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ServusTV

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
ServusTV
Fernsehsender (Privatrechtlich)
Programmtyp Vollprogramm[1][2]
Empfang Antenne, Kabel, Satellit, digital (Kabel auch analog), Livestream
Bildauflösung 576i (SDTV)
1080i (HDTV) (ServusTV HD)
Sendestart 1995 (als Salzburg TV)
1. Oktober 2009 (als ServusTV)
1. JĂ€nner 2011–31. Dezember 2023 (in Deutschland)[2][3]
Sprache Deutsch
Sitz Wals-Siezenheim,
Osterreich Österreich
EigentĂŒmer Red Bull Media House GmbH
GeschĂ€fts­fĂŒhrung Dietmar Otti, Christopher Reindl[4]
Programm­direktion Ferdinand Wegscheider
(vom Sender „Intendant“ genannt)
Marktanteil Österreich: 4,2 % (Mai 2021)[5]
Deutschland: 0,4 % (2022)[6]
Liste der Listen von Fernsehsendern
Website

ServusTV ist ein österreichischer Privatfernsehsender mit Sitz in Wals-Siezenheim im Land Salzburg. Wie auch der Verlag mit der Zeitschrift Servus in Stadt und Land gehört er zu Red Bull Media House. Der Sender ging 2009 aus dem 1995 gegrĂŒndeten Sender Salzburg TV hervor.

Der Sendebetrieb begann am 1. Oktober 2009. Der Sender wird grundverschlĂŒsselt ĂŒber DVB-T2 und Satellit (zum Beispiel via Smartcards von ORF Digital, Sky Österreich oder HD Austria) in Österreich ausgestrahlt. In den meisten österreichischen Kabelnetzen ist der Sender unverschlĂŒsselt analog sowie digital ĂŒber DVB-C empfangbar, darĂŒber hinaus auch mittels IPTV.[7] Auf der Website des Senders ist das Programm als Livestream verfĂŒgbar. ServusTV betreibt seit 2022 die Video- und Streamingplattform ServusTV On.

Seit 2016 wird der Sender insbesondere wegen wiederholter Auftritte von Rechtsextremisten in einer Talkshow sowie des „Wochenkommentar“ von Ferdinand Wegscheider als rechtspopulistisch kritisiert. Seit der COVID-19-Pandemie wird dem Sender die Verbreitung von diesbezĂŒglichen Falschinformationen in einigen Sendeformaten vorgeworfen.

Logo von Salzburg TV

ServusTV ging aus dem Sender Salzburg TV hervor, an dem Red Bull am 1. JĂ€nner 2007 einen 95-Prozent-Anteil um einen symbolischen Euro erwarb.[8] 2008 verließen die beiden GrĂŒnder von Salzburg TV den Sender, die genannten GrĂŒnde waren starke Differenzen ĂŒber die Zukunft des Senders. Ihre Anteile wurden ebenfalls von Red Bull erworben.

Nachdem der Relaunch mehrmals verschoben worden war, wurde der Sender am 1. Oktober 2009, 17.25 Uhr, in ServusTV umbenannt und zu einem 24-Stunden-Spartenprogramm mit Magazinen und Brauchtumssendungen, Berichten ĂŒber Veranstaltungen, Kino, Sport, Reisen und Kulinarischem ausgebaut, der Informationen, Bildung, Beratung und Unterhaltung bietet.[9] Gleichzeitig wurde die Variante in HD-Auflösung aufgeschaltet.

Vom Spartensender zum Vollprogramm

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Anfang 2010 wurden 3D-Testsendungen im ColorCode-3D-Verfahren eingefĂŒhrt, fĂŒr die man eine Anaglyphenbrille benötigt.[10] Es gab jedoch keine festen Zeiten fĂŒr 3D-Sendungen, da ServusTV diese Programme zunĂ€chst testweise im Rahmen des Red-Bull-TV-Fensters ausstrahlte. DarĂŒber hinaus wurden im Rahmen der Sendung Vogelfrei (Dienstag bis Freitag) RundflĂŒge ĂŒber den Alpen-Donau-Adria-Raum in 3D gesendet.[11] Trotz des umfangreichen Angebots in den verschiedenen Sparten war das Programm in Österreich lange Zeit nur als Spartenprogramm lizenziert. Erst im April 2013 erkannte die lizenzierende KommAustria das Angebot als Vollprogramm an.[1] In Deutschland galt es zunĂ€chst weiterhin als Spartenprogramm mit dem Schwerpunkt Unterhaltung, erst im Jahr 2015 wurde es als Vollprogramm anerkannt.[2] FĂŒr den Programmveranstalter ist die österreichische Lizenz maßgeblich, lediglich fĂŒr die Verbreitung in den deutschen Kabelnetzen zusĂ€tzlich die deutsche Lizenz.

