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scouting

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
scouting
Titelseite scouting 1/2007
Beschreibung ĂŒberverbandliches
Jahrbuch fĂŒr Pfadfinder
Sprache Deutsch
Verlag Spurbuchverlag (Deutschland)
Erstausgabe 1984
Erscheinungsweise jÀhrlich
Verkaufte Auflage (Selbstangabe) 4.000 Exemplare
Chefredakteur Paul-Thomas Hinkel
Weblink www.scouting.de
ISSN (Print)

scouting war eine seit 1984 vierteljÀhrlich erscheinende deutsche Pfadfinderzeitschrift, die von 2013 bis 2019 als Jahrbuch vertrieben wurde.

Titelbild der Erstausgabe (1/1984): Pfadfinder pflanzen im Beisein des BundesprÀsidenten Carstens einen Amberbaum.

Die GrĂŒndung von scouting war maßgeblich von Klaus Hinkel und seinem Sohn Paul-Thomas Hinkel initiiert worden, wozu ein Team von weiteren ehrenamtlichen Redakteuren aus unterschiedlichen PfadfinderbĂŒnden[1] stieß. Klaus Hinkel und sein Sohn Paul-Thomas Hinkel stammen aus der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und lehnten die pĂ€dagogischen VerĂ€nderungen der 1970er und 1980er Jahre insbesondere in der DPSG ab. Paul-Thomas Hinkel war daher auch maßgeblich an der GrĂŒndung des konservativen Untermerzbacher Kreises am 26./27. Juni 1982 beteiligt. Dort stand die Frage nach dem Pfadfindertum Baden-Powells und dem heutigen Verbandsleben der DPSG im Mittelpunkt. Nach EinschĂ€tzung der Teilnehmer dieses Treffens wurde das Pfadfindertum in der DPSG seit Jahrzehnten ausgehöhlt. Laut Paul-Thomas Hinkel bestand die DPSG-Bundesleitung in den 1970er Jahren aus „hochbezahlten, rotgrĂŒnen FunktionĂ€ren“.[2] Daher vereinbarte man, an alten Richtlinien festzuhalten und ging auf Konfrontationskurs mit der DPSG-Bundesleitung. Paul-Thomas Hinkel, Bezirksvorsitzender des DPSG-Bezirks Haßberge, wurde daraufhin wegen „verbandsschĂ€digenden Verhaltens“ aus der DPSG ausgeschlossen. Nach Ansicht der Katholischen Nachrichten-Agentur vertrat auch die Zeitschrift die kritischen Positionen gegenĂŒber der DPSG-Bundesleitung, die innerverbandlich im von Paul-Thomas Hinkel mitgegrĂŒndeten Untermerzbacher Kreis geĂ€ußert wurden.[3]

Die Zeitschrift erschien ab 1984 vierteljĂ€hrlich im Deutschen Spurbuchverlag, dem GegenstĂŒck zum französischen Verlag „Signe de Piste“. 2002 benannte sich dieser in Spurbuchverlag um. Neben der Zeitschrift scouting erschienen dort Übersetzungen der französischen Originalwerke (SpurbĂŒcher) von Eric Lesprit, Jean-Louis Foncine oder Serge Dalens, aber auch Klassiker wie Das Pfadfinderbuch von Alexander Lion oder Die Blaue Blume des Wandervogels von Werner Helwig in Neuauflage.

Im Vorwort der ersten Ausgabe berief sich der Herausgeber auf den internationalen Charakter der Pfadfinderbewegung und forderte mehr VerstĂ€ndnis fĂŒr die PfadfinderbrĂŒder auch im eigenen Land und ĂŒber Bundes- und Verbandsgrenzen hinweg. Verantwortlich im Sinne des Presserechtes war von Anfang an Paul-Thomas Hinkel, der bis heute Chefredakteur blieb. Herausgeber ist sein Vater Klaus Hinkel.

In der ersten Ausgabe lautete der Untertitel „Zeitschrift fĂŒr Pfadfinderinnen und Pfadfinder“. Die Zeitschrift war vollstĂ€ndig schwarz-weiß gedruckt. Ab 1989 wurde das Titelbild farbig, 1994 Ă€nderte sich der Untertitel in „UnabhĂ€ngige Zeitschrift fĂŒr Pfadfinderinnen und Pfadfinder“. Seit 1996 waren einzelne Innenseiten in Farbe gedruckt und ab 2006 erschien die Zeitschrift vollstĂ€ndig in Farbe. 2007 Ă€nderte sich der Untertitel erneut, diesmal zu „Abenteuer, Outdoor, Bewegung“. Das Format ist seit der GrĂŒndung unverĂ€ndert DIN A4 hochkant.

Seit Nummer 4/2012 erschien scouting nicht mehr vierteljÀhrlich, sondern in Form eines Jahrbuchs.[4] Die erste Ausgabe des Jahrbuchs wurde im Dezember 2013 ausgeliefert. Zudem wurde die aktuelle Berichterstattung in das Internet verschoben. Das letzte Jahrbuch erschien 2019. Die Internetseite wurde Mitte 2024 deaktiviert.

Der Name scouting stammt aus dem Englischen und bezeichnet die Pfadfinderbewegung als Ganzes. scouting war außerdem der Name der allerersten Pfadfinderzeitschrift, die parallel mit Baden-Powells Bestseller Scouting for Boys vom Londoner Verleger Pearson herausgegeben wurde.

SelbstverstÀndnis und Leserkreis

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Die Zeitschrift sah sich als einzige unabhĂ€ngige Plattform fĂŒr das gesamte deutsche Pfadfindertum. Ihre Berichterstattung erstreckte sich jedoch auch auf Themen und Persönlichkeiten der deutschen Jugendbewegung, wobei ĂŒber bekannte wie unbekanntere Pfadfinderorganisationen und Gruppen der Jugendbewegung berichtet wurde. Im Jahr 2007 kamen Berichte aus 72 verschiedenen Organisationen, darunter waren elf Gruppen aus nicht-pfadfinderischen BĂŒnden und VerbĂ€nden der deutschen Jugendbewegung.[5]

Ein weiteres Ziel der Zeitschrift war es, den Blick ĂŒber den Tellerrand der Gruppen zu ermöglichen, FĂŒhrungskrĂ€ften bei Problemen zu helfen und die Ziele der Pfadfinderarbeit deutlich zu machen.[6] Im Editoral der Ausgabe 2/07 nahm der Chefredakteur Paul-Thomas Hinkel zur Leserschaft zudem wie folgt Stellung: „Wir wollen eine Pfadfinderzeitschrift fĂŒr alle Pfadfinder auf den Tisch legen, dabei interessieren uns Bundeszugehörigkeiten ĂŒberhaupt nicht. Wir sind weder auf der einen noch auf der anderen Seite – wir sind auf der Seite Baden-Powells.“[7]

Ein zentrales Anliegen der Redaktion bestand zudem in der Dokumentation historischer pfadfinderisch-jugendbewegter Ereignisse und pfadfinderischen Lebens. Diese Artikel wurden vielfach mit teils einzigartigen Dokumenten und Fotografien aus dem Archiv von scouting und dem Spurbuchverlag ausgestattet. Vieles wurde auch von externen Artikelschreibern beigesteuert.

Auflage und Verbreitung

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Die Zeitschrift erreichte nach Eigenaussage 2007 eine verkaufte Auflage von 4000 Exemplaren. Die gedruckte Auflage betrug 2008 12.200 Exemplare[8], damit war sie eine der auflagenstĂ€rksten Pfadfinderzeitschriften Deutschlands. Die Zeitschrift sah sich in erster Linie als eine Abonnentenzeitschrift. Zudem wurde sie aber auch bei pfadfinderischen Veranstaltungen verteilt, außerdem erfolgte ein Wechselversand zu Werbezwecken. Verbreitet war sie vor allem Deutschland, ihr Versand erfolgte nach Aussage des Verlages auch in rund 20 weitere LĂ€nder. Bei einer vom Verlag durchgefĂŒhrten Umfrage in den 1990er Jahren ergab sich eine Leseranzahl pro Heft von bis zu sechs Personen. Bei einer Umfrage zur Bekanntheit auf der Internetseite pfadfinder-treffpunkt.de erklĂ€rten Ende 2006 insgesamt 44 Prozent der Befragten, dass sie diese Zeitschrift kennen, jedoch nur 13 Prozent diese auch regelmĂ€ĂŸig lesen.[9]

