Splashtop
| Splashtop | |
|---|---|
| Entwickler | Splashtop Inc. |
| Lizenz(en) | GPLÂ / LGPL |
| Akt. Version | |
| Abstammung | Linux-Derivat, MeeGo |
| Architektur(en) | Embedded fĂŒr x86 Software fĂŒr Windows und MacOS |
| www.splashtop.com | |
Splashtop ist eine Produktfamilie mit Instant-on-Betriebssystem und verschiedenen Remote-Desktop-Lösungen des Softwareentwicklungsunternehmens Splashtop Inc.
Im Jahr 2006 als DeviceVM gegrĂŒndet, brachte das Unternehmen zunĂ€chst eine spezielle Linux-Distribution heraus, die als besonders schnelles und vor Schadsoftware geschĂŒtztes âVirtual Appliance Environmentâ (VAE) von PC-Hauptplatinen-Herstellern ins BIOS ihrer Produkte integriert werden konnte.[1]
Inzwischen ist das Unternehmen aber vor allem durch âSplashtop Remoteâ bekannt, eine Fernsteuerungs-Software fĂŒr die Betriebssysteme Windows und MacOS, die als Clients auch iPhone, iPod touch und iPad, den Kindle Fire oder GerĂ€te mit Android bzw. HP webOS ermöglicht.[2]
Splashtop Remote-Technologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die neuere Produktlinie aus Desktop-Remote-Software besteht aus folgenden Anwendungen:
- Splashtop Remote Desktop ermöglicht, sich ĂŒber Computer, Smartphone oder Tablet mit einem anderen Computer zu verbinden, dessen Steuerung zu ĂŒbernehmen und die Bildschirmausgabe zu streamen.
- Splashtop Remote Browser erlaubt es, auf einem ferngesteuerten Computern den Standardbrowser zu öffnen und auf Smartphone, Tablet oder einem anderen Computer darzustellen.
- Splashtop Whiteboard verwandelt ein iPad oder Android-Tablet in ein interaktives Whiteboard.
- Splashtop CamCam steuert eine entfernte Webcam.
- Splashtop XDisplay ermöglicht die Verwendung eines iPad als erweiterter Bildschirm, auf den Anwendungsfenster von einem anderen Computer kabellos ĂŒbertragen werden können.
- Splashtop Touchpad ermöglicht die Verwendung eines iPod Touch oder iPhone an einem anderen Computer als Fernsteuerung oder Funktastatur.
Splashtop OS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Konzept des Virtual Appliance Environment
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Splashtop war zunĂ€chst als Embedded-Lösung fĂŒr einen festen Einbau in Hardware vorgesehen. Anwender können sich noch ein oder mehrere zusĂ€tzliche Betriebssysteme installieren, haben aber auch ohne Installationsaufwand schon beim Systemstart eine Umgebung fĂŒr verschiedene Anwendungen zum Surfen und Telefonieren ĂŒbers Internet zur VerfĂŒgung. Weitere Vorteile bietet die Lösung bei Wartung und Reparatur, zum Beispiel fĂŒr die Beseitigung von Schadsoftware.
Das System ist in nur etwa fĂŒnf Sekunden einsatzbereit[3] und wird deshalb auch als âinstant-onâ vermarktet.
Vorteile der âInstant-onâ-Technologie sind:
- sehr viel schnelleres Starten des Betriebssystems;
- höhere Bereitschaft, das System auch zwischendurch auszuschalten (Energieeinsparung);
- als fest implementierte Systemsoftware gar nicht oder kaum verĂ€nderbar und daher gut gegen Angriffe geschĂŒtzt;
- als vollstÀndiges Betriebssystem erlaubt es einen festplattenlosen Computer;
- sehr schlanke Lösung mit geringer Anforderung an die Hardware.
Nachteile sind unter anderem:
- Treiber können nicht nachtrĂ€glich ergĂ€nzt werden, so dass der Anwender bei Auswahl zusĂ€tzlicher Hardware auf wenige GerĂ€te, meist nur das Angebot des Mainboardherstellers, beschrĂ€nkt ist. Dies ist besonders problematisch, wenn keine Internetverbindung möglich ist, weil Treiber fĂŒr nachtrĂ€glich eingebaute WLAN-Komponenten fehlen.