In Deutschland wurde ServusTV vom 1. September 2010 bis zum 31. Dezember 2023 auch im Free-TV ĂŒber Telekom Entertain und Vodafone TV ĂŒbertragen. Ab dem 20. Dezember 2010 gab es einen zusĂ€tzlichen Feed, um nach Aussage des Senders Schaltungen deutscher Werbekunden im Kabel und ĂŒber Satellit separat berĂŒcksichtigen zu können. Das Programm selbst wurde (mit Ausnahme der DEL- beziehungsweise EBEL-Übertragungen im Rahmen der Servus Hockey Night) nicht auseinandergeschaltet.[12] Von Dezember 2011 bis JĂ€nner 2014 wurde ServusTV in Berlin auch ĂŒber DVB-T ĂŒbertragen.[13][14] SpĂ€ter wurde ServusTV Deutschland ein eigener Sender. Das Programm von ServusTV Deutschland und ServusTV in Österreich unterschied sich stark, auch auf Grund unterschiedlicher Rechte fĂŒr Filme und SportĂŒbertragungen. ServusTV verzeichnete 2021 sein bisher stĂ€rkstes Quotenjahr. Der Sender kam in der Gesamtzielgruppe auf 3,7 Prozent Marktanteil (2020: 3,4 Prozent) und war damit im Vorjahr der in Österreich meistgesehene heimische private Fernsehsender.[15]

Initiative zur GrĂŒndung eines Betriebsrates und angedrohte Einstellung des Sendebetriebs

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Am 3. Mai 2016 gab Red Bull Media House bekannt, den Sendebetrieb aus wirtschaftlichen GrĂŒnden einzustellen.[16] Die diskutierte GrĂŒndung eines Betriebsrates war dafĂŒr ausschlaggebend.[17][18] Dietrich Mateschitz gab dazu spĂ€ter an, dass die bevorstehende GrĂŒndung eines Betriebsrates fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit des Senders „nicht gerade dienlich sei“. Weiters kommentierte er, dass der Betriebsrat „anonym, unterstĂŒtzt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer“ zustande gekommen wĂ€re. Die „UnabhĂ€ngigkeit, EigenstĂ€ndigkeit und Unbeeinflussbarkeit insbesondere durch politische Parteien, egal welcher Richtung, war von Anfang an ein tragender Pfeiler von ServusTV“.[19] Nachdem sich fast alle Mitarbeiter am nĂ€chsten Tag gegen einen Betriebsrat schriftlich ausgesprochen hatten und auch in einer Videobotschaft an Mateschitz um die WeiterfĂŒhrung des Senders gebeten hatten, gab dieser einen Tag spĂ€ter bekannt, dass er seine Entscheidung wieder zurĂŒckgenommen habe.[20]

Einstellung des Sendebetriebs in Deutschland und der Schweiz

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Am 31. Juli 2016 bestĂ€tigte Red Bull Media House, den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz zum Jahresende einzustellen und die Sendelizenzen in den entsprechenden LĂ€ndern zurĂŒckzugeben.[21] In diesem Zusammenhang berichtete der Kurier von einem jĂ€hrlichen geschĂ€tzten Fehlbetrag in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro. Da die österreichische Version des Programms am 1. MĂ€rz 2016 aus rechtlichen GrĂŒnden verschlĂŒsselt wurde und die fĂŒr die EntschlĂŒsselung erforderliche ORF-Smartcard nur fĂŒr Personen mit Wohnsitz im Inland erhĂ€ltlich ist, war ab diesem Zeitpunkt ein Empfang von ServusTV Österreich außerhalb Österreichs nicht mehr unverschlĂŒsselt möglich.[22]