Den Schwerpunkt bildeten Fahrtenberichte, historische Artikel zur Pfadfinder- und Jugendbewegung sowie fachspezifische Interviews. Weitere Bestandteile waren das Forum, Gehört, Gesehen, Gelesen, Termine, Einladungen, Internationales und seit der Ausgabe 1/07 speziell fĂŒr jĂŒngere GruppenfĂŒhrer die Praxisseiten. Die Zeitschrift verwendete bis zur Ausgabe 1/08 die herkömmliche deutsche Rechtschreibung.

Die acht Mitglieder der Redaktion im Jahr 2007 stammten nach eigenen Angaben aus sieben verschiedenen Organisationen: der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dem Deutschen Pfadfinderverband, dem Deutschen Pfadfinderbund, der Katholischen Pfadfinderschaft Europas und der EuropĂ€ischen Pfadfinderschaft Sankt Georg.[10] In der Vergangenheit bildeten Vertreter aus dem Ring deutscher PfadfinderverbĂ€nde und dem Ring Deutscher PfadfinderinnenverbĂ€nde den grĂ¶ĂŸten personalen Anteil an der Redaktion.[10] Neben diesem festen Redaktionsteam waren nach Eigenangabe in den vorhergehenden fĂŒnf Jahren zudem etwa 250 Korrespondenten aus ĂŒber 100 verschiedenen BĂŒnden am Inhalt von scouting beteiligt. Zu den Gastautoren gehörten Alexej Stachowitsch, BundesfĂŒhrer des Jungenbunds Phoenix, Fritz-Martin Schulz, BundesfĂŒhrer des Nerother Wandervogels, der Autor Piet Strunk, der Liedermacher Erik Martin[11], der Theologe Jochen Senft und der PĂ€dagoge Hans E. Gerr.[12] Die Zeitschrift wurde von ehrenamtlichen KrĂ€ften erstellt, sie hatte keine hauptamtlichen Mitarbeiter.[13]

2003 erhielt die Zeitschrift fĂŒr ihre 20-jĂ€hrigen Verdienste um das deutsche Pfadfindertum den „Robert-Baden-Powell-Preis“ des Pfadfinder-Hilfsfonds. In der Laudatio hieß es ĂŒber die Redaktion von scouting: „Unter anderem haben sie Ideen, Kraft und Mittel eingesetzt mit dem Ziel, den deutschen Pfadfindern eine Stimme zu geben, die ĂŒber die Grenzen der unterschiedlichen VerbĂ€nde und BĂŒnde informativ, auch kritisch wertend, offen, lebendig und ohne Vorbehalte informiert. (
) Scouting trĂ€gt zur Einheit der deutschen Pfadfinder im Geiste und zur zunehmenden Information durch seine umfassende und weitestgehend objektive Berichterstattung bei.“[14]

