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SelenodÀsie

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

SelenodÀsie ist die Wissenschaft von der Vermessung des Erdmondes und seines Schwerefeldes.

Der Begriff ist analog zu GeodĂ€sie abgeleitet (griechisch Selene fĂŒr Mond) und entstand um 1967 im Zuge der Lunar-Orbiter-Sonden, ist jedoch noch nicht weit verbreitet.

SelenodĂ€sie umfasst ebenso wie die GeodĂ€sie geometrische und dynamische Verfahren, hat im Gegensatz zu terrestrischen Vermessungen jedoch mit dem Problem der grĂ¶ĂŸeren Entfernungen (schwĂ€chere Messsignale, grĂ¶ĂŸere Störungen) und der von der Erde aus nicht sichtbaren MondrĂŒckseite zu kĂ€mpfen.

Bisher sehr erfolgreiche Methoden sind die Gewinnung prĂ€ziser Bahndaten und ihre Analyse zur Bestimmung des lunaren Gravitationsfeldes. Zum Beispiel konnte man aus den Mond-Orbitern die sogenannten Mascons – starke Massenkonzentrationen im Untergrund des Mondes – nachweisen. Auch die Tatsache des exzentrischen Mondmittelpunktes – bedingt durch die gebundene Rotation des Monds – wurde aus Bahnstörungen von Mondsatelliten abgeleitet.

Gute Ergebnisse brachte auch eine Art Triangulation von Umlaufbahnen um den Mond. Die Fotos der Raumsonden von der MondoberflĂ€che wurden verwendet, um ihre Bahnen ĂŒber der MondrĂŒckseite nach Art des RĂŒckwĂ€rtsschnittes zu berechnen. Auch damit konnte – neben geometrischen Daten des Mondes – seine Schwerpunkt-Anomalie bestĂ€tigt werden.