Am 18. Oktober 2016 gab der Sender bekannt, den Sendebetrieb in Deutschland und auch in der Schweiz 2017 doch fortfĂŒhren zu wollen.[23][24] Der Sendebetrieb in der Schweiz wurde dann am 31. Dezember 2021 eingestellt. Am 31. Dezember 2023 wurde auch in Deutschland der lineare Sendebetrieb eingestellt, die Übertragungswege und Teile des Programms wurden von DF1 ĂŒbernommen.[25] Das Unternehmen möchte sich auf die digitale Verbreitung ĂŒber ServusTV On fokussieren.[26]

Im Juni 2024 wurde Goetz Hoefer Generaldirektor des Senders, im November 2024 wurde Matthias Schrom ĂŒbergreifender Redaktionsleiter. Im Februar 2025 wurde der RĂŒckzug von Ferdinand Wegscheider aus dem operativen TagesgeschĂ€ft von ServusTV ab September 2025 bekanntgegeben.[27]

Das Programm von ServusTV hat fĂŒnf Kategorien: „Info und Aktuelles“, „Unterhaltung und Fiction“, „Entdecken und Wissen“, „Sport und Events“ und „Kultur und Volkskultur“. Zu Nachrichten und Magazinen werden unter anderem Servus-Nachrichten, Servus Wetter, Servus am Abend, Servus um 2 und Talk im Hangar-7 gezĂ€hlt. Bei Dokumentationen und PortrĂ€ts wird beispielsweise Terra Mater, TM Wissen (ehemals P.M. Wissen)[28] oder Bergwelten ausgestrahlt. Zudem gibt es die Volkskultur-Sendungen Heimatleuchten und Hoagascht. Zur Unterhaltung zĂ€hlt man Quizmaster und Quizjagd im Vorabendprogramm oder eigenproduzierte Fiction-Serien, Bares fĂŒr Rares Österreich und Homo Austriacus im Hauptabendprogramm.[29] Beim Kulturprogramm von ServusTV sieht man Sendungen wie kulTOUR mit Ioan Holender oder literaTOUR mit Alfred Komarek und Theodora Bauer sowie Live-Gottesdienste am Sonntag.[30][31] Zirka 70 Prozent der Erstausstrahlungen bei ServusTV Österreich sind Eigenproduktionen.

Die Live-Talk-Sendung Sport und Talk aus dem Hangar-7 sowie die MotoGP[32] und die Superbike-WM[33] werden im Programmangebot Sport gezeigt, das in den vergangenen Jahren mit Fußball, Tennis und Formel 1 weiter ausgebaut wurde. Inhalte aus der Welt von Red Bull zeigt das „Red Bull-TV-Fenster“.

ServusTV war von 2010 bis 2020 Programmpartner der Österreichischen Eishockey-Liga. Dazu war es von 2013 bis 2016 Partner der Deutschen Eishockey Liga (DEL).[34] Von beiden Ligen wurde jeweils ein Spiel pro Woche im Rahmen der Servus Hockey Night gezeigt. In den Play-offs wurden vermehrt Spiele, zum Teil in Konferenzschaltung, ĂŒbertragen.

Ab 2021 hat sich ServusTV die Fernsehrechte fĂŒr die Formel 1 fĂŒr die kommenden drei Jahre gesichert. Dort ĂŒbertrĂ€gt man in Partnerschaft mit dem österreichischen Sender ORF jeweils eine HĂ€lfte der Saison, Ausnahme ist der Große Preis von Österreich, den beide Sender ĂŒbertragen.[35] ServusTV und ORF kooperierten bei der FIFA-WM 2022 und ĂŒbertrugen alle 64 Spiele. Ebenso wurden alle 51 Spiele der UEFA EURO 2024 live im österreichischen Free-TV ĂŒbertragen.[36]

ServusTV ĂŒbertrĂ€gt jĂ€hrliche Sport-Events wie den Wings for Life World Run oder die AirPower aus Zeltweg.

Eigenproduzierte Fiction

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2017 produzierte ServusTV mit Trakehnerblut nach der Serie Eine Couch fĂŒr alle seine zweite fiktionale Serie.[37] Im November 2018 wurde mit der Kriminalserie Meiberger – Im Kopf des TĂ€ters die nĂ€chste eigenproduzierte Serie ausgestrahlt.[38] Mittlerweile wurden zu „Meiberger“ insgesamt 20 Folgen in drei Staffeln sowie ein Special in SpielfilmlĂ€nge von ServusTV produziert. Der deutsche Sender VOX erwarb Senderechte daran und zeigte im Sommer 2022 alle Folgen im Hauptabendprogramm.[39][40] Mit dem Altaussee-Krimi „Letzter Gipfel“, dem Mafia-Zweiteiler „Im Netz der Camorra“ mit Tobias Moretti in der Hauptrolle und „Meiberger – Mörderisches Klassentreffen“ produzierte ServusTV 2021 drei neue Spielfilme selbst. 2021 und 2022 wurden auch der Film „Klammer – Chasing the Line“, die Altaussee-Krimis „Letzte Bootsfahrt“ und „Letzter Saibling“ sowie die internationale Serie „Das Netz“ produziert.[41]

Auszeichnungen und Publikumspreise

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„Quizmaster“-Moderator Andreas Moravec wurde 2020 mit der Romy in der Kategorie „Show und Unterhaltung“ ausgezeichnet. Die Sendung „Die Nachfolger“ wurde 2020 mit der Romy in der Kategorie „Beste Programmidee“ ausgezeichnet. „Bergwelten“ erhielt 2019 eine Romy als „Beste TV-Dokumentation“ („Mount Everest – Der letzte Schritt“, Regie: Reinhold Messner).[42][43]

Bergwelten erhielt 2017 beim Filmfest St. Anton den Publikumspreis fĂŒr „Still Alive“ (Regie: Reinhold Messner).[44]

Terra Mater wurde unter anderem 2018 mit der Romy fĂŒr die „Beste TV-Dokumentation“ ausgezeichnet.[45]

Das „Servus Wetter“ wurde 2015 und 2016 zwei Mal in Folge mit dem ersten Platz beim „Wettergipfel-Award“ ausgezeichnet.[46] Zudem erhielt es 2018 den „Sonderpreis Infotainment“ von „Der Österreichische Journalist“.

Informationssendungen

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Der Sender erhielt in der Vergangenheit gute Kritiken fĂŒr seine Diskussionssendungen, Informationen und Dokumentationen (Stand 2016).[47]

FĂŒr eine Kooperation mit der Journalistengruppe „Dossier“ erhielt der Sender 2014 den Robert-Hochner-Preis.[48]

Rechtspopulismus

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Seit 2016 ist Ferdinand Wegscheider Programmchef, vom Sender selbst „Intendant“ genannt. Er trug damit zugleich die Verantwortung fĂŒr Programm und Budget, was bei Fernsehsendern eher unĂŒblich ist und zuvor auch bei ServusTV getrennt war. Wegscheider geriet bereits hĂ€ufiger fĂŒr seinen umstrittenen wöchentlichen Fernsehkommentar Der Wegscheider in die Kritik, der ihm den Spitznamen „Wut-Chefredakteur“ einbrachte. Seine Positionen werden teilweise als rechtspopulistisch angesehen und werden hĂ€ufig in der rechten Szene verbreitet, wovon sich Wegscheider bisher nicht distanziert hat.[49][50]

Die SĂŒddeutsche Zeitung bezeichnete ServusTV im Oktober 2018 als „Heimatsender des österreichischen Rechtspopulismus“,[51] Ă€hnlich zuvor im Oktober 2016 auch bereits das Onlinemagazin Vice.[52] 2016 wurde eine Ausgabe der Talksendung Talk im Hangar-7 mit dem Titel „Wie gefĂ€hrlich sind unsere Muslime?“[53] ausgestrahlt. Eingeladen wurde auch Götz Kubitschek, ein Aktivist der Neuen Rechten, woraufhin drei von fĂŒnf GĂ€sten nach Bekanntwerden ihre Teilnahme absagten.[54][55] Ebenfalls 2016 wurde ServusTV als einziger unabhĂ€ngiger Sender zum EuropĂ€ischen Forum Linz, das mit vom Verfassungsschutz beobachteten Publikationen in Verbindung steht, zugelassen.[52] 2019 wurde eine Einladung von IdentitĂ€ren-Chef Martin Sellner in eine Talksendung von Astrid EbenfĂŒhrer im Standard kritisiert.[56] 2025 sagte der Medienexperte Luis Paulitsch: „Servus TV nimmt eine Scharnierfunktion zwischen dem bĂŒrgerlichen und rechtspopulistischen Lager ein.“[57]

Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie

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WĂ€hrend der COVID-19-Pandemie fiel der Sender mit Corona-BeitrĂ€gen auf, die denen des ORF oft im Inhalt entgegenstehen, beispielsweise in der Sendereihe Corona-Quartett (Selbstbezeichnung „Format mit Polarisierung und Polemik“),[58] Der Wegscheider[59] sowie die Servus-TV-Dokumentation Corona – Auf der Suche nach Wahrheit mit Martin Haditsch.[60]

Sachverhaltsdarstellung des Presseclub Concordia

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Der Presseclub Concordia ĂŒbermittelte am 10. Dezember 2021 eine Sachverhaltsdarstellung an die Kommunikationsbehörde Austria zur Sendung Der Wegscheider. Darin bemĂ€ngelte der Presseclub faktenwidrige Aussagen und mangelnde oder fehlende Argumentation Wegscheiders, einen unzulĂ€ssigen Eingriff in die SphĂ€re Dritter und die BeeintrĂ€chtigung des Ansehens und Untergrabung der GlaubwĂŒrdigkeit von Wissenschaft und Medien. Wegscheider schrecke vor der Verwendung „verschwörungstheoretischer Codes“ nicht zurĂŒck.[61][62] In seiner Beschwerde bat Concordia darum zu prĂŒfen, ob insbesondere die wöchentliche Sendung Der Wegscheider im Einklang mit dem Audiovisuelle-Mediendienste-Gesetz steht, das von Privatsendern die Einhaltung journalistischer Standards verlangt.[63][64][65] Der daraufhin folgende Bescheid der KommAustria gegen ServusTV vom 23. Dezember 2022 wurde im Juni 2023 durch das Bundesverwaltungsgericht aufgehoben.[66] Dagegen ergriff die Kommunikationsbehörde Austria ein Rechtsmittel an den Verwaltungsgerichtshof.[67] 2026 stellte das Bundesverwaltungsgericht im zweiten Rechtsgang in vier Sendungen einen Verstoß gegen das ObjektivitĂ€tsgebot fest.[68] Gegen diese Entscheidung zog der Sender vor dem Verfassungsgerichtshof.[69]

Wissenschaftliche Einordnung

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Auf die Konsequenzen der tendenziösen Pandemie-Berichterstattung von ServusTV wiesen unter anderem zwei unabhĂ€ngige Studien der UniversitĂ€t Wien hin. So wurde etwa nachgewiesen, dass ServusTV-Nutzer in einem höheren Maß zur Verharmlosung des Virus, zum Glauben an Verschwörungstheorien, zu Kritik an den EindĂ€mmungsmaßnahmen und zu Impfskepsis tendieren als die Nutzer anderer österreichischer Fernsehsender.[70] Im Zusammenhang mit den Auftritten anerkannter Fachleute wurde zudem auf das Problem der „Falschen Ausgewogenheit“ hingewiesen, einer medialen Verzerrung, die entsteht, wenn Minderheitspositionen oder diskreditierte Wissenschaftler auf dieselbe Ebene gestellt werden wie renommierte Fachleute, die den wissenschaftlichen Konsens vertreten.[71] Die Publizistin Ingrid Brodnig, die sich mit Fake News und Verschwörungstheorien beschĂ€ftigt, bestĂ€tigt die Einordnung von ServusTV als Quelle fĂŒr Falschinformationen. Bei einer Umfrage unter Corona-Leugnern und -verharmlosern, die 2020 an einer Demonstration in Berlin teilnahmen, wurde ServusTV neben dem Messengerdienst Telegram als eine der Quellen fĂŒr ihre Informationen benannt.[72]

Der Medienforscher Andy Kaltenbrunner bezeichnete den Sender im MĂ€rz 2022 als „Sammelbecken der Systemkritiker“.[73] Laut dem Politikwissenschaftler Markus Linden hat ServusTV „es geschafft, dass neben Verschwörungstheoretikern und Radikalen auch anerkannte Experten in die Sendungen kommen (...) Menschen, die ebenfalls radikale Positionen einnehmen, erscheinen dann gemĂ€ĂŸigter.“.[74]

HD-Logo

ServusTV kann in Österreich empfangen werden.