Scouting wurde besonders von der DPSG bis vor einigen Jahren negativ bewertet. So untersagte der Bundesvorstand der DPSG wiederholt die Zulassung von Redakteuren zu Veranstaltungen; dabei berief er sich auf eine Übereinkunft im Ring deutscher PfadfinderverbĂ€nde, nicht mit scouting zu sprechen.[15] Dies lag zum einen an der pfadfinderischen Biographie von Klaus und Paul-Thomas Hinkel, zum anderen an als DPSG-kritisch empfundenen Stellungnahmen. Trotzdem gaben auch offizielle Vertreter der DPSG Stellungnahmen in der Zeitschrift ab und DPSG-StĂ€mme reichten regelmĂ€ĂŸig ihre Berichte zum Abdruck ein. Die Zeitschrift bot auch jenen Pfadfinderorganisationen ein Forum, die nicht Teil der WeltpfadfinderverbĂ€nde World Organization of the Scout Movement und World Association of Girl Guides and Girl Scouts waren. Eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen wurde von den Mitgliedsorganisationen des Ringes deutscher PfadfinderverbĂ€nde und des Ringes Deutscher PfadfinderinnenverbĂ€nde lange Zeit weitgehend abgelehnt. Hier ist in den letzten Jahren eine deutliche VerĂ€nderung erfolgt. Die (Online-)Redaktion der Scouting wird bei Presseaussendungen des DPSG-Bundesvorstandes und DiözesanverbĂ€nden inzwischen berĂŒcksichtigt. Auch die im Spurbuchverlag erfolgte Veröffentlichung „PfadfinderbĂŒnde& -verbĂ€nde“, welche maßgeblich durch Scouting-Redakteure erstellt worden war, erfolgte unter aktiver Miteinbindung der Mitgliedsorganisationen des Ringes deutscher PfadfinderverbĂ€nde und des Ringes Deutscher PfadfinderinnenverbĂ€nde. Zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen oder Stellungnahmen, welche in den letzten Jahren zwischen Mitgliedsorganisationen des Ringes deutscher PfadfinderverbĂ€nde und des Ringes Deutscher PfadfinderinnenverbĂ€nde und anderen deutschen Pfadfinderorganisationen erfolgt sind, belegen, dass auch hier eine vorsichtige Öffnung eingesetzt hat.[16][17][18] Seit Start der Internetseite Scouting wurden ĂŒber 320 Artikel mit Bezug auf die DPSG erstellt.[19] Nicht zuletzt im Scouting-Jahrbuch wurde auch ĂŒber AktivitĂ€ten der DPSG berichtet.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Dieter Sawitzky, Paul-Thomas Hinkel, Norbert Katz, Rochus Hinkel u. a. gemĂ€ĂŸ Impressum der ersten Ausgabe
  2. ↑ Paul-Thomas Hinkel: Die PfadfinderverbĂ€nde in der Bundesrepublik Deutschland. Spurbuchverlag, 3. Auflage 1990, ISBN 3-88778-154-6
  3. ↑ KNA-Informationsdienst Nr. 12 vom 21. MĂ€rz 1985, zitiert nach: Paul-Thomas Hinkel: Die PfadfinderverbĂ€nde in der Bundesrepublik Deutschland. 3. Auflage. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1990, ISBN 3-88778-154-6, S. 222.
  4. ↑ Vgl. scouting Ausgabe 4/12, S. 4–5.
  5. ↑ GemĂ€ĂŸ scouting Ausgabe 1/07 bis 4/07
  6. ↑ siehe Vorwort der scouting Ausgabe 1/07
  7. ↑ GemĂ€ĂŸ scouting Ausgabe 2/07
  8. ↑ mediadaten-online.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), abgerufen am 1. Januar 2009
  9. ↑ Umfrage des pfadfinder-treffpunkts, Ende 2006 (Memento vom 20. September 2007 im Internet Archive)
  10. 1 2 siehe Impressum der Ausgabe 1/84 bis 2/07
  11. ↑ Scouting 1/88, 2/88, 1/89, 4/96, 1/97
  12. ↑ scouting. UnabhĂ€ngige Zeitschrift fĂŒr Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Ausgaben 1/84 bis 1/07
  13. ↑ Stellungnahme des Chefredakteurs zuletzt im Editoral der Ausgabe 2/07
  14. ↑ Robert-Baden-Powell-Preis 2003. Pfadfinder-Hilfsfond, archiviert vom Original am 28. September 2007; abgerufen am 5. Januar 2015.
  15. ↑ DPSG-Bundesleitung teilt mit „Im Rahmen des Ringes gebe es eine Übereinkunft, nicht mit und (Scouting) zu sprechen.“ In: scouting 3/05. Im Gegensatz zu dieser Aussage steht das mit dem BdP-Vorsitzenden Roland Baetzel in der gleichen Ausgabe erfolgte Interview.
  16. ↑ „TrĂ€ger waren DPV, BdP, ungarische Pfadfinderverband sowie die russischen VerbĂ€nde NORS und RAS-N.“ auf der Internetseite des VDAPG
  17. ↑ „Am Samstag den 7. Mai 2016 fand das Spitzentreffen zwischen der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) und dem BMPPD statt.“ auf der Internetseite des BMPPD
  18. ↑ TrĂ€ger der Pfadfinder-Fachtagung sind u. a. rdp und DPV auf der Internetseite der Pfadfinder-Fachtagung
  19. ↑ Schlagwort-Suche unter scouting.de