SelenodÀsie
SelenodÀsie ist die Wissenschaft von der Vermessung des Erdmondes und seines Schwerefeldes.
Der Begriff ist analog zu GeodĂ€sie abgeleitet (griechisch Selene fĂŒr Mond) und entstand um 1967 im Zuge der Lunar-Orbiter-Sonden, ist jedoch noch nicht weit verbreitet.
SelenodĂ€sie umfasst ebenso wie die GeodĂ€sie geometrische und dynamische Verfahren, hat im Gegensatz zu terrestrischen Vermessungen jedoch mit dem Problem der gröĂeren Entfernungen (schwĂ€chere Messsignale, gröĂere Störungen) und der von der Erde aus nicht sichtbaren MondrĂŒckseite zu kĂ€mpfen.
Bisher sehr erfolgreiche Methoden sind die Gewinnung prĂ€ziser Bahndaten und ihre Analyse zur Bestimmung des lunaren Gravitationsfeldes. Zum Beispiel konnte man aus den Mond-Orbitern die sogenannten Mascons â starke Massenkonzentrationen im Untergrund des Mondes â nachweisen. Auch die Tatsache des exzentrischen Mondmittelpunktes â bedingt durch die gebundene Rotation des Monds â wurde aus Bahnstörungen von Mondsatelliten abgeleitet.
Gute Ergebnisse brachte auch eine Art Triangulation von Umlaufbahnen um den Mond. Die Fotos der Raumsonden von der MondoberflĂ€che wurden verwendet, um ihre Bahnen ĂŒber der MondrĂŒckseite nach Art des RĂŒckwĂ€rtsschnittes zu berechnen. Auch damit konnte â neben geometrischen Daten des Mondes â seine Schwerpunkt-Anomalie bestĂ€tigt werden.