Aktuellere Versionen wurden von gröĂeren Computerherstellern in eigenem Design und mit eigener Markenbezeichnung, als Insta-boot (Acer), ExpressGate (Asus), Latitude ON (Dell), QuickWeb (HP), Quick Start (Lenovo), Smart ON (LG) und QuickWeb (Sony) vertrieben.[4]
Eigenschaften und Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Splashtop besaĂ schon in der Betaversion eine grafische BenutzeroberflĂ€che, einen Webbrowser auf Basis des Mozilla Firefox 3 mit UnterstĂŒtzung des Adobe Flash Player 10 und IP-Telefonie mit Skype.[3] Es verwendete Bootsplash, SquashFS, Blackbox (Fenstermanager), SCIM und den Linux-Kernel 2.6.20.[3] Im Januar 2008 kamen LinDVD, ein Software-DVD-Player von Corel, Fotomanager, NTFS-UnterstĂŒtzung fĂŒr das Lesen und Schreiben auf Windows-Partitionen und Pidgin Instant Messaging hinzu.[5] Die darauf folgende Version 2.0 verbesserte den Umgang mit UMTS, erlaubte benutzerspezifische Anpassungen des Desktop und lieĂ sich erstmals auch ĂŒber Touchscreen steuern.[6] Das Netbook Lenovo Ideapad S10-3t mit QuickStart, der Asus EeePC T91MT mit ExpressGate und weitere GerĂ€te von Acer, LG und HP mit QuickWeb gehörten zu den ersten, die mit Splashtop 2.0 ausgeliefert wurden.[7]
Splashtop erforderte zunĂ€chst einen eigenen mindestens 512 MB groĂen Flash-Speicher auf dem Mainboard, weshalb er vor allem Premium-Boards vorbehalten war, wie das ASUS P5E3 Deluxe/WiFi-AP, auf dem er erstmals eingesetzt wurde.[8] Eine proprietĂ€re Kernsoftware startet mit dem BIOS und lĂ€dt eine angepasste Linux-Distribution namens Virtual Appliance Environment (VAE) nach.[9] WĂ€hrend diese VAE lĂ€uft, kann der Anwender âVirtuelle Applikationenâ (VA) starten. FĂŒr das niedrigere Preissegment können die Linux-Dateien auf der Festplatte abgelegt und ĂŒber das BIOS von dort geladen werden.
Im Februar 2011 entschied man sich, mit Splashtop OS auf die Plattform MeeGO zu wechseln[10] und damit die Möglichkeit zu eröffnen, Anwendungen ĂŒber den Intel App-Store nachinstallieren zu können. Kurz darauf stand das System als kostenloser Download auch fĂŒr Endanwender zur Nachinstallation auf Festplatte zur VerfĂŒgung.[11] Im November folgte die Umstellung des Browsers von Mozilla Firefox auf Google Chrome und der Standardsuche von Google zu Bing.[12] Seit FrĂŒhjahr 2012 steht diese Version des Splashtop OS jedoch nicht mehr zur VerfĂŒgung.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Michael Larabel: SplashTop To Splash Onto Notebooks, Desktops. In: Phoronix. 9. Oktober 2007, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
- â Splashtop Availability. Splashtop, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
- 1 2 3 Michael Larabel: ASUS Motherboard Ships With Embedded Linux, Web Browser. In: Phoronix. 6. Oktober 2007, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
- â Splashtop OS Preinstalled. Splashtop, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 1. Mai 2012; abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Michael Larabel: SplashTop Running On Prototype ASUS Notebook. In: Phoronix. 8. Januar 2008, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
- â Splashtop 2.0 is official and gets touchy. In: Splashtop Blog. 7. Januar 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. Februar 2012; abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Avram Piltch: Splashtop 2.0 Hands-On: Customization, New Home Screen, Touch Support. In: Laptopmag.com. 6. Januar 2010, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).
- â Sal Cangeloso: SplashTopâs Instant-On Linux Desktop. In: Geek.com. 9. Oktober 2007, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. Juli 2012; abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Patentanmeldung US2009037496A1: Diagnostic Virtual Appliance. Angemeldet am 1. August 2008, veröffentlicht am 5. Februar 2009, Erfinder: Benedict T. Chong et Al.â
- â Splashtop PresseerklĂ€rung: Splashtop Releases MeeGo-Based Splashtop OS for OEMs. 15. Februar 2011, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 8. Mai 2012; abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Schnellstart-System Splashtop OS kostenlos erhĂ€ltlich. In: Heise online. 25. Februar 2011, abgerufen am 19. Mai 2012.
- â Michael Larabel: SplashTop Hooks Up With Bing, Chromium. In: Phoronix. 30. November 2010, abgerufen am 19. Mai 2012 (englisch).