  • DVB-T2
  • DVB-C
  • DVB-S2 (im Ausstrahlungsgebiet von Astra 19,2°)
  • Internet (freier Zugang weltweit, IPTV jedoch nur bei einzelnen Betreibern)

Die technische Reichweite ĂŒber alle Sendewege hinweg betrug im Jahr 2022 in Österreich 98 Prozent, in Deutschland 97 Prozent und in der Schweiz 98 Prozent.

Seit dem 1. MĂ€rz 2016 wird ServusTV Österreich nur verschlĂŒsselt ausgestrahlt. Grund hierfĂŒr ist unter anderem der Erwerb von Sport- und Film-Rechten, die nur fĂŒr Österreich erworben wurden. Der Empfang von ServusTV Österreich ist ĂŒber die ORF-Smartcard, Sky Austria oder HD Austria ohne Zusatzkosten möglich. Die Ausstrahlung von ServusTV Deutschland ĂŒber Satellit erfolgte unverschlĂŒsselt. Zum Empfang wurde daher nur eine digitale Satellitenanlage mit entsprechendem EmpfĂ€nger benötigt. Im gesamten Vodafone-Gebiet in Deutschland war der Sender in SD und HD unverschlĂŒsselt empfangbar.[75]

DVB-T und Kabel

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In den urbanen Regionen Österreichs ist ServusTV ĂŒber DVB-T2 empfangbar. In allen Kabelnetzen kann ServusTV in Österreich empfangen werden. ServusTV Österreich ist kostenfrei ĂŒber SimpliTV (nach Registrierung) in HD empfangbar.

In Standardauflösung konnte ServusTV Deutschland europaweit ĂŒber folgende Frequenz empfangen werden, die Simulcastvariante des Senders wurde ĂŒber DVB-S2 ausgestrahlt.

  • Satellit: Astra 1N 19,2°
  • Downlink-Frequenz 12,663 75 GHz (11,303 GHz als HD)
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 22000
  • Modulation: QPSK (DVB-S2/8PSK in HD)
  • Fehlerschutz: FEC 5/6 (FEC 2/3 als HD)

Eine alternative Empfangsmöglichkeit der deutschen Version in Standardauflösung bietet Kabelkiosk, insbesondere fĂŒr große Teile des westlichen Asiens. FĂŒr den Empfang wird wegen der MPEG-4-Kodierung (DVB-S2) ein geeigneter Receiver benötigt. Servus TV Deutschland wurde am 31. Dezember 2023 eingestellt.[76]

  • Satellit: Eutelsat 9A 9° Ost
  • Downlink-Frequenz: 11785
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 27500
  • Modulation: DVB-S2/8PSK
  • Fehlerschutz: FEC 2/3

ServusTV gehört zu den Sendern, die beim Einkauf der Lizenzrechte von Anfang an die Internetverbreitung berĂŒcksichtigt haben, und hat schon frĂŒh einen Livestream des gesamten Programms auf der eigenen Homepage angeboten.

IPTV-Angebote gibt es in Österreich und Deutschland (unter anderem bei MagentaTV und Vodafone TV). Seit einer Neugestaltung im Mai 2014 ist das bestehende Internetangebot mit Apple-iOS- und Android-Apps sowie unter verschiedenen proprietĂ€ren Plattformen (zum Beispiel Samsung) verfĂŒgbar und wird auch in ITV-Angeboten wie MagentaTV eingespeist. Bereits zuvor konnte das Programm auf der Homepage des Senders online als Internetfernsehen abgerufen werden.

ServusTV betreibt seit 2022 die Video- und Streaming-Plattform ServusTV On. ServusTV On fasst die Streamingangebote des Senders zusammen, der seine werbefinanzierten Services direkt via Website und als App auf diversen Plattformen wie Amazon Fire und Android TV verbreitet. Dies wird als Advertised-Video-on-Demand (AVoD) bezeichnet. Bei ServusTV On sind die Mediathek und der Livestream von ServusTV abrufbar, darĂŒber hinaus zahlreiche Inhalte und Übertragungen, die zuvor nicht im regulĂ€ren Programm zu sehen waren. ServusTV On ist weltweit verfĂŒgbar, der Großteil der Inhalte ist aus lizenzrechtlichen GrĂŒnden per Geoblocking auf Österreich und Deutschland beschrĂ€nkt.

Commons: Servus TV – Sammlung von Bildern
  • servustv.com
  • Eintrag zu ServusTV im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
  • Thomas LĂŒckerath: Servus TV: Wie Red Bull einen TV-Sender beflĂŒgelt. In: DWDL.de. 4. Juni 2010;.
  • Wolfgang Rössler: Servus-TV ist die neue Einstiegsdroge fĂŒr Corona-Leugner. In: nzz.ch. 18. Dezember 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. Februar 2022;.
  • Srdjan Govedarica: Ein Sender fĂŒr Corona-Leugner? In: tagesschau.de. 20. Dezember 2021;.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Bescheid (Memento vom 7. September 2014 im Internet Archive) der KommAustria vom 10. April 2013.
  2. 1 2 3 ServusTV Deutschland (Memento vom 23. Februar 2015 im Internet Archive) – Eintrag bei der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM), abgerufen am 22. Februar 2015, Eintrag als Spartenprogramm, abgerufen am 7. September 2014.
  3. ↑ Programmliste 2015. (PDF) Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), abgerufen am 24. Januar 2021.
  4. ↑ Impressum. ServusTV, abgerufen am 20. August 2021.
  5. ↑ StĂ€rkster Monat in der Sendergeschichte: ServusTV mit 4,2 % Marktanteil im Mai. In: ServusTV. Abgerufen am 20. August 2021.
  6. ↑ https://www.kek-online.de/fileadmin/user_upload/KEK/Medienkonzentration/Zuschaueranteil/Zuschaueranteile_2022.pdf
  7. ↑ Fragen und Antworten rund um ServusTV. Abgerufen am 14. November 2022 (deutsch).
  8. ↑ OÖ Nachrichten: Wie Wegscheider seine Politik-Kommentare unter dem Mantel der Satire versteckt, nachrichten.at, 9. Dezember 2021.
  9. ↑ Wilhelm Sinkovicz: “Servus TV”: Kultur, Natur und spĂ€ter Sport. In: diepresse.com. 1. Oktober 2009, abgerufen am 3. Mai 2016.
  10. ↑ Senderhomepage: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs (Memento vom 10. April 2010 im Internet Archive).
  11. ↑ Website des Senders: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs (Memento vom 21. April 2010 im Internet Archive).
  12. ↑ Servus TV: Vorerst kein eigenes Deutschland-Programm. In: digitalfernsehen.de. 21. Dezember 2010, abgerufen am 3. Mai 2016.
  13. ↑ Peter Dehn: DVB-T: Berliner Kanal 59 ist wieder auf Sendung. In: dehnmedia.de. 3. Dezember 2011, abgerufen am 3. Mai 2016.
  14. ↑ Servus TV verlĂ€sst DVB-T in Berlin. In: tvdigital.de. 6. Februar 2014, abgerufen am 3. Mai 2016.
  15. ↑ TV-Quoten 2021: ORF-Sender und Servus TV legten zu. 3. Januar 2022, abgerufen am 14. November 2022.
  16. ↑ Mateschitz dreht den Sender “Servus TV” ab. In: www.nachrichten.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  17. ↑ Oliver Mark: Gewerkschaft: „Kein Kniefall“ vor Mateschitz wegen Betriebsrats. In: derstandard.at. 10. Mai 2016, abgerufen am 24. April 2017.
  18. ↑ Kein Betriebsrat – keine Probleme: Servus TV sagt doch nicht Servus. In: n-tv Nachrichtenfernsehen. 4. Mai 2016, abgerufen am 24. April 2017.
  19. ↑ Mitarbeiter unterschrieben gegen BetriebsratsgrĂŒndung. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  20. ↑ Red-Bull-Chef Mateschitz will Servus TV doch weiterfĂŒhren. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  21. ↑ ServusTV stellt Sendebetrieb in Deutschland und Schweiz ein. In: kurier.at. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  22. ↑ Werben & Verkaufen: Servus TV macht in Deutschland Schluss – W&V. In: www.wuv.de.
  23. ↑ Servus TV sendet weiter in Deutschland und in der Schweiz. In: speedweek.com. 18. Dezember 2016, abgerufen am 31. August 2017.
  24. ↑ Servus TV zieht in Deutschland doch nicht den Stecker DWDL.de 18. Oktober 2016.
  25. ↑ DWDL de GmbH: DF1 soll mit ServusTV- und DAZN-Inhalten wiederbelebt werden. Abgerufen am 10. Dezember 2023.
  26. ↑ Timo Niemeier: ServusTV stellt linearen Sendebetrieb in Deutschland ein. DWDL.de, 7. Juni 2023, abgerufen am 7. Juni 2023.
  27. ↑ Harald Fidler: Red Bull verabschiedet Servus-TV-Intendanten Ferdinand Wegscheider schrittweise. In: DerStandard.at. 18. Februar 2025, abgerufen am 19. Februar 2025.
  28. ↑ Bilder fĂŒr die Ewigkeit? – Wiederentdeckung einer alten Fototechnik und mehr - Fernsehserien.de. Abgerufen am 28. MĂ€rz 2024.
  29. ↑ Homo Autriacus bei Servus TV. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 31. August 2017; abgerufen am 31. August 2017.
  30. ↑ Autorin Theodora Bauer als TV-Moderatorin. Artikel vom 27. Juli 2018, abgerufen am 28. Juli 2018.
  31. ↑ Theodora Bauer wird neue Moderatorin bei „literaTOUR“. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  32. ↑ Nora Lantschner: Bestes TV-Abendprogramm: MotoGP-Wochenende in Austin / MotoGP. speedweek.com, 9. April 2022, abgerufen am 9. April 2022.
  33. ↑ WorldSBK: Der Saisonauftakt bei Servus TV – Superbike-World. In: superbike-world.de. 5. April 2022, abgerufen am 9. April 2022.
  34. ↑ Christian Buchler: EHC-Spiele kostenlos in TV und Netz; Wolfsburger Nachrichten, 18. Juni 2012.
  35. ↑ ServusTV und ORF zeigen in Kooperation alle Formel 1 Rennen live. In: Servus TV. 7. Juli 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020 (deutsch).
  36. ↑ ORF und Servus TV zeigen gemeinsam die Fußball-Großereignisse WM 2022 und Euro 2024. Abgerufen am 14. November 2022 (österreichisches Deutsch).
  37. ↑ Kleine Zeitung: Servus TV produziert erste eigene Serie. Artikel vom 27. Juli 2017, abgerufen am 14. August 2017.
  38. ↑ Servus TV zeigt neue Serie „Meiberger“ ab November, 12. September 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  39. ↑ Salzburger Nachrichten: ServusTV verkauft Krimireihe "Meiberger - Im Kopf des TĂ€ters" an Vox. 12. Juli 2022, abgerufen am 14. November 2022.
  40. ↑ Glenn Riedmeier: „Meiberger“: VOX zeigt ĂŒberraschend ServusTV-Krimiserie. Abgerufen am 14. November 2022.
  41. ↑ Servus TV setzt auf mehr auf fiktionale Eigenproduktionen. Abgerufen am 14. November 2022 (österreichisches Deutsch).
  42. ↑ ROMY 2019: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner. 13. April 2019, abgerufen am 14. November 2022.
  43. ↑ Virtuelle Verleihung: Das sind die Romy-PreistrĂ€ger 2020. Abgerufen am 14. November 2022.
  44. ↑ Tiroler Tageszeitung Online – Nachrichten von jetzt! Abgerufen am 14. November 2022.
  45. ↑ ROMY 2018: Alle Gewinner im Überblick. 7. April 2018, abgerufen am 14. November 2022.
  46. ↑ Int. Wettergipfel. Abgerufen am 14. November 2022.
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