre Dynamik unterscheidet sich deutlich davon: einerseits verlĂ€uft sie wesentlich langsamer (cm
dm pro Jahr), andererseits erfĂ€hrt ein Teil der Gesteinsmassen eine UmwĂ€lzung, d. h. Rotation um annĂ€hernd horizontale Achsen. Sackungen beschrĂ€nken sich nicht auf Lockergesteine, sondern sind auch in verfestigten Gesteinen beobachtet worden, z. B. bei den Felssackungen an den HĂ€ngen des Aletschgletschers.

Die physikalischen Ursachen solcher Massenbewegungen sind erst teilweise erforscht. Sie können sich als ein langsames Fließen Ă€ußern, wenn sich z. B. durch Haftwasser die KohĂ€sion der Bodenteilchen verringert. Durch die Nachgiebigkeit eines durchfeuchteten Bodens und der oberflĂ€chennahen Lockergesteine kommt es zu einer Versteilung und teilweise auch Faltenbildung im unteren Hangdrittel, was bis zum Talzuschub fĂŒhren kann. Auch eine Änderung im Grundwasserspiegel oder in der Verteilung der Zugspannungen kann Sackungen auslösen, wenn etwa beim RĂŒckgang von Gletschern eine steile Talflanke das Eis als Widerlager verliert.

Die Details und der zeitliche Verlauf hĂ€ngen stark von den KorngrĂ¶ĂŸen der oberflĂ€chennahen Gesteine bzw. Böden und der Bindigkeit ihres Gemenges ab. Maßzahlen dafĂŒr können u. a. der Reibungswinkel sein, der Tongehalt, der Wassergehalt der Poren oder der Feinstoffanteil im Gestein (KorngrĂ¶ĂŸenverteilung). Indizien fĂŒr einen laufenden Sackungsprozess sind Risse im Hang oder KlĂŒftungen zwischen seinen Felsblöcken.

Die Sackungserscheinungen verlaufen umso rascher, je weniger das Material bereits kompaktiert, d. h. durch ĂŒberlagernde Schichten verdichtet ist. Die qualitative, bodenmechanische Untersuchung solcher BerghĂ€nge in den Ostalpen wurde erstmals in den 1970er Jahren in Projekten des schweiz-österreichischen Geophysikers Adrian Scheidegger untersucht.

Von Sackung wird bisweilen auch bei Rekultivierungen und bei Pflanzsubstraten im Gartenbau gesprochen, obwohl es sich hier um eine Setzung handelt. Bei Pflanzerde-SchĂŒttstoffmischungen liegt sie etwa zwischen 10 und 15 Prozent, bei entwĂ€sserten Moorböden bei 1 cm/Jahr.