Sanmon

Ein Sanmon (三門 oder 山門) auch Sammon genannt, oder Sangedatsumon (三解脱門 ‚Tor der drei Befreiungen‘) ist das wichtigste Tor (Mon) eines japanischen buddhistischen Tempels, insbesondere eines Zen-buddhistischen Tempels.[1] Es gehört zum Zen-Shichidō-Garan, der Gebäudegruppe, die das Herzstück eines Zen-buddhistischen Tempels bildet. Sanmon sind häufig auch in Tempeln anderer buddhistischer Schulen zu finden. Die meisten Sanmon sind Nijūmon, also zweigeschossige Tore. Sie verfügen meist über zwei oder drei Joche, also durch Pfeiler begrenzte Felder, die im traditionellen japanischen Bauraster durch Ken (間) gegliedert werden. Der Begriff selbst bezeichnet jedoch keine bestimmte architektonische Form.
Position und Funktion
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Trotz seiner Bedeutung ist das Sanmon nicht das erste Tor des Tempels; tatsächlich steht es in der Regel zwischen dem Sōmon (Außentor) und dem Butsuden (wörtlich „Buddha-Halle“ also die Haupthalle). Früher war es mit einem portikusartigen Bauwerk namens Kairō (廻廊) verbunden, das jedoch im Laufe der Muromachi-Zeit allmählich verschwand und durch das Sanrō (山廊) ersetzt wurde, ein kleines Gebäude, das sich zu beiden Seiten des Tors befindet und eine Treppe zum zweiten Stock des Tors enthält. (Beide Sanrō sind auf dem obigen Foto des Tōfuku-ji deutlich zu erkennen.)
Tempelrang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Größe des Sanmon ist ein Indikator für den Rang eines Zen-Tempels:

Das Sanmon eines Tempels ersten Ranges wie des Nanzen-ji in Kyōto ist baulich ein zweigeschossiges Tor mit fünf Jochen in der Breite und zwei Jochen in der Tiefe sowie drei Durchgängen (siehe Foto unten). Die drei Durchgänge werden Kūmon (空門 ‚Tor der Leere‘), Musōmon (無相門 ‚Tor der Formlosigkeit‘) und Muganmon (無願門 ‚Tor der Wunschlosigkeit‘) genannt und symbolisieren die drei Tore zur Erleuchtung bzw. zum Satori.[1] Beim Durchschreiten können Pilger sich symbolisch von den drei Leidenschaften Ton (貪 ‚Gier‘), Shin (瞋 ‚Hass‘) und Chi (癡 ‚Torheit‘) befreien. Die Tatsache, dass das Tor zwar über Durchgänge, jedoch über keine Türen verfügt und daher nicht verschlossen werden kann, unterstreicht seine rein symbolische Funktion als Grenze zwischen dem Sakralen und dem Profanen.


Ein Tempel zweiten Ranges verfügt über ein zweigeschossiges Tor mit drei Jochen in der Breite und zwei Jochen in der Tiefe sowie einem einzigen Durchgang (siehe Foto unten). Das Obergeschoss eines Tempels ersten oder zweiten Ranges enthält gewöhnlich Statuen von Shakyamuni oder dem Bodhisattva Kannon sowie der 16 Rakan (阿羅漢) und dient der regelmäßigen Abhaltung religiöser Zeremonien. In den seitlichen Jochen der Sanmon ersten und zweiten Ranges können sich außerdem Statuen der Niō befinden, Wächterfiguren, die der Abwehr des Bösen dienen.[1]
Ein Tempel dritten Ranges verfügt über ein eingeschossiges Tor mit zwei Jochen in der Breite und einem einzigen Durchgang. Oftmals können diese, im Gegensatz zu den Sanmon ersten und zweiten Ranges verschlossen werden.
Obergeschoss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einige Ansichten des Obergeschosses des Sanmon des Kōmyō-ji in Kamakura in der Präfektur Kanagawa. Er ist ein Sanmon ersten Ranges der Jōdo-Schule und der größte der Region Kantō.
- Treppen zum Obergeschoss
- Obergeschoss
- Obergeschoss, Ausgang auf den Balkon
- Heiligenbilder im Hauptraum
Beispiele
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Beispiele für Sanmon
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vergleichbare bedeutende Tempeltore
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 sanmon 三門. In: JAANUS. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch).